Das jameda-Interview: 9 Fragen an Herrn Dr. med. Salvatore Massimo Lombardoinfo_plain_20gr

Herr Dr. Lombardo praktiziert als Gynäkologe in München. (© Lombardo)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. Salvatore Massimo Lombardo interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Gynäkologe.

jameda: Herr Dr. Lombardo, was hat Sie motiviert, Gynäkologe zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden? 

Herr Dr. Lombardo: Genau genommen war ich in einem chirurgischen Fach unterwegs, als ich aus Versehen in eine Geburt hineingestolpert bin. Diese eine Geburt hat mein Leben verändert und ab diesem Moment wusste ich, dass ich nur Frauenheilkunde und Geburtshilfe machen wollte.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht ihn so besonders?

Herr Dr. Lombardo: Verhütungsberatung ist definitiv mein Schwerpunkt. Die Familienplanung ist aus meiner Sicht das Zentrum unserer Gesellschaft. Eine Frau von heute will immer noch Kinder bekommen, aber nicht mehr so wie vor 40 Jahren. Sie bekommt die Kinder später und vielleicht nicht ganz so häufig und in einer anderen Familienstruktur.

Die Anforderungen an die Verhütung und somit an die Familienplanung sind in diesem Zusammenhang genauso vielschichtig wie die Frauen selbst. Es macht mir Spaß, diesen Mittelpunkt der Gesellschaft mit und für die Frauen behandeln zu dürfen.

jameda: Gibt es ein medizinisches Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Herr Dr. Lombardo: Ich hatte das Glück, bei sehr namhaften Professoren zu arbeiten. In diesem Zusammenhang hat man Kontakt zu sehr guten und ausgezeichneten Kolleginnen und Kollegen.

Aber tatsächlich muss ich feststellen, dass ich am meisten von meinen Patientinnen gelernt habe. Sie haben mir im Laufe der Zeit beigebracht, worauf es ankommt, und wie wichtig es ist, die richtige Frage zu stellen.

jameda: Gibt es in der Gegenwart Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Herr Dr. Lombardo: Im Bereich der Verhütungsberatung nutzen wir das gesamte Portfolio der digitalen Hilfsmittel, um den Patienten den bestmöglichen Einblick in die Methode bieten und mögliche Ängste frühzeitig abbauen zu können.

Beim Einlegen der Spiralen arbeiten wir mit einer von uns selbst mitentwickelten Methode. Durch sie können wir minimalinvasiv und die Einlage so atraumatisch wie irgend möglich durchführen.

Der Einsatz der modernen Technik hat tatsächlich dazu geführt, dass sowohl für die Patientin als auch für den Arzt deutliche Vorteile entstanden sind. 

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Herr Dr. Lombardo: Durch die ständige Digitalisierung und dem schier unendlichen Zugang zu öffentlichen Datenbanken hat sich die Rolle des Arztes maßgeblich verändert. Wir sind von der ursprünglichen Funktion der sogenannten Halbgötter in Weiß zu Beratern geworden.

Diese neue Rolle anzunehmen, ist sicherlich eine große Herausforderung. Wir müssen versuchen, als Ärzte die Wünsche und Bedürfnisse der Patientinnen zu verstehen und die neuesten Informationen, die nicht selten von den Patientinnen selbst eingebracht werden, mit ihnen gemeinsam zu besprechen und die Wünsche und Bedürfnisse der Patienten mittels medizinischer Fachkenntnis an sie anzupassen. 

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Herr Dr. Lombardo: Kurz gesagt haben wir bei uns den Leitsatz, dass wir keine Patientinnen betreuen, sondern Freunde. Ein sehr individueller und freundschaftlicher Umgang ist die Basis des Schaffens des gesamten Teams der Praxis Centrogyn.

Wir wollen keine Mainstream-Praxis sein, sondern ein Ort, an dem man sich wohlfühlt und sich den Leuten anvertrauen kann.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Herr Dr. Lombardo: Ich glaube, dass sich Arzt und Patient immer auch ein Stück weit suchen. Aus diesem Grunde darf ich mit Stolz behaupten, alle meine Patientinnen wirklich sehr zu mögen.

Diese Zuneigung spüre ich von der anderen Seite auch. Uns verbindet alle eine starke Vertrauensbasis und wir wissen, dass wir einander vertrauen können. Ich genieße es unwahrscheinlich, von meinen Patientinnen in all ihre Probleme eingeweiht zu werden, und dass sie mir zutrauen, sie gemeinsam mit ihnen lösen zu können.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. Lombardo: Ein einzelnes Erlebnis herauszugreifen ist äußerst schwierig. Wir erleben hier jeden Tag sehr schöne Momente. Jedes Mal wenn die Umstände dazu führen, dass die Patienten und wir durch Beratung, Zuhören und richtiges Handeln Vertrauen und Freundschaft erzeugen und Patientinnen und das Team dadurch um mich herum als Arzt eine besondere Bande erzeugen, entstehen diese besonderen Momente. Diese Erlebnisse haben wir zum Glück regelmäßig. Sie sind es, die uns auch jeden Tag wieder neu motivieren, weiterzumachen.


Impressionen aus der Praxis CentroGyn. (© Lombardo)
jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben? 

Herr Dr. Lombardo: Vorsorge ist definitiv besser als Nachsorge! Das gilt in allen Lebensbereichen. In einem unserer Spezialgebiete, nämlich der Verhütungsberatung, erst recht. Hier gilt es, das eigene Leben an die passenden Vorsorgemaßnahmen anzupassen und die Verhütungsmethoden wiederum an die veränderten Lebensumstände anzupassen. Das Essenzielle, das ich jeder Patientin und jedem Patient auf dem Weg geben möchte, ist Kommunikation mit dem Arzt und, mit ihm zusammen stetig an der Vorsorge zu arbeiten.

Zur Person

Ich bin in München geboren, dennoch Italiener im Herzen und habe meine gesamte schulische Laufbahn als auch die universitäre Laufbahn bis zur Promotion in München durchgeführt. Ich hatte das Glück, bei sehr großen Professoren in München und in Nordrhein-Westfalen lernen zu dürfen.

Ich bin seit 2006 niedergelassener Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe. Außerdem Vorsitzender einer Bundesvereinigung für Verhütung. Zudem bin ich Medizin-Publizist mit diversen Veröffentlichungen. Ich nehme regelmäßig an Studien teil und bin als Referent in Deutschland, Europa und der Welt regelmäßig gebucht.

Zur Praxis

Die Frauenarztpraxis Centrogyn wurde 2006 von mir gegründet. Seitdem arbeiten wir im Herzen der Großstadt mit Herz mit diversen Schwerpunkten. Das sind in erster Linie Verhütung und Verhütungsberatung, Schwangere, Familienplanung, Endometriose sowie das Anbieten sämtlicher Vorsorgemaßnahmen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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