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Krampfadern besser entfernen: Venenkleber ohne Narkose & Kompressionsstrümpfe

Dr. Fuchs

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© gbh007 - iStockDer Venenkleber verzichtet bei der Behandlung sowohl auf anstrengende Narkosen als auch unbequeme Kompressionsstrümpfe. (© gbh007 - iStock)Krampfadern sind sicher kein kosmetisches Problem. Werden die Beinvenen als sich schlängelnde und krümmende Adern am Bein sichtbar, stimmt etwas mit unseren Venen nicht. Der Rücktransport aus den Beinen hat sich verändert. Das Venenblut staut sich zurück und man spricht vom venösen Stauungssyndrom, der chronischen venösen Insuffizienz oder im Volksmund von Krampfadern. Fachleute, Phlebologen, nennen sie Varizen.

Wer ist von Krampfadern betroffen und welche Folgen können sie mit sich bringen?

Über die Ursachen wird viel diskutiert. Frauen und Männer sind nahezu gleich betroffen. An zu hohen Absätzen liegt es jedenfalls nicht. Jeder zweite Europäer ist in irgendeiner Weise von Krampfadern betroffen.

Mögliche Beschwerden können ganz ausbleiben. Über Schmerzen und geschwollene Beine klagen viele. Hautveränderungen, wie juckende Ekzeme oder Pigmentstörungen bis hin zu braunen Verfärbungen an den Knöcheln sollten ernst genommen werden. Ein offenes Bein, also ein Ulcus cruris venosum, ist die Spätform eines Krampfaderleidens. Soweit sollte es nicht kommen.

Lassen Sie sich stets über alle Behandlungsoptionen aufklären

Interessanterweise fallen Fachleuten oder Vertretern von Berufsverbänden immer nur Methoden zur Behandlung ein, die die Betroffenen belasten. Die Maßnahmen schränken sie anschließend im privaten wie beruflichen Alltag in erheblichem Maße ein. Die konservative Therapie mit Kompressionsstrümpfen wird oft Älteren empfohlen, da sie ein Narkoserisiko haben.

Die Älteren schaffen es aber in der Regel nicht, die Strümpfe anzuziehen und sind daher ständig auf Hilfe angewiesen. Die bekannten gängigen Verfahren wie die Stripping-Operation, der Laser oder die Radiowelle kommen nicht ohne eine Narkose und ohne Kompressionsstrümpfe aus.

Krankenkassen und Ärzte sind durch den Gesetzgeber verpflichtet worden, über alle Verfahren aufzuklären. Auch wenn sie nicht von den Kassen bezahlt werden. Das wird sehr oft vergessen und die Patienten sind auf ihre Eigeninitiative angewiesen.


Gibt es aktuell ein Verfahren, das auf Narkose und Kompressionsstrümpfe verzichten kann?

Der Venenkleber ist eine endovenöse Methode, genauso wie die Laser- oder Radiowellentherapie, allerdings erfordert er keine Narkose. Er benötigt eine örtliche Betäubung wie beim Zahnarzt an der Einstichstelle des Katheters, das ist alles.

Kompressionsstrümpfe? Fehlanzeige! Sie werden nicht gebraucht. Der Eingriff ist ambulant und ohne wesentliche Risiken. Nur ein Pflaster an der Einstichstelle am Ende des Eingriffs bleibt als Erinnerung. Nach 30-50 Minuten (ein Bein oder beide Beine) darf Mann oder Frau sofort wieder alles machen, sowohl im Beruf als auch in der Freizeit.

Wer übernimmt die Kosten für den Eingriff?

Wenn die gesetzlichen Krankenkassen wollten, könnten sie laut Aussage des Bundesversicherungsamtes die Kosten dieser Eingriffe als Einzelfallentscheidung oder über „Integrierte Versorgungsverträge“ (IGV) übernehmen. Wenn Ihre Krankenkasse das nicht versteht, empfiehlt der Patientenbeauftragte der Bundesregierung einen Wechsel in eine zeitgemäße Krankenkasse.

Der Venenkleber als Eingriff ist ein etabliertes und anerkanntes Verfahren. Der Patient und auch die Krankenkasse, wenn sie mitmacht, profitieren vom Eingriff. Denn er ist angemessen, effektiv, kostengünstig und medizinisch zeitgemäß.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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