Krampfadern - Langzeitergebnisse nach dem Venenkleber

Dr. Fuchs

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© puhhha - fotoliaDer Venenkleber hat auch langfristig zu überzeugenden Ergebnissen geführt. (© puhhha - fotolia)In vielen Veröffentlichungen, die sich mit dem Thema Krampfadern befassen, wird gerne darauf hingewiesen, dass keine Langzeitergebnisse für den Venenkleber als sanfte Krampfadertherapie existieren.

Wie werden Krampfadern für gewöhnlich behandelt?

Die bekannteste Methode, die Stripping-Operation, steht seit ungefähr 100 Jahren zur Verfügung und es werden ständig neue Modifikationen veröffentlicht. Es bleibt jedoch Fakt, dass der Chirurg ohne Narkose nicht operieren kann. Des Weiteren, dass in der Nachbehandlung zwei Monate oder länger Kompressionsstrümpfe getragen werden müssen. Der Chirurg kann es nicht ändern, es liegt an der invasiven Technik mit mechanischen Schäden durch die Methode.

Eine Narkose bedeutet jedoch auch, dass Patienten mit Narkoserisiken oder anderen Einschränkungen, überhaupt nicht operiert werden können. Die endovenösen thermischen Verfahren, wie Laser oder Radiowelle, arbeiten mit hohen Temperaturen von circa 120° Celsius. Daher sind hier auch eine ausgedehnte Betäubung, oft auch mit Vollnarkose, und wegen der Schwellneigung Kompressionsstrümpfe erforderlich.

Die Patienten erholen sich schneller, aber diese Bedingungen (Narkose, Kompressionsstrümpfe) sind immer einzuhalten.

Alternative Behandlungsmethoden: Der Venenkleber

Operationsmethoden oder Verfahren, die neu auf den Markt gebracht werden, unterliegen natürlich einer skeptischen, konkurrierenden und kritischen Beobachtung. Der Venenkleber als Verfahren zur Therapie des Krampfaderleidens existiert seit 2010 in Europa.

Entgegen der immer wieder vertretenen Auffassung ist der Venenkleber nicht gefährlich, wenn der Operateur über die entsprechende Erfahrung verfügt. Der Venenkleber, ein Acrylat, ist nicht giftig, nicht krebserregend, führt nicht zu Allergien und ist biokompatibel. Das heißt, er wird aus dem Körper eliminiert, wenn er seine Aufgabe erledigt hat. Dies ist ungefähr nach 12 Monaten der Fall.

Der Venenkleber wird verstoffwechselt und über Nieren und Lunge abgegeben. Es handelt sich auch nicht um ein Implantat.

Ein weiterer Punkt der kritischen Betrachtung sind die Langzeitergebnisse. Die typische Definition hierfür ist eine Untersuchung der Ergebnisse nach fünf Jahren.

Kurzes Fazit: Der Venenkleber bietet die selben Ergebnisse wie alle anderen Verfahren. Die moderne Krampfaderbehandlung braucht also keine Narkose und auch keine Kompressionsstrümpfe. Narkoserisiken und andere Einschränkungen kennt der Venenkleber nicht.

Auch der Patient mit einem Herzschrittmacher oder einer Therapie mit Marcumar muss sich keine Sorgen machen. Patienten, die sich nicht selbstständig Strümpfe anziehen können, brauchen sich bei der Krampfaderoperation mit dem Venenkleber keine Gedanken machen. Denn Kompressionsstrümpfe werden nicht benötigt.

Wie sind die Ergebnisse nach fünf Jahren?

Seit 2013 wende ich den Venenkleber in der Behandlung des Krampfaderleidens an. Dies sind mittlerweile sieben Jahre. Als Facharzt für Gefäßchirurgie und als Phlebologe war das Arbeiten mit endovenösen Kathetern in verschiedenen gefäßchirurgischen Kliniken tägliche Routine. Eine typische Behandlungsmethode in den Kliniken und vielen ambulanten Einrichtungen war die Stripping-Operation. Eine anspruchsvolle Operation in Narkose.

