Ist die Präeklampsie eine Herz-Kreislauf-Störung, die sich als Plazenta-Syndrom ausgibt?

M.Sc. Soggiu

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© Alexander Raths - fotoliaWie wirkt sich das Herz-Kreislauf-System auf den Verlauf einer Präeklampsie aus? (© Alexander Raths - fotolia)Die Präeklampsie ist weltweit eine der Hauptursachen für Müttersterblichkeit. Sie tritt schätzungsweise bei 3 bis 10 % aller Schwangerschaften auf. Welche Rolle spielt das Herz-Kreislauf-System bei der Entstehung dieser Krankheit? 

Was ist eine Präeklampsie und wie entsteht sie?

Die Definition der Präeklampsie umfasst einen neu auftretenden Bluthochdruck (über 140/90 mmHg) und erhöhtes Ausscheiden von Eiweiß im Urin (mehr als 300 mg in 24 Stunden) nach der abgeschlossenen 20. Schwangerschaftswoche.

Obwohl die genauen Ursachen schwer fassbar bleiben, ist die bisher am weitesten verbreitete Theorie, dass sie als Folge einer schlechten oder unzureichenden Entwicklung der Plazenta entsteht. Während die Plazenta sicherlich eine wichtige Rolle für die Krankheitsentwicklung der Präeklampsie spielt, gibt es heute überzeugende Hinweise darauf, dass das mütterliche Herz-Kreislauf-System einen ebenso wichtigen Beitrag leisten kann.

Diese Rolle spielt das Herz-Kreislauf-System bei einer Präeklampsie

Dass die Plazentafehlfunktion auch zu einer mütterlichen Erkrankung führen kann, ist nicht neu, wenn man die klinischen Ähnlichkeiten zwischen Präeklampsie und Schwangerschaftsdiabetes betrachtet. Beide Erkrankungen entwickeln sich erst in der Schwangerschaft und werden durch die Geburt therapiert.

Es wird angenommen, dass sich Schwangerschaftsdiabetes entwickelt, wenn die mütterliche Bauchspeicheldrüse nicht in der Lage ist, die steigende Glukoselast der Schwangerschaft zu bewältigen. Es ist nun offensichtlich, dass die Schwangerschaft eine erhebliche Belastung für das mütterliche Herz darstellt. Die Herz-Kreislauf-Symptome gehen der Erkrankung voraus und halten mehrere Jahrzehnte nach der Geburt an.

Eine Plazentafehlfunktion ist von grundlegender Bedeutung für die Krankheitsentwicklungen von Schwangerschaftskomplikationen wie Präeklampsie, aber bisher wurde die Plazenta isoliert betrachtet. Ohne Rücksicht darauf, dass ihre Funktion von einer ausreichenden Durchblutung durch das Herz-Kreislaufsystem abhängig ist.

Man könnte jetzt die Beweise dafür in Betracht ziehen, dass das Versagen des mütterlichen Herz-Kreislauf-Systems, sich an die Schwangerschaft anzupassen, durchaus der primäre Mechanismus bei der Entwicklung einer sekundären Plazentdysfunktion bei Präeklampsie sein kann.

Fazit

Ist das versagende Herz-Kreislauf-System der primäre Grund für eine sekundäre Plazentdysfunktion bei Präeklampsie? Es wäre grob, die Beweise zu ignorieren. Aber die Frage bleibt weiterhin unbeantwortet. 

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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