Falten in den Wechseljahren: Wie sie entstehen und behandelt werden können

Was passiert mit der Haut in den Wechseljahren? (© contrastwerkstatt - fotolia)

Der Alterungsprozess unserer Haut beginnt bereits ab dem 25. Lebensjahr. Kommt die Hormonumstellung in den Wechseljahren dazu, verliert die Haut rasant an Elastizität und Geschmeidigkeit. Was tun, wenn es zur Faltenbildung kommt? 

Wieso entstehen Falten in den Wechseljahren?

Betroffene beobachten oft, wie sich Falten oder Erschlaffungen „wie über Nacht“ bilden. Auch Aussagen wie „das war doch gestern noch nicht!“ sind eher die Regel als die Ausnahme, wenn die Östrogenproduktion in der Postmenopause auf ein Minimum sinkt. Gerade in den ersten fünf Jahren nach der Menopause geht ca. 30 % des Hautkollagens verloren.

Kollagen ist in unserem Bindegewebe das Stützgerüst der Haut. Östrogen wiederum fördert die Kollagenbildung und die Wasserspeicherkapazität der Haut. Durch den Östrogenabfall in den Wechseljahren kann die Haut also weniger Feuchtigkeit speichern, wird trockener und verliert an Festigkeit. Darüber hinaus erneuert sie sich langsamer und wird auch dünner.


Rechtzeitig in die Haut investieren

Grundsätzlich profitiert die Haut in jedem Alter von gesunder Ernährung und ausreichender Flüssigkeitszufuhr. Gerade natürliches Vitamin C, Biotin und Zink sind maßgeblich an der Zellteilung und Kollagenproduktion beteiligt und schützen vor oxidativem Stress. Auch der Schutz vor starker UV-Strahlung, die neben dem Rauchen maßgeblich für die Hautalterung verantwortlich ist, sollte spätestens mit dem Beginn der Wechseljahre mehr beachtet werden.


Kollagenstimulierende Maßnahmen

In der medizinischen Ästhetik stehen uns mittlerweile eine Reihe an Maßnahmen zur Verfügung, um die Kollagenbildung anzuregen, die Wasserspeicherkapazität der Haut zu erhöhen oder verlorengegangene Fettdepots wiederherzustellen.

Ich empfehle jeder Frau ab 40, die Kollagenproduktion durch individuell abgestimmte Maßnahmen gezielt zu unterstützen. Dadurch kann dem Hautalterungsprozess, der in den Wechseljahren plötzlich einsetzt, deutlich entgegengewirkt werden.


Drei Behandlungsoptionen für schöne Gesichtshaut in den Wechseljahren

  • Radiofrequenztherapie
    Sie regt Regenerationsprozesse und die Neuformation von Kollagen an. Für größtmögliche Effekte kommt das Radiofrequenzneedling zum Einsatz. Es werden zu Beginn drei Behandlungen im Abstand von jeweils einem Monat durchgeführt. Eine Wiederholungsbehandlung sollte zur Erhaltung jeweils halbjährlich stattfinden.

  • Bio-Remodelling mit unvernetzter Hyaluronsäure
    Die körpereigene Hyaluronsäure-Produktion wird stimuliert und die Elastin- und Kollagenbildung unterstützt. Es werden initial zwei Behandlungen im Abstand von vier Wochen empfohlen. Zur Auffrischung genügt meist eine Behandlung halbjährlich.

  • Injektionen mit quervernetzter Hyaluronsäure
    Hier werden Falten aufgefüllt und verlorengegangene Konturen wiederhergestellt. Auch Hyaluronsäure-Injektionen stimulieren die Kollagenproduktion, hydratisieren die Haut und führen zu einem sofortigen Fülleffekt. Meist wird nur eine Behandlung benötigt. Da die Hyaluronsäure nach sechs bis zwölf Monaten wieder abgebaut wird, kann während oder nach dieser Zeit eine erneute Injektion durchgeführt werden.

Auf einen Blick

Behandlungsdauer:
  • Radiofrequenztherapie: 30 Minuten - 2,5 Stunden
  • Bio-Remodelling: 15 Minuten
  • Injektionen mit quervernetzter Hyaluronsäure: 15 Minuten

Arbeitsunfähigkeit

  • Radiofrequenztherapie: am Tag der Behandlung
  • Bio-Remodelling & Injektionen mit quervernetzter Hyaluronsäure: keine

Verhaltenstipps nach der Behandlung

  • Radiofrequenztherapie: 2 Wochen direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
  • Bio-Remodelling & Injektionen mit quervernetzter Hyaluronsäure: 2 Wochen keine langen Aufenthalte in der Sonne, keine Sauna und kein Dampfbad, 3 Tage kein Sport

Risiken

In der Regel Rötungen und Schwellungen. Weitere Risiken werden in einem Beratrungsgespräch erläutert.

Erfolgsraten

  • Radiofrequenztherapie: meist sichtbarer Straffungseffekt nach 3-6 Monaten
  • Bio-Remodelling: meist bereits nach wenigen Stunden sichtbarer Frischekick
  • Injektionen mit quervernetzter Hyaluronsäure: sofort sichtbarer Fülleffekt / Volumenaufbau

Schmerzen

  • Radiofrequenztherapie: minimal durch Anästhesiesalbe
  • Bio-Remodelling: minimal durch Verwendung sehr feiner Kanülen
  • Injektionen mit quervernetzter Hyaluronsäure: minimal durch Verwendung sehr feiner Kanülen und vorheriger lokaler Anästhesie

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (2)

Hermann, 19.06.2019 - 11:53 Uhr

Warum stehen älter werdende Menschen nicht zu ihren Falten? Das ist naturgegeben und gehört daher zum Altern dazu. Da soll man sich Behandlungen unterziehen, die man selber zahlen muss und nur einige reich machen. Das ist sogenannte "Schicki-Micki-Medizin". Personen, die mit ihrem Aussehen "Geld" verdienen, z. B. Schauspieler oder "Sangeskünstler" sollen sich der Prozedur unterziehen, "Otto-Normal-Verbraucher" braucht es nicht. Immer daran denken: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung! Und reich werden nur die behandelnden Ärzte...

Antwort von Annette Beuter, verfasst am 20.06.2019

Sehr geehrter Hermann, vielen Dank für Ihre persönliche Meinung! Ihre Auffassung, wer was darf und wer nicht, finde ich interessant. Ich respektiere die Wünsche, Bedürfnisse und Meinungen meiner Mitmenschen - und finde, dass jeder selbst für sich entscheiden dürfen sollte...! A. Beuter

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