Hitze und Venen: was ist zu beachten?

Bei hohen Temperaturen tut häufiges Abkühlen nicht nur gut - es beugt auch der Thrombosegefahr vor. (©lunamarina - fotolia)

Nicht nur bei Reisen in südliche Gefilde: Auch bei uns steigen die sommerlichen Temperaturen jetzt bis knapp 40° C und die UV-Strahlung ist extrem intensiv. Was bedeutet das für die Beinvenen, und wo muss man aufpassen und vorbeugen?

Zunächst räumen wir einmal mit einem alten Mythos auf: Krampfadern entstehen nicht durch Hitze und UV-Strahlung. Diesbezügliche Sorgen sind also unnötig.

Erhöhte Thrombosegefahr durch Hitze

Aber: Wenn bereits Krampfadern bestehen, sollte man bei großer Hitze gewisse Vorsicht walten lassen. Durch anhaltend hohe Temperaturen sind die Abwehrkräfte schwächer (selbst Bagatellverletzungen entzünden sich leichter) und durch starkes Schwitzen kann so viel Körperflüssigkeit verloren gehen (Fachausdruck: Exiskkose), dass das Blut „eindickt“. Dadurch können Thrombosen (Verstopfung von Gefäßen durch Blutgerinnsel) entstehen.

Sie können sowohl in oberflächlichen (teilweise sichtbaren) als auch tiefen Venen entstehen: Krampfadern mit ihrem ohnehin gestörten Blutfluss neigen besonders stark dazu.

Aber auch, und hier zunächst einmal unbemerkt, in den großen, lebenswichtigen, tiefen Beinvenen nimmt die Thrombosegefahr bei Exsikkose deutlich zu.

Wie erkennt man eine Thrombose?

Leitsymptome einer Thrombose sind Schmerz und Schwellung. Thrombosen an sichtbaren oder oberflächlich tastbaren Venen lassen sich leicht erkennen: Die betroffene Vene ist verhärtet und lässt sich nicht mehr komprimieren. Oft sind die betroffenen Gefäße auch gerötet und auch ohne Druck schmerzhaft.

Tiefe Beinvenenthrombosen äußern sich zunächst einmal oft nur diskret: muskelkaterartige Beschwerden, anfangs meist gänzlich ohne Schwellung.

Vorsicht: Ein „Muskelkater“ in nur einem Bein ist immer verdächtig! Schließlich wurden beim Sport in der Regel ja beide Beine in gleicher Weise beansprucht!

Auch wird eine frische, junge Thrombose oft für eine Zerrung gehalten: Fragen Sie sich bitte, ob Sie wirklich ein adäquates Trauma hatten, das dafür verantwortlich sein könnte!

Wenn die Thrombose größere Ausmaße annimmt – die Gerinnsel wachsen unbehandelt meist schnell – kommen ein Schwere- und Spannungsgefühl und schließlich eine Schwellung (beispielsweise der Wade) hinzu.

Was tut man bei Thromboseverdacht?

Suchen Sie umgehend einen Arzt oder ein Krankenhaus auf: Lieber einmal zu oft, als einmal zu wenig. Denn frische Thrombosen sind einfach zu behandeln und hinterlassen oft keine bleibenden Schäden. Ist eine Thrombose dagegen schon älter als 10 Tage, hinterlässt sie oft irreversible Gefäßschäden.

Dazu kommt das Risiko der Lungenembolie (jeder, auch frischer Thrombosen): Blutgerinnsel peripherer Venen können sich lösen und werden dann zwangsläufig über das Herz in Lungenarterien gespült.

Kleine Gerinnsel verstopfen kleine Lungenarterien, was oft nur zu leichter Atemnot oder trockenem Husten führt. Große Blutgerinnsel können zentrale Lungenarterien verstopfen. Das Herz pumpt noch kurz vergeblich dagegen an und dann kommt es durch Herzkreislaufstillstand zum Tod.

Achten Sie daher auf die genannten Thrombosesymptome, die in den allermeisten Fällen erst einmal falsch gedeutet werden.

Vorbeugung

Bei großer Hitze oder anhaltend hohen Temperaturen sollten Sie:

  • Ihre Trinkmenge stark steigern, besonders bei starkem Schwitzen und Sport.
  • Verringern Sie aber ggf. Ihren Koffein- und Alkoholkonsum – beides führt durch gesteigerte Harnproduktion zum Volumenverlust.
  • Kühlen Sie Ihre Beine mehrmals am Tag gut ab: Wenn möglich, duschen Sie Ihre Beine ab. Im Büro können Sie sich auch einen Eimer mit kaltem Wasser unter den Schreibtisch stellen oder sie besprühen Ihre Beine immer wieder mit einer Wassersprühflasche.
  • Machen Sie einmal pro Stunde eine kurze Pause, um den Blutfluss Ihrer Beinvenen durch abwechselnden Hacken- und Zehenstand einige Minuten lang in Schwung zu bringen.
  • Wenn Sie an stärkeren Krampfadern leiden, sollten Sie – auch wenn das bei hohen Temperaturen besonders ungern gemacht wird – medizinische Kompressionsstrümpfe tragen.

Langfristig sollten Sie bereits vorhandene Krampfadern untersuchen und entfernen lassen.

Der Einfluss der UV-Strahlung

Wenn Sie bereits an Krampfadern leiden oder dadurch gar schon Pigmentierungen der Beine (meist um die Knöchelregion) haben, schützen Sie sie vor intensiver UV-Strahlung – die Pigmentierungen können dadurch zunehmen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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