Die Behandlung von hormonellen Beschwerden

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©pathdoc - fotoliaHormonelle Beschwerden haben vielfältige Auswirkungen auf das Wohlbefinden (©pathdoc - fotolia)Hormone sind Botenstoffe, die fein auf einander abgestimmt sämtliche Stoffwechselvorgänge im Köper stimulieren und regulieren. Die Hypophyse als übergeordnete Hormondrüse kontrolliert die Ausschüttung. Unsere Hormonsysteme, bestehend aus Schilddrüse (Energiestoffwechsel), Niere (Blutdruckregulation und Wasserhaushalt), Nebennieren (Bildung von Stresshormonen), Bauchspeicheldrüse (Insulinausschüttung) und Keimdrüsen (Bildung von Sexualhormonen) arbeiten wie ein „Schweizer Präzisionsuhrwerk“. Sie greifen wie Rädchen reibungslos in einander. Kommt ein Rädchen - z.B. die Geschlechtshormone - ins Stocken, läuft das ganze System nicht mehr rund.

Bei den Geschlechtshormonen unterscheidet man:

  • Progesteron, eine Vorstufe der Sexualhormone
  • Testosteron, das männlich prägende Hormon
  • Estrogen (früher Oestrogen), das weiblich prägende Hormon
  • DHEA, als „Wohlfühlhormon“ ebenfalls eine Vorstufe

Sexualhormone und deren Wirkung

Sexualhormone dienen nicht nur der geschlechtlichen Reifung unseres Körpers und der Fortpflanzung. Sie bestimmen auch in vielen Bereichen unser tägliches Wohlbefinden, wie z.B.:

  • gute Laune und stabile Nerven
  • schöne Haare und glatte Haut
  • starke Knochen und Muskeln
  • schöne Rundungen und flachen Bauch
  • Libido und guter Schlaf. 

Ein ausgeglichenes Hormonsystem ist unter anderem die Grundlage für körperliches, seelisches und geistiges Wohlbefinden. 

Hormonelle Dsybalance

Leider fühlen sich nur wenige Menschen so wohl wie ein Fisch im Wasser, eher wie ein Fisch auf dem Trocknen. Das liegt vor allem an unserem Lebensstil. Das fängt an bei einer obst- und gemüsearmen Küche, Bewegungsmangel, Trinkwasser aus Plastikflaschen und vielen Medikamenten. Des Weiteren beeinflussen auch Elektrosmog, Umweltverschmutzung, Hektik und Stress unsere Lebensumstände.

Dies kann zu einer hormonellen Dysbalance und vielfältigen Beschwerden führen:

  • Hitzewallungen, Schlafstörungen 
  • Haarausfall, Gewichtszunahme 
  • Potenzproblemen, fehlende Libido
  • unerfüllter Kinderwunsch
  • Zwischenblutungen, Schmerzen bei der Periode
  • Stimmungsschwankungen, Depressionen
  • anhaltende Erschöpfung bis hin zum Burnout.

Hormonspeicheltest

In der naturheilkundlich ganzheitlichen Therapie geht es nun darum, die genauen Ursachen für hormonelle Beschwerden herauszufinden. Dazu ist besonders der Hormonspeicheltest geeignet.
Die Geschlechtshormone sind Steroidhormone, das heißt sie werden aus körpereigenem Cholesterin synthetisiert. Im fließenden Blut sind sie zu 98% an ein Transport-Eiweiß gebunden; nur zu +- 2% liegen sie als aktives, freies Hormon vor. Gebundene Hormone müssen erst im Zellinneren von ihrem Transporter befreit werden, um wirksam sein zu können. Die aktiven, freien Hormone durchfließen leicht die Blut-Speichel-Schranke und sind daher im Speichel nachweisbar. Der Speicheltest wird vom Patienten selbständig zu Hause durchgeführt. Bei Frauen im gebärfähigen Alter findet der Test vom 20. bis 22. Zyklustag statt, bei Frauen, die keine Blutung mehr haben und bei Männern an einem beliebigen Tag.

