Präeklampsie nach der Geburt: Symptome & Behandlung

Eine Präklampsie kann auch Wochen nach der Geburt vorkommen. Achten Sie daher auf die Symptome. (© drubig-photo - fotolia)

Das Motto des Welt-Präeklampsie-Tags am 22. Mai lautet: „Seien Sie vorbereitet, bevor der Blitz einschlägt: Kennen Sie Ihre Symptome!“


Wie macht sich eine Präeklampsie bemerkbar?

Die Präeklampsie kann etwa ab der zwanzigsten Schwangerschaftswoche und bis zu sechs Wochen nach der Geburt auftreten.

Die Symptome zeigen sich in Form von

  • starken Kopfschmerzen
  • Oberbauchbeschwerden
  • Augenflimmern
  • Schwindel
  • Sehstörungen
  • allgemeinem Unwohlsein
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • individuellen Symptomen

Da die Präeklampsie sehr schwere Komplikationen mit sich bringt, sollte überlegt werden, ob alle Frauen die Symptome dieser Krankheit kennen sollten.

Welche Behandlung kommt bei Präeklampsie in Frage?

Seit Jahrzehnten wird gesagt, dass die Geburt das Heilmittel für Präeklampsie ist. Diese Behauptung entstand durch die Tatsache, dass die Entbindung des Babys ein notwendiger Eingriff ist und dass der einzige Weg, den Krankheitsprozess umzukehren, darin bestehe, die Plazenta zu entfernen.

Wenn die Mutter oder das Baby in Gefahr sind, sollte die Geburt eingeleitet werden. Man sollte hier jedoch auf die Definition von „Heilung“ achten.

Der Begriff „Heilung" sagt aus, dass Frauen nach der Geburt nicht mehr für Komplikationen anfällig sind, die durch Präeklampsie entstehen können. Diese Behauptung könnte nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein, denn das Puzzle der Präeklampsie ist immer noch unvollständig geklärt. In der Tat finden 97 % der Todesfälle aller Mütter im Zusammenhang mit Präeklampsie erst postpartal statt, also nach der Geburt.

Was können Betroffene zum Schutz tun?

Alle Patienten, Angehörige und Mediziner müssen wissen, dass eine Frau, die gerade geboren hat, immer noch für die postpartale Präeklampsie anfällig ist. Daher sollten die Symptome und die damit verbundenen Begleiterkrankungen mindestens sechs bis acht Wochen nach der Entbindung überwacht werden.

Bluthochdruck kann auch bis nach der Geburt andauern. Die meisten Frauen mit Präeklampsie werden gesunde Babys entbinden und sich vollständig erholen. Einige werden jedoch Komplikationen erleiden, die auch lebensbedrohlich sein können.

Der Zustand einer schwangeren Frau kann sich schnell zu schwerer Präeklampsie, Eklampsie, Hämolyse, erhöhten Leberenzymen oder einer niedrigen Thrombozytenzahl entwickeln. 


Fazit

Die Mütter sind auch nach der Geburt noch gefährdet. Die Entbindung ist eine Behandlung, garantiert aber keine Heilung. Daher sollten Sie vorbereitet sein und die Symptome kennen.

Jede Frau kann nach der Geburt ihres Kindes eine Präeklampsie entwickeln, unabhängig davon, ob sie während ihrer Schwangerschaft Bluthochdruck hatte oder nicht. Es ist wichtig, dass Sie Ihre Gesundheit nach der Geburt weiterhin überwachen. Wenn Sie die Warnsignale einer Präeklampsie erkennen, können Sie so Ihr Leben retten.

Um die Genesung der Frau zu sichern, gehören grundlegende Untersuchungen wie eine Blutdruckkontrolle zum Alltag. Das Wichtigste ist jedoch eine kontinuierliche intensive Betreuung vor und nach der Geburt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (5)

Suzan A., 07.12.2019 - 23:44 Uhr

Hallo, ich leide auch unter eklampsie Ich habe mittlerweile 2 Schwangerschaften hinter mir und bin jetzt auch in der 28 ssw . Ich bekomme die Krankheit im wochenbett beim 1 ss kannte ich die Krankheit nicht und gab viel mitmachen müssen bei der 2 ss wurde ich zwar behandelt aber mit hohem bluthochdruck Nachhause geschickt. Meine Frage ist kann man eigentlich nach der Geburt etwas unternehmen, damit ich gesund entlassen werde? Denn sonst lieg ich mit einem sehr hohen Blutdruck 40 tage im Bett. Ich möchte einfach die schöne Zeit mit meinen Kindern genießen .

