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„Krumme Venen kann man nicht mit Kathetern behandeln?“

Dr. Netzer

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© Dr. med. Florian Netzer© Dr. med. Florian NetzerObwohl schon viele Chirurgen anstelle des konventionellen „Strippings“ („Ziehen der Venen“) auf eine sanfte und effiziente Radiofrequenzkathetertechnik umgestiegen sind, werden meist nur die langstreckig geraden Anteile der Stammvenen (Große und Kleine Rosenvene) mittels dieser Technik behandelt.

Stark gekrümmte Venen – letztlich also die sichtbaren und störenden „Krampfadern“ – werden aber meist weiterhin mittels Häkchen über kleine Schnitte aus der Haut gezogen mit der Begründung, dass ein Katheter sich nicht durch diese gebogenen Venen führen lasse. Dies stimmt aber nur für die steifen Radiofrequenz- und Laserkatheter.

Hier kann man durch die Verwendung entsprechend flexibler, weicher Katheter – etwa dem sehr weichen und flexiblem Heißdampfkatheter – problemlos auch diese Venen ohne Schnitt behandeln.

Das linke Bild zeigt eine typische, stark gekrümmte Krampfader am Bein einer 42-jährigen Patientin.

Für das rechte Bild wurde ein Dampfkatheter dem Venenverlauf weitgehend folgend auf die Haut derselben Patientin aufgeklebt, um zu demonstrieren wie biegsam das Instrument ist.

Es ist also nicht eine Frage der Venenkrümmung, ob diese mit Kathetern ohne Schnitt und Stripping behandelt werden können, sondern der Verfügbarkeit verschiedener Kathetertechniken und deren Beherrschung durch den behandelnden Arzt.

Prinzipiell gibt es nicht „den einen Goldstandard“-Katheter, der allen Situationen gerecht würde: der oben gezeigte Dampfkatheter etwa weist bei der Behandlung der langen Stammvenen (Große und Kleine Rosenvene) durchaus Schwächen auf, die der häufigste Radiofrequenzkatheter „CLOSURE FAST®“ nicht hat. Letzterer aber ist eben tatsächlich zu steif um in gekrümmte Gefäße eingeführt zu werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


19.03.2014 - 18:43 Uhr

bin vor Jahren operiert worden an der Magna links,...

von Simone

... hatte dann ein Rezidiv...das mit Schaum verödet wurde und rechts durch LASER behandelt...hochzufrieden....was ich nicht verstehe...warum übernehmen die Kassen diese Behandlung nicht...leg ich mich in ein KH kostet es das BETT, DIE OP, den ANÄSTHESISTEN..etc....und gelasert wird ambulant...man ich schneller wieder einsetzbar im Berufsleben und hat weniger Schmerzen, keine Hämatome etc....MEINEN FREUNDEN RATE ICH ALLEN SICH LASERN ZU LASSEN...und wenn es dann heißt, zu großvolumig die Gefäße, nunja...da gibt es Spezialisten die den ganzen Tag nichts anderes machen als Venen zu lasern...das sind Profis...:-D....fast alles ist machbar....ich würde mich nur noch lasern lassen....

Dr. Netzer

Antwort vom Autor am 20.03.2014
Dr. med. Florian Netzer

Sehr geehrte Simone, Sie haben Recht: ein erfahrener Spezialist (beides ist wichtig: viel Erfahrung und sich nur auf eine einzige Behandlung zu konzentrieren, damit man diese aus dem "ff" beherrscht) kann mithilfe der Katheterverfahren heute jede Art von oberflächlicher Venenbehandlung komplett ohne Schnitt behandeln. Im kommenden Jahr wird dazu das erste Lehrbuch (für Operateure) überhaupt im DE GRUYTER Verlag (z.B. "Der Pschyrembel") verlegt, an dem wir gerade in einer internationalen Expertengruppe fleissig arbeiten und hoffen, diese Botschaft auch allen anderen Venenoperateuren so zugänglich zu machen. Freundliche Grüße Dr. F. Netzer


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