Oft trugen die Patienten ihre Strümpfe nicht. Entweder weil sie es nicht konnten oder die Strümpfe zu eng waren. Mit dem Venenkleber änderte sich viel. Narkoserisiken störten nicht und Kompressionsstrümpfe benötigte der Patient ebenfalls nicht. Der Patient muss nicht nüchtern sein und kann alle Medikamente nehmen, die er nehmen muss, ohne Einschränkungen, ohne Absetzen.

Die Patienten änderten sich nicht, nur die Methode.

Nach fünf Jahren waren über 1.000 Eingriffe durchgeführt. Zu einem Rezidiv, also einem Wiederkehren von Krampfadern, kam es in 3 bis 4 Prozent der Fälle. Das ist identisch mit den Ergebnissen aller anderen am Markt verfügbaren Methoden. Nach fünf Jahren sind also 96 Prozent der behandelten Patienten frei von Rückfällen.

Mit welchen Komplikationen ist der Venenkleber verbunden?

Nerven- oder Lymphbahnverletzungen finden sich beim Venenkleber nicht, da hier keine mechanischen oder thermischen Schäden im Gewebe gesetzt werden.

Typisch ist in den ersten 14 Tagen nach dem Eingriff das Auftreten von entzündlichen Veränderungen (Phlebitis) im Verlauf der behandelten Vene. Jeder zehnte Patient berichtet davon. Das ist jedoch keine Komplikation. Es handelt sich hier um eine Begleiterscheinung, wie auch durchaus an der Punktionsstelle für den Katheter ein Bluterguss auftreten kann.

© sean - iStockDer Venenkleber ist für alle Altersklassen geeignet, sodass es wenig Kontraindikatoren für die Behandlung gibt. (© sean - iStock)

Gibt es eine Situation, in der der Venenkleber in der Behandlung von Krampfadern nicht einsetzbar war oder ist?

Eine Altersbeschränkung gibt es für den Venenkleber nicht. Die jüngste Patientin war 16 Jahre, der älteste 95 Jahre.

Wenn eine Stripping-Operation, eine Laser- oder Radiowellentherapie möglich sind, kann das Krampfaderleiden auch mit dem Venenkleber behandelt werden.

Weiteres finden interessierte Leser in meinen Veröffentlichungen bei jameda.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (7)


08.07.2020 - 17:37 Uhr

Herzlichen Dank, Herr Dr. Fuchs, für Ihre schnelle...

von B. Müller

... und für mich sehr hilfreiche Antwort. mit freundlichen Grüßen B. Müller

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 10.07.2020
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr gerne. Gerne informiere ich die Leser meiner Artikel und Interessierte am Verfahren Venenkleber. Stets muss ich mit Überraschung feststellen, dass der Informationspflicht entsprechend nicht wirklich alle Optionen angesprochen werden. Die alte Methode "Stripping-Operation" ist nicht grundsätzlich abzulehnen, wir müssen nur einfach feststellen, dass dies nicht die Lösung für alle Patienten darstellt. Wenn ich mit dem Venenkleber auf Narkosen und Kompressionsstrümpfe verzichten kann, kann typischerweise jeder Patient behandelt werden. Alle Verfahren sind gleichwertig und können gegeneinander ausgetauscht werden. Also die Aussage, dass der Patient nur mit diesem einen Verfahren behandelbar ist, ist unbegründet und liegt vielmehr daran, dass der Behandler keine Expertise für andere Verfahren aufweist. Unabhängig davon, wie sich der Patient entscheidet, unabhängig davon, ob das Verfahren vom Kostenträger bezahlt wird oder nicht, als Arzt, aber auch als Krankenkasse, muss ich über alle verfügbaren Methoden aufklären. So schreibt es der Gesetzgeber im Patientenrechtegesetz vor. Und als Herr Laumann, aktuell Gesundheitsminister in NRW, noch Patientenbeauftragter der Bundesregierung war, hat er allen gesetzlich Versicherten, die von ihrer Krankenkasse eine Kostenübernahmeablehnung für ein bestimmtes Verfahren erhalten haben, empfohlen, ihre Krankenkasse zu wechseln und dorthin zu gehen, wo man effektiv, angemessen und wirtschaftlich arbeitet. Seien Sie modern und suchen Sie sich den richtigen Partner aus, bei den Versicherern und bei den Behandlern. Beste Grüße aus Köln Dr. Fuchs - venenkleber.koeln

08.07.2020 - 14:58 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Fuchs, Sie schreiben, der...

von Brigitte M.