Hormone, die im Speichel nachzuweisen sind:

  • Progesteron
  • DHEA 
  • Testosteron
  • Estradiol 
  • Estriol
  • Cortisol (Stress-Hormon)
  • Melatonin (Schlafhormon)

Die Durchführung des Speicheltests ist relativ einfach. Da es auch im Speichel tageszeitliche Schwankungen der Hormone gibt, werden zur Bestimmung der Geschlechtshormone am Morgen fünf Speichelproben im Abstand von einer halben Stunde genommen. Für den Cortisol-Test sind nur zwei Proben erforderlich, für Melatonin nur eine in der Nacht. Bei der Interpretation des Speicheltest ist zum einen natürlich die Menge, zum anderen besonders das Verhältnis einzelner Hormone zueinander aussagekräftig. Im Folgenden sind einige der vielfältigen Symptome einer hormonellen Dysbalace dargestellt.

Die möglichen Folgen eines niedrigen Progesteron-Spiegels sind das Prämenstruelle Syndrom, Schlafstörungen, Gewichtszunahme, Brustspannen oder Depression und  Ängste. Ein niedriger Estradiol-Spiegel kann zu trockenen Schleimhäuten, Hitzewallungen, Haarausfall, Falten oder einer Gewichtszunahme führen. Ein niedriger DHEA-Spiegel ist mögliche Ursache für eine allgemeine Leistungsschwäche, glanzloses Haar und trockene Haut, mangelnde Stresstoleranz und eine mangelnde Libido. Folgen eines niedrigen Testosteron- Spiegels sind die fehlende Libido, Muskelabbau und auch Herz- Kreislauferkrankungen. 

Behandlungsmöglichkeiten einer hormonellen Dysbalance

Die Behandlung einer hormonellen Dsybalance erfolgt mit bioidentischen, natürlichen Hormonen in Form von Hormoncremes. Mit homöopathischen und pflanzlichen Arzneimitten wird das Hormonsystem unterstützend stimuliert und reguliert. So individuell die Beschwerden sind, so individuell erfolgt auch die Behandlung.

Neben der Behandlung eines Hormonmangels ist auch die „Work-Life-Balance“ zu betrachten und gegebenenfalls zu überdenken. Stress hat eine ernst zu nehmende negative Wirkung auf das Hormonsystem. Der Alltag sollte entschleunigt, stressvolle Situationen analysiert und verändert werden. Eine vitalstoffreiche, kohlenhydratarme Ernährung kann zu einem besseren Allgemeinbefinden führen. Ausreichend Schlaf und aktive Entspannungsphasen können das vegetative Nervensystem regulieren.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (5)


31.10.2016 - 20:09 Uhr

Ich bin 48 Jahre alt und habe mit starken...

von Daniela H.

... Regelbltungen und auch Zwischenblutungen seit kurzem zu kämpfen. Ich hatte im Sommer bereits eine Auskratzung, da in der Gebährmutter sich ein Poly gebildet hatte. Nach 6 Wochen bekam ich meine Regel und nach 2 Wochen bereits wieder, aber so was von heftig, dass ich erneut ins Krankenhaus musste. Die FÄ wollte mir nun die Pille bzw. die Spirale verschreiben. Da ich aber keine Pille o.ä. nehmen möchte, bin ich etwas verzweifelt, was ich nun tun kann.

22.07.2016 - 11:24 Uhr

Hallo Judith, vielleicht handelt es sich bei Ihnen...

von Francesca C.

... um ein Darm-Problem? Sie sollten einmal einen Gastro-Enterologen oder einen Internisten aufsuchen. Linksseitige starke Schmerzen im Bauch und Blähungen sind typisch für eine Dickdarmentzündung. Frauenärzte sind manchmal Fachidioten. Nur so als Tipp. Ich bin keine Ärztin, kenne aber Darmentzündungen - leider! Gute Besserung.

