Krampfaderbehandlung: Diese Verfahren helfen gegen Varikosis

Wie entstehen Krampfadern und welche Behandlungsmöglichkeiten helfen? (© Picture-Factory - fotolia)

Krampfaderleiden (Varikosis) sind mehr als nur ein kosmetisches Problem - und kein seltenes. Wie können sie behandelt werden? 

Mögliche Folge-Erkrankungen bei Krampfadern

Krampfadern können zur chornisch venösen Insuffizienz führen, bei der das Blut in den Beinen nicht mehr richtig abfließen kann. 

Die Häufigkeit aller Stadien der chronisch venösen Insuffizienz beträgt in der europäischen Bevölkerung 60 Prozent. Unter ausgeprägten Veränderungen leiden fünf Prozent.

Unbehandelt können Krampfadern zu weiteren Beschwerden und Folge-Erkrankungen führen, wie z.B.:

  • Hautveränderungen
  • Venenentzündungen
  • Geschwüren
  • Varizenblutungen
  • tiefe Beinvenenthrombosen

Wie entstehen Krampfadern und was sind die Symptome?

Die Stammveneninsuffizienz mit Krampfadern entsteht, wenn sich Venenwand und -klappen zurückbilden und die Pumpfunktion verloren geht. Dadurch fließt das venöse Blut zurück in die Beine. Begünstigende Faktoren sind

  • Alter
  • bestimmte Berufe
  • Übergewicht
  • genetische Vorbelastung

Außerdem sind Frauen häufiger betroffen als Männer.

Neben den sichtbaren Zeichen leiden Patienten auch unter

  • Schweregefühl
  • Spannungsgefühl
  • stechenden Schmerzen bei längerem Stehen oder Sitzen

Wie Krampfadern diagnostiziert und behandelt werden können

Die Diagnostik wird über eine klinische Untersuchung und eine Ultraschalldarstellung der Venen durchgeführt. Dabei wird auch die Venenklappenfunktion geprüft. In Ausnahmefällen erfolgt eine Venendarstellung mit Kontrastmittel.

Es gibt mehrere Behandlungsmöglichkeiten: 

  • Das Krampfaderleiden kann zunächst mit Kompressionsstrümpfen konservativ behandelt werden. Sie müssen dauerhaft getragen werden. Weiterhin ist es sinnvoll, die Beine hochzulagern, zu schwimmen und Venengymnastik durchzuführen.
  • Wenn das Krampfaderleiden zunimmt, macht eine Operation Sinn. Neben dem kosmetischen Ergebnis sollen hier vor allem Beschwerden gelindert und die Lebensqualität verbessert werden. Dazu stehen im Wesentlichen drei Therapie-Optionen zur Verfügung:
  1. Zum einen die Schaumsklerosierung der Stammvene, der Seitenäste und der Besenreiser. Sie verklebt die Venenwände und verschließt somit die Vene. Das Verfahren führt zu guten kosmetischen Ergebnissen, allerdings sind mehrere Sitzungen erforderlich.
  2. Eine weitere Option ist die klassische Varizenoperation. Hier wird die insuffiziente Stammvene mit allen Seitenästen entfernt.
  3. Zudem gibt es die Möglichkeit, die Vene mit Laser oder Radiofrequenz abzutragen. Dieses Verfahren kann minimalinvasiv durchgeführt werden und hat ebenfalls gute kosmetische Ergebnisse. Die Vene bleibt dabei im Bein. Der Eingriff wird in der Regel ambulant durchgeführt.

Was ist vor der Behandlung zu beachten?

Arzt und Patient sollten gemeinsam über die möglichen Therapien sprechen und individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abstimmen. Eine große Rolle spielen hierbei:

  • Invasivität
  • Kosmetik
  • Sicherheit
  • Schmerzbelastung
  • Kosten der Methode

Das Krampfaderleiden ist ein häufiges und ernst zunehmendes Krankheitsbild mit zum Teil erheblichen Folgekomplikationen und sollte frühzeitig behandelt werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (2)

Tanja, 07.11.2018 - 16:37 Uhr

Es ist toll ,dass Sie neben der Proktologie auch anbieten ,sehr vielseitig und toll! Freue mich über jede Info!

FKayy, 09.08.2018 - 23:22 Uhr

Toller Bericht und die Informationen rund um Besenreiser/ Krampfader! Und danke dass sie es uns zur Verfügung stellen! Weiter so, denke viele Frauen sind betroffen! :-)

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