Krampfadern schmerzfrei mit dem Venenkleber entfernen

Dr. Fuchs

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© puhhha - fotoliaMit Venenkleber können Krampfadern ohne Schmerzen entfernt werden (© puhhha - fotolia)Es ist von großer Bedeutung, verschiedene Verfahren in der Behandlung von Krampfadern zu vergleichen. Das Angebot möglicher Eingriffe reicht von mechanischen Methoden, wie dem Stripping-Verfahren oder einer Ultraschall-Katheterverödung, bis zu modernen Möglichkeiten der Krampfader- Entfernung.

Wie wird der Venenkleber eingesetzt?

Unter den endovenösen Verfahren zählt der Phlebologe die Radiowelle, die Laserverödung, die Heißdampf-Behandlung und den Venenkleber auf. Auch wenn der Venenkleber das neueste Verfahren darstellt, wird er bereits seit 60 Jahren in der Medizin angewandt. Vielen ist der Kleber ein Begriff, wenn Hautwunden zu verschließen sind, ein Sprühpflaster aufzutragen ist oder blutende Gefäße verklebt werden.

Seine Einsatzmöglichkeiten haben sich seit seiner Einführung 1960 in die Kinderchirurgie der Universität Heidelberg um ein Vielfaches vermehrt. Der Venenkleber ist seit 2010 europaweit zugelassen.

Welche Risiken hat der Venenkleber?

Der Venenkleber ist nicht schädlich. In den letzten 60 Jahren seiner medizinischen Anwendung konnten weder Vergiftungserscheinungen festgestellt werden noch ist er Krebs erregend.

Auch Allergien sind ausgeschlossen.  Im Verlauf der Heilung treten über der behandelten Krampfader, wie übrigens bei den anderen Verfahren auch, manchmal Rötungen oder Verhärtungen auf. Das ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Gefährlich ist es auf keinen Fall und kann mit Eis oder Salben behandelt werden.

Wie funktioniert der Venenkleber?

Das Ziel der Behandlung ist, dass das Blut nicht mehr falsch durch die Vene zurückfließt. Ist die Vene verklebt, ist dieses Ziel erreicht und die anderen, gesunden Venen können wieder normal arbeiten. Der Körper verändert die Vene mitsamt Kleber in eine narbige Struktur, die der Patient ganz zu Anfang noch ertasten kann. Üblicherweise ist die Krampfader und der Venenkleber nach 12 bis 18 Monaten verschwunden.

Für die Behandlung ist keine Narkose notwendig, da mit Ausnahme eines Nadelstiches wie beim Blutabnehmen keine Schmerzen entstehen. Es kommt außerdem zu keinen Verletzungen und Schwellungen, so dass auf Kompressionsstrümpfe verzichtet werden kann.

Der Venenkleber in der Übersicht

Nach fünf Jahren Anwendung gibt es aus meiner Sicht keine wirkliche Alternative zum Venenkleber. Warum? Es gibt keine Narkoserisiken und der Patient muss weder nüchtern sein noch Medikamente für den Eingriff absetzen. Patienten müssen sich nicht mehr in die engen Strümpfe quälen und der Alltag des Patienten beginnt direkt nach dem Eingriff. Aus medizinischer Sicht gibt es keine Krampfader, die mit einem anderen Verfahren besser zu behandeln wäre. Auch große Krampfadern lassen sich effektiv verkleben.

Wenn der Patient einen Phlebologen aufsucht, der die notwendige Erfahrung mit dem Venenkleber hat, sind keine Komplikationen zu erwarten. Begleiterscheinungen wie Rötungen und Verhärtungen treten immer wieder auf. Es handelt sich hier jedoch keinesfalls um Komplikationen. In der modernen, schonenden Krampfaderbehandlung ist der Venenkleber alternativlos. Und das zu jeder Jahreszeit.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (2)


10.07.2017 - 17:41 Uhr

Ich hatte ungefähr vor zehn Jahren eine...

von Kurt M.

... Thrombose. Kann man jetzt auch noch Krampfadern behandeln oder entfernen lassen?

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 11.07.2017
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrter Herr Kurt M., im Prinzip: Ja! Es muss nur folgendes beachtet werden: 1. Welche Venen waren damals betroffen? 2. Sind die tiefen Venen heute immer noch verschlossen? 3. Müssen die oberflächlichen Venen für den Rückstrom des Venenblutes erhalten werden? Diese Fragen lassen sich durch eine normale Ultraschalluntersuchung beantworten. Sind die Fragen 2. und 3. mit Nein zu beantworten, können die Krampfadern behandelt werden. MfG Dr.Fuchs

08.06.2017 - 18:27 Uhr

Ist die Venenklebermethode auch bei einer...

von Ute K.

... geschlängelten Stammvene indiziert?

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 12.06.2017
Dr. med. Jörg Fuchs

Guten Tag Frau Ute K., der Venenkleber ist eine Methode wie die anderen Katheterverfahren auch, also Laser, Radiowelle. Auch das Stripping erfolgt über eine Sonde. Jede Stammvene, die sich mit einem Katheter oder einer Sonde durchfahren läßt, also auch eine geschlängelte, kann selbstverständlich auch mit dem Venenkleber-Katheter behandelt werden. Bei Sondersituationen, wie Rezidiv-Krampfadern, lassen sich über gezielte Verklebungen auch Lösungen anbieten. Wenden Sie sich gerne per Email an mich oder besuchen Sie meine Sprechstunde. Gerne helfe ich Ihnen weiter. MfG Dr.Fuchs


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