13.06.2016 - 09:52 Uhr

Ich habe seit über einen 3/4 Jahr immer mit...

von Judith H.

... starken linksseitigen Schmerzen im Unterleib und im Bauch zu tun. Dazu kommen Kreuzschmerzen und auch Blähungen. Um den Eisprung sind die Beschwerden sehr stark. Dann habe ich immer veränderten Ausfluss mit trockener und brennender Scheide zu tun. Laut meinem Frauenarzt und den Untersuchungen ist nichts festzustellen. An wen kann ich mich wenden? Bin jetzt 45 Jahre alt, nehme keinerlei Hormone oder die Pille.

17.01.2016 - 22:42 Uhr

Ich habe viele der hier aufgeführten Beschwerden....

von Karin K.

... Haarausfall, sowie immer mal wieder Herz-Kreislauf Beschwerden, trockenere Kopfhaut bei aber schnell fettenden Haaren und plötzliche Pickel. Außerdem habe ich mit Schlafstörungen, Gewichtszunahme, einer stark reduzierten Libido, anhaltender Erschöpfung, plötzlichem Brustspannen und nun auch noch mit kürzeren Zyklen zu kämpfen. Manchmal habe ich auch Zwischenblutungen, was ich davor nie hatte. Hinzu kommt noch eine leicht erhöhte Anzahl von PCOs an den Eierstöcken. Zudem ist mir nun öfters und schneller kalt, obwohl ich früher nie eine Frostbeule gewesen bin. Die Hormone wurden mehrfach untersucht, aber man konnte mir nicht helfen. Der Leidensdruck wird immer größer. Haben Sie einen Tipp, was das sein könnte, oder welche spezifischen Fragen ich an den Frauenarzt stellen soll? Ich wäre Ihnen sehr sehr dankbar.

Antwort vom Autor am 20.01.2016
Therese Vinnemeier

Hallo Karin K., die Beschwerden, die Sie beschreiben, deuten auf eine ausgeprägte hormonelle Dsybalance hin. Die im Blut gemessenen Hormonwerte können durchaus im Normbereich liegen. Die im Speichel gemessenen "freien" Hormone werden sicherlich einen Mangel aufweisen. Auf dem Markt angebotenen Präparate mit Mönchspfeffer o.ä. werden Ihnen sicherlich nur wenig oder kurze Zeit helfen. Mein Rat an Sie: Suchen Sie einem Arzt oder Heilpraktiker, der einen Hormonspeicheltest und eine ganzheitliche Behandlung mit bio-identischen Hormonen anbietet. Oder vereinbaren Sie mit mir einen telefonischen Beratungstermin. Mit freundlichen Grüßen, Therese Vinnemeier

07.01.2016 - 11:43 Uhr

Gibt es in Regensburg oder Umgebung eine...

von Carola S.

... Gynäkologin, die mit bioidentischen Hormoncremes arbeitet, oder sich damit auskennt? Ich wäre um einen Tipp sehr dankbar.

Antwort vom Autor am 07.01.2016
Therese Vinnemeier

Hallo Carola S., leider kann ich Ihnen keine Gynäkologin oder Heilpraktikerin in Ihrer Nähe nennen. Ich habe meine Ausbildung u.a. bei der Marktapotheke Greiff http://www.marktapotheke-greiff.de/ gemacht. Vielleicht gibt es mittlerweile eine Therapeuten-Liste. Sonst würde ich unter "bio-identische Hormontherapie" und "Heilpraktiker" im Internet suchen. Diese Therapieform wird fast immer von Heilpraktikern durchgeführt. Und wenn Sie gar nicht weiterkommen, rufen Sie mich einfach an! Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen. Mit freundlichen Grüßen, Therese Vinnemeier


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