Kinderwunschbehandlung in der Naturheilpraxis (Teil 1)

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Die Kinderwunschbehandlung in der Naturheilpraxis stellt nicht nur eine Alternative zu IUI, IvF und ICSI dar, sondern wird meist im Anschluss an eine nicht erfolgreiche Behandlung in der Kinderwunschklinik in Erwägung gezogen.

Bevor man sich mit der Vorgehensweise in der Naturheilpraxis auseinandersetzt, sollten wir festhalten, dass Kinder heute meist „geplant“ werden. Das Studium wurde mit einem entsprechenden Abschluss gekrönt, das Einkommen passt, die Wohnungsgröße ebenso und – im Bekanntenkreis sind alle schwanger. Oder man hat gerade geheiratet und plant das Baby als „Überraschung“ aus den Flitterwochen mitzubringen.

Das Alter der Frauen, die heute gerne schwanger werden wollen, ist meist jenseits der 30. Allerdings sind wir Frauen am fruchtbarsten zwischen 20 und 24 Jahren. Ab 30 nimmt die Fruchtbarkeit schon deutlich ab. Normal ist, innerhalb von zwei Jahren bei regelmäßigem Geschlechtsverkehr, also alle zwei bis drei Tage, schwanger zu werden. Diese zwei Jahre Zeit geben sich die Paare jedoch meist nicht, da der Druck des Umfeldes und der selbst gemachte Druck der eigenen Planung oft hoch sind.

Man hofft mit Hilfe der Reproduktionsmedizin den selbst auferlegten Lebensplan einzuhalten. Erst wenn dies nicht gelingt, überdenkt man noch einmal und beginnt zu hinterfragen, warum es nicht klappen will. Gut 25 % aller Paare haben Probleme schwanger zu werden. Bei ca. 50 % liegt es an den Frauen, bei 35 % an den Männern und bei 15 % an beiden bzw. bleiben die Ursachen ungeklärt.

Was bietet nun die „Alternativmedizin“?

Als erstes geht die Naturheilkunde davon aus, dass jeder Körper – von ernsteren Erkrankungen abgesehen – in der Lage ist, seine Aufgaben zu erfüllen. Und dazu gehört auch die Fortpflanzung. Leider haben wir oft das Vertrauen in uns selbst verloren und es Bedarf manchmal nur eines neuen Blickwinkels und einer entsprechenden Unterstützung, um unseren Körper seine Aufgaben wieder erfüllen zu lassen.

In der naturheilkundlichen Praxis wird man als erstes Wert auf einen gesunden Darm legen, da dieser den Unterleib der Frau mit beeinflusst und außerdem die oft langjährige Pilleneinnahme ausleiten. Besonderes Augenmerk gilt der Schilddrüse und der Leber, da diese ganz wichtig für unsere Hormone sind.

Dann schaut man, wo im Körper etwas im Ungleichgewicht ist: Ein Eisprung kann homöopathisch angeregt werden. Ebenso kann man den Gelbkörperspiegel heben, die Gebärmutterschleimhaut aufbauen oder ganz grundsätzlich die Hypophyse unterstützen. Es gibt östrogenartige Pflanzen für die erste Zyklushälfte und gelbkörperartige Pflanzen für die zweite Zyklushälfte. Auch der Eisprung kann mittels Kräutertees unterstützt werden. Wer keinen Tee mag, kann auf Urtinkturen (wie z. B. Alchemilla und Hirtentäschel) zurückgreifen. Ein Cervixschleim, der die ausreichende Bewegung der Spermien nicht zulässt, kann flüssiger gemacht werden.

Hier geht's zum zweiten Teil des Artikels. 

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (3)

Claudia, 08.04.2013 - 15:29 Uhr

Vielen Dank für Ihren Artikel! Wenn man alle Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin ohne Erfolg hinter sich gebracht hat, kann man ja eigentlich keine Hoffnung mehr schöpfen. Ich denke, Frauen in meinem Alter (42) sind durch innere Unruhe, selbst gemachten Stress etc. blockiert. Ich werde auf jeden Fall über die TCM nachdenken und mich weiter informieren. Vielen Dank!

Moni, 19.03.2013 - 15:55 Uhr

Ich finde die Teorie gut . Aber bis in welche Alter ist das gültig ? Mit 45 ist Alles zu spät....

Antwort von Gerrit Ulrike Schramm, verfasst am 20.03.2013

Hallo Moni, es gibt immer wieder Frauen, die in den Wechseljahren völlig unerwartet und ungeplant schwanger werden. Es gibt nicht d a s Alter indem das nicht mehr geht - außer natürlich in der Postmenopause. Auch die Wechseljahre beginnen bei jeder Frau zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt und zunächst unbemerkt. Und wie der Name schon sagt, dieser Abschnitt zieht sich über Jahre. Entscheidend ist, ob noch ausreichend Eizellen in den Eierstöcken vorhanden sind! Das Hormon FSH das für das Follikewachstum und die Reifung des Follikels benötigt wird, kann dann naturheilkundlich unterstützt werden. Sollten noch entsprechend Eizellen vorhanden sein, so haben Sie noch eine Chance. Viel Glück! Gerrit Ulrike Schramm

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