Krampfadern entfernen ohne Narben und Stützstrümpfe: So funktioniert‘s

Herr Mock

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© jd-photodesign - FotoliaKrampfadern können auch ohne Operation, Narben und Stützstrümpfe entfernt werden (© jd-photodesign - Fotolia)Die sanfte Krampfaderentfernung mittels biologischer Kochsalzlösung ist eine quasi nebenwirkungsfreie und äußerst beliebte Methode. Patienten aus ganz Europa reisen dafür nach Deutschland.

Wie läuft die Behandlung ab?

Die Größe der Adern spielt fast nie eine Rolle. Auch ganz große Krampfadern können ohne Probleme behandelt werden.

Man spritzt mittels eines Venenkatheters konzentrierte Kochsalzlösung in die Krampfader ein. Dazu legt sich der Patient auf die Behandlungsbank und drückt sich die Leiste mit der Handkante ab. Das gewährleistet, dass die Kochsalzlösung nicht in den großen Blutkreislauf fließt. 

Mittels der Umlagerung des Beins lässt man die Kochsalzlösung an die betroffenen Stellen des Beines fließen.

Wenn die Kochsalzlösung ihre Wirkung entfaltet, bemerkt der Patient ein Druckgefühl entlang der Krampfader. Dieses Ziehen wird auf einer Schmerzskala von 0-10 mit maximal 6-8 bewertet. Nach ca. einer Minute ist das Druckgefühl verschwunden. Die Ader beginnt dann, sich zu verhärten.

Der Katheter wird entfernt und der Patient kann nach Hause gehen. Nach 2-12 Wochen weiß man, ob das Ergebnis ausreicht oder ob man nochmals nachbehandelt sollte. Meist genügt eine einzige Behandlung.

Sollte es nur zu einer Verkleinerung der Krampfader kommen, so kann man durch erneutes Spritzen den verbliebenen Rest ebenfalls behandeln.

Erfolge, Risiken und Nachsorge

Die Wirkung sieht man meistens sofort nach der ersten Injektion noch während des Termins. Optisch verschwindet die Krampfader häufig teilweise oder schon komplett. 

Manche Teile der Ader sind dann noch als Verhärtungen unter der Haut zu spüren. Der Körper baut sie in den nächsten Tagen und Wochen ohne weitere Hilfe ab. Innerhalb der folgenden 3-6 Monate sollten die festen Stränge verschwunden sein.

Es besteht bei dieser Methode kein Narkoserisiko. Es gibt auch kein Risiko von Nervenverletzungen. Keine Taubheitsgefühle oder Lymphgefäßverletzungen. Man benötigt keine Wickel oder Stützstrümpfe.

Nach der Behandlung entsteht manchmal ein paar Tage lang ein leichtes Schwellungs- und Spannungsgefühl im Bereich der Krampfader. Der Patient sollte während dieser Zeit laufen oder noch besser Fahrrad fahren. Übermäßige Belastungen wie Wandern und Joggen sollten mit Bedacht ausgeführt werden.

Es gibt nur selten einen Bluterguss, der jedoch nicht im Alltag einschränkt. Die Zeit bis zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit beträgt in der Regel nur 1-3 Tage. Ferner gibt es kein Allergierisiko und der Patient ist sofort wieder gehfähig. Die Kosten im Vergleich zu einer Operation liegen bei nur einem Zehntel.

© Minerva Studio - fotoliaBei Diabetes sind andere Verfahren geeigneter (© Minerva Studio - fotolia)Gegenanzeigen sind die folgenden:

  • akute Venenentzündung
  • Thrombose tiefer Beinvenen
  • sehr schlechter Allgemeinzustand
  • akuter fieberhafter Infekt
  • Diabetes

Wenn Blutverdünnungsmittel eingenommen werden, sollte man sie 3 Tage vor der Behandlung nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt aussetzen.

Behandlungszahlen und Weiterentwicklung der sanften Krampfaderentfernung

1911 entwickelte Prof. Dr. Paul Linser die Methode der Krampfaderentfernung an der Hautklinik der Universität Tübingen. Durch diese Methode wurde er zu einem der ersten Venenspezialisten in Europa.

Die Uniklinik Tübingen behandelte zwischen 1920 und 1970 ca. 70.000 Patienten mit dieser Therapie. Viele niedergelassene Ärzte schlossen sich an. Man schätzt, dass mehr als 100.000 Patienten zu dieser Zeit mit Kochsalz behandelt wurden.

Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte der deutsche Arzt Max-Otto Bruker die Methode weiter. Er verbesserte die Behandlung, indem er immer dünnere Nadeln verwendete. Als Chefarzt der Klinik in Lahnstein bei Koblenz führte er diese Behandlungen bei ca. 20.000 Patienten mit sehr guten Erfolgen durch.