... Venenkleber wird verstoffwechselt und über Nieren und Lunge abgegeben. Ist das Verfahren dann bei Niereninsuffizienz (GFR etwa bei 55) geeignet?

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 08.07.2020
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrte Frau Brigitte M., absolut ja, insbesondere bei denen von Ihnen angegebenen Werten. Mit dieser Aussage der Verstoffwechselung soll zum Ausdruck gebracht werden, dass der Kleber auch wieder aus dem Körper verschwindet. Die Niere nimmt keinen Schaden davon. Da der Kleber seit 60 Jahren in der Medizin im Einsatz ist, weiß man auch sehr viel über ihn. Das Einsatzgebiet Krampfadern ist eher ein Schauplatz gewesen, an den man zunächst nicht gedacht hat. In einer Gruppe von fünf deutschen Zentren habe auch ich meine Ergebnisse eingebracht. In den letzten 8 Jahren können wir mit Überzeugung sagen, hat sich für uns der Venenkleber als eine hervorragende Alternative herausgestellt. Und mit uns meine ich auch meine Patienten, die auch mit vielen Vorerkrankungen, auch Nierenkranke oder Organtransplantierte, zu mit kamen. Auf eine Narkose verzichten zu können und keine Kompressionsstrümpfe tragen zu müssen, ermöglicht mir, auch Risikopatienten behandeln zu können, die ansonsten immer gerne nach Hause geschickt und sich selbst überlassen werden. Mit besten Grüßen aus Köln Dr. Fuchs

08.03.2020 - 16:49 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Fuchs, da man mir...

von Doris K.

... angeraten hat, meine Varizen zu entfernen, ich jedoch Angst wegen der Vollnarkose habe und das Tragen und Anziehen von Kompressionsstrümpfen als sehr unangenehm empfinde, hat mich der Artikel über das Verkleben sehr angesprochen! Ich würde dieses Verfahren sehr bevorzugen und gerne wissen, ob die Krankenkasse dafür die Kosten übernimmt. Mit freundlichen Grüßen Doris K.

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 10.03.2020
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrte Frau K., mal ja, mal nein. Schreiben sie mir gerne eine Email mit Angabe Ihrer Krankenkasse an info@venenkleber.koeln Dann können wir genaueres sagen. Da auf Kompressionsstrümpfe und eine Narkose verzichtet werden kann, sind Krankenkassen immer öfter dazu bereit, Ihre Versicherten zu unterstützen. Dr. Fuchs - Köln

29.01.2020 - 21:15 Uhr

Sehr geehrter Herr Doktor Fuchs, arbeiten Sie...

von Dieter T.

... ausschließlich mit VenaSeal oder auch dem türkischen Kleber? Danke.

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 30.01.2020
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrter Herr T., Sie sind gut informiert und das freut mich ganz besonders. Ich habe vom türkischen Kleber gehört, eine Materialprobe aber noch nie gesehen. Diesem Kleber wird nachgesagt, dass er sehr flüssig ist und auch nach der Aushärtung eine ganz andere Konsistenz, nämlich viel härter als VenaSeal, hat. Gerade die dickflüssige Konsistenz und die gelartige Verfestigung machen den VenaSeal-Kleber aus und verhindern Probleme bei der Anwendung. Nichts anderes wird in meinem OP verwendet und dies aufgrund der besonderen Materialeigenschaften des 2-N-Buty-Cyanoacrylates von VenaSeal. Beste Grüße - Dr.Fuchs

25.01.2020 - 10:49 Uhr

Ich habe vermehrt gelesen, dass es nicht so sicher...

von Marlies

... ist, dass sich der Kleber auflöst. Ja, dass er sogar wandern kann, z. B. in das tiefe Venensystem. Können Sie zu dem Thema mehr Informationen und Quellen nennen? Danke.