Antwort von Dr. Liliana Soggiu, verfasst am 12.12.2019

Sehr geehrte Frau Suzan A. Zunächst, zu Ihrer Schwangerschaft gratuliere ich Ihnen. Im Verlauf Ihres Postpartum wurde bei Ihnen eine "Präeklampsie" festgestellt. Es ist allerdings erwiesen, dass Frauen, die eine Präeklampsie im Rahmen der Schwangerschaft entwickelt haben, ein erhöhtes Risiko aufweisen, in einer weiteren Schwangerschaft erneut eine Komplikation aus dem Kreis der Hochdruckerkrankungen in der Schwangerschaft zu erleiden. Grundsätzlich gilt bei allen Frauen mit hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen, dass ein Risiko für eine Exazerbation der Erkrankung bis zu 7 Tagen postpartal besteht. In den meisten Fällen normalisiert sich der Blutdruck innerhalb der ersten Tagen post partum, wobei die Restitution vom Schweregrad abhängig ist. In der unmittelbaren postpartalen Periode soll jede Präeklampsie-Patientin mindestens 4 Std. bis zur Stabilisierung überwacht werden. Regelmäßige Kontrollen von Puls und Temperatur, Flüssigkeitsbilanzierung, Atmung, Sauerstoffsättigung und Labor sollen in Abhängigkeit von der klinischen Symptomatik durchgeführt werden. Bei Präeklampsie soll postpartal für mindestens 12 Wochen eine Blutdruck - Überwachung erfolgen. Im Krankenhaus soll diese ≥4x/Tag durchgeführt werden. Bei postpartal persistierendem Hypertonus soll die laufende antihypertensive Therapie fortgesetzt werden, ggf. kann ein Umsetzen auf eine orale Medikation erfolgen. Folgende orale Antihypertensiva sind in der Stillzeit zugelassen: Alpha-Methyldopa, Labetalol, Nifedipin, Enalapril, Captopril, Atenolol, Metoprolol. Weniger Erfahrungen existieren für Amlodipin, Angiotensin-Rezeptor-Blocker und andere ACE- Hemmer. Bei Bedarf und nach sorgfältiger Abwägung der Vor- und Nachteile können diese Medikamente aber verwendet werden. (Details siehe auch www.embryotox.de oder toxnet.nlm.nih.gov). Um die Mutter-Kind-Bindung zu fördern, gerade nach einer Notfallgeburt, sollte postpartal ein möglichst zeitnaher Kontakt zum Baby ermöglicht und Müttern maximale Unterstützung geboten werden. Wird eine postpartale Versorgung und Überwachung auf einer Intensivstation notwendig, sollte eine optimale Hebammenbetreuung ermöglicht werden – auch für die Unterstützung beim Stillen oder Abpumpen. Ein Abschlussgespräch mit der Wöchnerin über die Erkrankung, den individuellen Verlauf und weitere Konsequenzen soll erfolgen. Nach Möglichkeit sollte dies im Beisein des Partners / der Partnerin mit dem Angebot zur erneuten Besprechung z.B. vor Planung/Eintritt einer erneuten Schwangerschaft erfolgen. Die Abklärung bzw. der Ausschluss von sekundären Ursachen für hypertensive Schwangerschaftskomplikationen (bei einem in der Betreuung von Schwangeren/Wöchnerinnen erfahrenen Internisten) sollte nicht früher als 3 Monate (3- 6 Monate) postpartal erfolgen. Die Frauen sollten in regelmäßigen Intervallen (mindestens alle 5 Jahre) nach anderen kardiovaskulären Risikofaktoren untersucht werden sowie der Blutdruck, nüchtern Glucose, BMI und Lipidstatus geprüft werden. Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen eine Basis für weitere Gespräche geliefert zu haben und stehe für Rückfragen natürlich gerne zur Verfügung. Mit freundliche Grüße Liliana Soggiu Literatur: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/015-018l_S2k_Diagnostik_Therapie_hypertensiver_Schwangerschaftserkrankungen_2019-07.pdf

Hajo, 23.01.2019 - 00:38 Uhr

Ist super informativ und hilfreich. Beinhaltet genau das wonach ich gesuch habe. Vielen Dank!

Nada, 09.06.2018 - 13:47 Uhr

Finde ich sehr interessant und ganz wichtig

M. Loose, 09.06.2018 - 13:28 Uhr

Sehr hilfreich....vielen Dank! Ich war noch nicht so ausführlich informiert. Super Artikel!

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