In den 90er Jahren wurde der Allgemeinarzt Dr. Sundaro Köster selber Patient. Er entschied sich, in seiner Praxis nur noch die Kochsalztherapie zu betreiben und begann die Krampfadertherapie zu optimieren. Im Laufe der letzten Jahrzehnte behandelte Dr. Köster ebenfalls mehrere tausend Patienten erfolgreich.

Dr. Bernd Rieger, Internist und Allgemeinarzt in Bamberg, hatte ebenfalls die Ausbildung bei Dr. Köster genossen. Er veränderte die Methode weiter, in dem er die 27-prozentige Kochsalzlösung individuell verdünnte. Dadurch wird die Behandlung angenehmer und sanfter. In der Folge entwickelte der Autor das Konzept hinsichtlich schnellerer Heilungen, Ursachenerkennung und Nebenwirkungen weiter. 

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (4)


29.04.2018 - 15:42 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, gibt es diese...

von Anasztazia L.

... Behandlung in der Uni Klinik Tübingen immer noch und wer ist der Ansprechpartner dort? Oder kann man die Behandlung nur bei ihnen durchführen? Freundlichen Grüßen Anasztazia L.

Herr Mock

Antwort vom Autor am 04.05.2018
Constantin Mock

Das kann ich Ihnen leider nicht beantworten. Rufen Sie doch dort mal an. Ich bin halt auf die Behandlung in Kombination mit energetischer und homöopathischer Nachbehandlung spezialisiert. Wo Sie solch eine Kombination sonst finden kann ich Ihnen nicht sagen. Viel Erfolg weiterhin!

28.02.2018 - 12:24 Uhr

Das Private Institut für Chirurgie München...

von Rainer A.

... empfielt nur Seitenastvenen mit NaCl veröden zu lassen. Ich würde zumindest umgehend selbst informieren und die Behandlung vorher auch noch mit einem Arzt absprechen.

Herr Mock

Antwort vom Autor am 28.02.2018
Constantin Mock

Warum das Private Institut für Chirurgie München angeblich empfehlen soll, nur Seitenast"venen" (Es sind wahrscheinlich Varizen gemeint) mit Kochsalzlösung behandeln zu lassen kann ich nicht nachvollziehen. Ich behandle seit Jahren mit sehr guten Erfolgen tausende von Stammvenen (Große und kleine Rosenvene), sowie auch die Seitenäste mit konzentrierter Kochsalzlösung. Prof. Dr. Linser, der die Methode ursprünglich ins Leben gerufen hatte 1911, sowie Dr. Bruker haben ebenso mit Erfolg Varizen der Stammvenen behandelt. Beste Grüße, Constantin Mock

14.02.2018 - 16:25 Uhr

Habe ebenso die Frage, welche Ärzte im Bereich...

von Friederike K.

... Niedersachsen oder angrenzende Bundesländer die Kochsalzlösung-Behandlung durchführen. Im Zweifelsfall wäre ich aber auch bereit, weitere Strecken / Fahrten auf mich zu nehmen. Vielen Dank für eine E-Mail Rückantwort.

Herr Mock

Antwort vom Autor am 15.02.2018
Constantin Mock

Vereinbaren Sie gerne einen Termin in meiner Praxis: 0651 99 189 089. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich nicht einfach irgendjemand empfehlen kann, ohne die genaue Arbeitsweise gesehen zu haben. Ob die Kochsalzmethode erfolgreich und vor allem sicher ist hängt immer vom individuellen Behandler ab. Deshalb habe ich mich darauf spezialisiert, um routiniert arbeiten zu können. Man braucht viel Übung, Übung, Übung und sollte das nicht nur nebenbei betreiben. Ich kenne auch niemand, der im Bereich Prävention und Nachsorge die gleiche Vorgehensweise hat wie ich. Entscheiden Sie immer nach Ihrem Bauchgefühl. Herzliche Grüße Constantin Mock

14.02.2018 - 13:02 Uhr

Meine Frage: Welche Ärzte im Bodenseeraum führen...

von Ingrid F.

... die Kochsalzlösung-Behandlung bei Krampfadern durch. Welche Kosten kommen auf mich zu? Danke für eine E-mail-Nachricht

Herr Mock

Antwort vom Autor am 14.02.2018
Constantin Mock

Hallo Ingrid F., Betroffene kommen aus ganz Europa zu mir nach Trier in Deutschlands älteste Stadt. Ein Besuch lohnt sich in Trier schon allein wegen der schönen Altstadt. Der Bodensee ist ja nicht so weit weg. Die Kosten und sämtlichen beantworteten Zusatzfragen können Sie auf meiner Webseite einsehen unter: http://www.heilpraktikertrier.de/faq/ Herzliche Grüße, Constantin Mock


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