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Krampfadern schonend entfernen mit Radiofrequenzablation

Dr. Wolf

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© urope - fotoliaDie Radiofrequenztherapie ist eine vielversprechende Behandlungsmethode bei Krampfadern. (© urope - fotolia)In Mitteleuropa stellen Krampfadern (Varikose) und daraus resultierende Probleme eine Volkskrankheit dar. 15-20 % der erwachsenen europäischen Bevölkerung leidet an einer Varikose.

So arbeiten die Venen

Zum Verständnis der Erkrankung lohnt sich ein Blick auf die Funktionsweise der Venen. Venen sind Blutgefäße, also Schläuche, in denen Blut fließt. Das Venensystem der Beine hat die Aufgabe, das Blut zu Herz und Lunge zurückzubringen. Die Venen sind also das „Abwassersystem“ der Beine. Denn das verbrauchte Blut fließt durch die Venen ab. Venen dürfen nicht mit ihrem Gegenstück, den Arterien (Schlagadern), verwechselt werden. Arterien sind das „Frischwassersystem“, in ihnen fließt frisches Blut mit hoher Geschwindigkeit in die Beine hinein.

Im Gegensatz dazu ist die Flussgeschwindigkeit in den Venen sehr langsam, der Transport aus den Beinen heraus ist mühsam, da er im Sitzen und Stehen gegen die Schwerkraft fließen muss. Ventilklappen in den Venen verhindern, dass das Blut in die falsche Richtung fließt und im Bein bleibt.

Wie entstehen Krampfadern und wie machen sie sich bemerkbar?

Krampfadern entstehen, wenn diese Ventilklappen nicht funktionieren. Diese Klappendefekte sind oft vererbt und treten meist im Erwachsenenalter zutage. Bei Frauen passiert das häufig während oder nach einer Schwangerschaft. Am häufigsten betroffen ist die „Vena saphena magna“, die von der Leiste an der Innenseite des Beins zum Knöchel verläuft.

Bei defekten Klappen staut sich das Blut in der Vena saphena magna und ihren zahlreichen Seitenästen. Die verdickten Venen treten sichtbar an der Haut hervor, häufig in geschlängeltem Verlauf: Krampfadern entstehen! Der gekrümmte Verlauf führte zum Begriff „Krampfader“, welcher aus dem mitteldeutschen Wort „Grumbader“, also „krumme Ader“, hervorgegangen ist. Mit „Krampf“ haben Krampfadern demnach nichts zu tun.

Der dauernde Blutstau in den Venen führt zu typischen Problemen:

  • Beinschwellung
  • Schweregefühl
  • Schmerzen
  • Juckreiz
  • Überwärmung
  • violette Verfärbung der Haut

© bilderzwerg - fotoliaWenn die Venenklappen nicht mehr richtig schließen, kann das Blut ungehindert zurückfließen. (© bilderzwerg - fotolia)Da die meisten Menschen in Deutschland im Sitzen oder Stehen arbeiten, was den Blutstau in den Beinen stark fördert, sind hierzulande viele Menschen betroffen. In den Sommermonaten sind die Beschwerden stets ausgeprägter. Bleiben Krampfadern über viele Jahre unbehandelt, kann es zu gefährlichen Wunden kommen, es entsteht ein „offenes Bein“ (Ulcus cruris). Dies ist eine schwerwiegende Komplikation der Krampfadern, deren Behandlung langwierig und oftmals nicht von Erfolg gekrönt ist. Man sollte es also nicht so weit kommen lassen!


Was ist die Radiofrequenzablation?

Ein modernes operatives Verfahren zur Beseitigung der Krampfadern stellt die Verödung durch Radiofrequenzablation dar. Sie hat sich in den letzten Jahren dank zahlreicher Vorteile fest etabliert. Im Rahmen eines kleinen Eingriffs wird eine Sonde in die erkrankte Vene eingeführt. Über diese Sonde wird die betroffene Vene durch kontrollierte Anwendung hoher Temperaturen gezielt verödet, also verschlossen. Das Verfahren kann mit einer Behandlung optisch störender Krampfadern bzw. Besenreisern kombiniert werden. Wir führen den Eingriff ambulant unter Vollnarkose durch, eine lokale Betäubung ist auch möglich.

Sofern beide Beine betroffen sind, können diese gleichzeitig im Rahmen eines Eingriffes behandelt werden. Nach der OP ist man – im Gegensatz zur klassischen Venenoperation – sehr schnell beschwerdefrei. Dies liegt daran, dass die Radiofrequenzablation deutlich schonender ist, unter anderem kann auf einen schmerzhaften Leistenschnitt verzichtet werden. Wir empfehlen, am operierten Bein für eine Woche Kompressionsstrümpfe zu tragen. Danach sind fast ausnahmslos alle Patienten beschwerdefrei und wieder arbeitsfähig.


Wer bezahlt die Radiofrequenzablation?

Viele gesetzliche Krankenkassen (AOK, DAK und die meisten Betriebskrankenkassen) übernehmen mittlerweile die Kosten der Behandlung. Voraussetzung ist, dass sie durch Ärzte durchgeführt wird, die nachweislich über große Erfahrung mit der Methode verfügen. Sollte Ihre Kasse die Behandlung nicht übernehmen, beraten wir sie gerne zum weiteren Vorgehen. Private Krankenkassen bezahlen das Verfahren ohne Abzug.

Zur Untersuchung und Beratung vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserer Praxis.

Verfasst von Dr. med. Oliver Wolf und Priv.-Doz. Dr. med. Tobias Traeger 

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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