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 27.01.2020
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrte Frau Marlies X, immer wieder werde ich auf dieses Thema angesprochen, auch nach Vorträgen von Kollegen. Aktuell auf dem letzten Kongress der Fachgesellschaft der Phlebologen wurde eine Untersuchung vorgetragen, bei dem die Antwort ganz eindeutig war. Venengeklebten Patienten hat ein Team in einer offiziellen Studie nach drei Jahren Gewebe entnommen. Die verklebte Venen war zu einem dünnen Narbengewebe abgeheilt, wie man das bei anderen Verfahren genauso sieht. Histologische und chemische Untersuchungen konnten keinen Venenkleber oder mögliche Zerfallsprodukte nachweisen. Der Kleber zeigte sich komplett resorbiert. Dies weis man auch aus den letzten 60 Jahren der Verwendung dieses Klebers aus anderen medizinischen Bereichen. Gerne wird Ihnen die zuständige Firma Medtronic für Quellen und Studien zur Verfügung stehen. Es existieren keine Fallbeschreibungen oder Berichte, dass der Kleber sich gelöst und ins tiefe Venensystem embolisiert wäre. Mit besten Grüßen - Dr. Fuchs

24.01.2020 - 14:18 Uhr

Guten Tag Herr Dr. Fuchs, man liest aber auch,...

von Dieter T.

... dass mehr als 1,2-1,8 ml Kleber je Krampfader verwendet wird (bis zu 6 ml) und dass sich der Kleber nicht so einfach auflöst, ja sogar wandert (z. B. ins Tiefenvenensystem). Dazu findet man im Internet Erfahrungsberichte nur auf ihrer jameda-Seite. Es wäre zu schön gewesen, aber ich kann nicht auf Grundlage einer Aussage entscheiden.

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 27.01.2020
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrter Herr T., auf jedem Set befinden sich zur Verwendung 5ml Venenkleber, so dass die Aussage mit 6ml verwendetem Venenkleber nicht der Realität entsprechen kann, denn dann müßte der Behandler ein weiteres Set für über 1000.-€ öffnen, was er aus wirtschftlichen Gründen alleine schon nicht macht. Wer auch immer diese Äußerungen ins Netz stellt, müsste das genauer erklären. Dies geschieht leider nicht. Ich stehe für Transparenz und werde jede Frage offen beantworten. Meine Aussagen zu diesem Thema sind nicht die einzigen. Aktuell finden Sie bei einem Kollegen in Rostok und in seinem Zweitsitz in Berlin weitere interessante Artikel. Herr Kollege Dr. Zierau kann noch mehr Venenverklebungen aufweisen, als ich es mit meinen über tausend Eingriffen kann. Immer wieder wird der Venenkleber auf Praxishomepages beworben. Fragt man dann weiter nach: Schwarzes Loch. Dafür kann ich leider nichts. Dass der Venenkleber komplett resorbiert wird, hat eine in 2019 veröffentlichte Unterssuchung, die drei Jahre nach Durchführung des Eingriffes erfolgte, ergeben. Es wurde Gewebe entnommen, histologisch und chemisch untersucht. Ergebnis: Vene weg, Kleber weg. Theoretisch kann der Behandler natürlich den Kleber in die tiefe Vene absetzen, wenn er nicht weis, was er tut. Aber das ist leider immer so. Allgemein als Gutachter sehe ich viele Fälle, in denen kein technisches, sondern menschliches Versagen vorgelegen hat. Wird der Kleber in vier bis fünf Zentimeter Entfernung von der tiefen Vene platziert, dann bewegt er sich noch maximal 2 bis 4mm, dann klebt er fest. Zwischen den einzelnen Klebepunkten besteht eine fadenartige Verbindung, so wie die Spinne nicht abstürzt, sondern einen Faden wirft. Ich kann Ihre kritische Einstellung verstehen. Wenn das Produkt Venenkleber, also chemisch Cyanoacrylat, erst gestern auf den Markt gekommen wäre, könnte ich das noch mehr verstehen. Cyanoacrylat wurde 1943 gefunden und wird seit 1960 in der Chirurgie und vielen anderen operativen Fachgebieten verwendet. Erstmalig in der Kinderchirurgie in Heidelberg durch Prof. Heiss. Da gab es Laser oder Radiowelle noch gar nicht. Der Kleber ist nicht giftig, nicht krebserregend, nicht allergisierend und biokompatibel, also komplett resorbierbar. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat den Venenkleber ohne Beanstandung zugelassen. Die deutsche Behörde, das G-BA, hat keine einzige operative Therapieform für die Krampfaderbehandlung bewertet, also werder die Stripping-OP, noch Laser oder Radiowelle. Und die bei den thermischen Verfahren Laser und Radiowelle verwendete Beinbetäubung Tumeszenzlokalanästhesie ist off-label-use. Gerne stehe ich für weitere Fragen zur Verfügung. Als überzeugter Chirurg, der seit über dreißig Jahren operiert, nehme ich den Venenkleber, weil jeder Schnitt und jede Narkose, auf die ich verzichten kann, mehr Sicherheit für meine Patienten bietet. Beste Grüße aus Köln - Dr. Fuchs

12.01.2020 - 02:06 Uhr

Hallo, ich bin fast 68 Jahre alt u. wohne im...

von W. P.

... Kreis Minden (OWL). Wegen Varizen und Veneninsuffizienz in beiden Beinen stehe ich vor der Entscheidung, eine Varizen-OP machen zu lassen. In einer lokalen Fachklinik wurde mir zur Stripping-OP bis in die Leiste geraten (wobei die Klinik ausschließlich dieses Verfahren anwendet). In einem ambulanten Gefäßzentrum riet mir der Phlebologe zur Laserbehandlung. Nun wurde ich durch Ihren sehr differenzierten Beiträge auf die Verklebemethode aufmerksam. Ich habe folgende Fragen: 1. Können Sie mir Phlebologen, Gefäßzentren oder Kliniken in diesem Raum nennen, die das Verfahren der Venenverklebung anbieten? 2. Spielt die Größe der Aufweitung der Venen/Stammvene für das Verkleben eine Rolle? 3. Welches Verklebungsmittel empfehlen Sie? 4. Ist die endovenöse Lasertherapie ab einem bestimmten Durchmesser der Venen oder bei einem Aneurisma der Stammvene in Leistennähe kontaindiziert? Wie groß ist bei diesem Verfahren die Gefahr von Nervenschädigungen? 5. Sie schreiben, dass eine gebräuchliche Form der Lokalanästhesie der Beine bei OPs der Beinen nicht erlaubt sei. Warum wird sie dann von Kliniken bzw. Praxen trotzdem angewendet? Vielen Dank für Ihre Antworten. Mit freundlichen Grüßen Wolfgang P.

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 16.01.2020
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrter Leser, ad.1 Hamburg oder Berlin ad. 2 Nein, Verklebungen bis 20mm werden beschrieben, teilweise auch 25mm. ad. 3 Es gibt als Kleber nur VenaSeal Cyanoacrylat ad.4 Das läßt sich nicht wirklich beantworten. Durchmesser bis 20mm können behandelt werden, teeilweise auch bis 25mm. Durch die Hitze von 120°C kommt es häufiger zu Nervenläsionen. Auch bei der Radiowelle. Auch beim Stripping. Beim Klebeverfahren nicht, da hier keine mechanischen oder thermischen Schäden gesetzt werden. ad. 5 Die Tumeszenzlokalanästhesie ist off-label-use. Sie darf immer nur dann angewendet werden, wenn eine spezielle Einzelaufklärung vom Patienten unterschrieben vorliegt. Beste Grüße aus Köln - Dr.Fuchs


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