Venenkleber bei Krampfadern: Ist das gefährlich?

Dr. Fuchs

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© WavebreakMediaMicroDer Venenkleber kann eine gute Alternative zur Operation sein (© WavebreakMediaMicro)Krampfadern sind ein Massenleiden, das mit verschiedenen Verfahren behandelt werden kann. Alle Methoden haben dasselbe Ziel: Die ausgeleierte und krankhaft geweitete Vene soll stillgelegt werden.

Die Ursache der Krampfadern liegt in einer Gewebeschwäche. Und die findet sich gehäuft in der familiären Linie. Das heißt, wenn Mutter und Vater Krampfadern haben, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, auch daran zu erkranken. Dieses Krankheitsbild ist zwar lästig, wirklich gefährlich wird es aber nur, wenn die Spätform auftritt, das sogenannte offene Bein (Ulcus cruris).

Wie entstehen Krampfadern?

Die oberflächlichen Venen münden in der Kniekehle und in der Leiste in die tiefen Venen. Wenn die Vene breiter wird, beispielsweise in der Schwangerschaft oder bei einer Gewebeschwäche, fließt das Blut in die oberflächlichen Venen zurück. Sie schlängeln sich, werden „Krummadern“ genannt oder wie wir heute sagen: „Krampfadern“.

Krampfadern werden nun zu einem Problem und sollten behandelt werden, bevor Beschwerden auftreten, wie geschwollene, müde und schmerzende Beine. Diese Symptome zeigen an, dass das tiefe Venensystem überlastet ist.

80 Prozent der jährlich in Deutschland durchgeführten Venen-Operationen sind immer noch Stripping-Operationen. Jährlich finden also fast 300.000 chirurgische Krampfader-Eingriffe statt. Narkoserisiken, Begleitwirkungen und das lästige Tragen von Kompressionsstrümpfen über viele Wochen schrecken jedoch ab.

Rund 60.000 bis 70.000 Eingriffe pro Jahr erfolgen mittels Laser, Radiowelle, Venenkleber, Heißwasserdampf oder anderen Verfahren.

Warum ist der Venenkleber eine wirkliche Alternative?

Über einen Stich wird eine Infusionskanüle in die Vene gelegt. Darüber wird der dünne Venenkleber-Katheter in der Krampfader vorgeschoben und dann die Vene von der Leiste oder der Kniekehle abwärts von innen verklebt. Keine Hautschnitte, keine Hitze, keine Narkose, keine Kompressionsstrümpfe!

Die Vene ist sofort verschlossen und es bedarf keiner besonderen Nachbehandlung. Duschen, Sport, Bewegung, arbeiten - alles ist sofort möglich.

Vereinzelt treten Rötungen auf. Auch manchmal druckschmerzhafte Knoten und blaue Flecken. Aber das ist schon alles.

Ist der Venenkleber gefährlich?    

Der Venenkleber ist weder giftig noch krebserregend. Interessant ist, dass deutsche Gesundheitsbehörden keine einzige Therapieform in der Krampfaderbehandlung jemals beurteilt oder bewertet haben. Kein Verfahren wurde untersagt.

Die Amerikanische Gesundheitsaufsicht hat dem Venenkleber seit Februar 2015 die volle Zulassung für die Verklebung von Krampfadern erteilt, ohne Einschränkungen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (7)


31.07.2017 - 19:29 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr Fuchs, können alle...

von C.P.

... Krampfadern so verschäumt werden oder gibt es hier Grenzen und es muss doch wieder gestrippt werden? Vielen Dank. MFG C. P.

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 01.08.2017
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrter Leser, im Prinzip ja. Eins ist allerdings zu beachten: Erst untersuchen, dann planen. Stripping ist nicht mehr die Methode der ersten Wahl. Informieren Sie sich gerne auf der Seite venenkleber.koeln Beste Grüße Dr.Fuchs

16.10.2016 - 17:53 Uhr

Welcher Arzt macht das mit dem Venenkleber in...

von Kathrin L.

... Sachsen? Ich komme aus 01917 Kamenz.

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 24.10.2016
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrte Frau L., in Berlin oder Rostock werden Sie einen Ansprechpartner finden. Suchen Sie unter Saphenion. Beste Grüße aus Köln Dr.Fuchs

08.09.2016 - 20:57 Uhr

Der Artikel ist sehr interessant. Wo finde ich in...

von Marion R.

... Düsseldorf einen Arzt, der mit Venenkleber arbeitet und Kassenpatienten behandelt? Mit freundlichen Grüßen aus Meerbusch, Marion R.

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 13.09.2016
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrte Frau R., leider werden Sie in Düsseldorf keinen Arzt finden. Dass Sie nach Köln kommen müssten hat den Grund, dass Sie bei mir nach der Indikationsstellung zum Eingriff einen Antrag für Ihre Kasse erhalten, so dass diese Ihnen die Möglichkeit der Kostenerstattung oder einer Einzelfallentscheidung einräumen könnte. Gerne stehe ich Ihnen mit meinem Team zur Verfügung. Beste Grüße Dr.Fuchs

22.08.2016 - 11:12 Uhr

Hallo, ich habe eine sehr kleine Krampfader am...

von Hannelore B.

... Bein. Vor sechs Jahren wurde ich mit Laser behandelt, angeblich war die Klappe nicht in Ordnung. Es war eine aufwendige Behandlung, aber der Erfolg war gleich null, die Krampfader war danach immer noch da! Ich wollte sie eigentlich nur weg spritzen lassen. Nun habe ich über eine Behandlung gelesen, bei der man die Krampfader mit Schaum wegspritzen kann. Kennen Sie diese Methode? Und wie hoch ist der Preis? Herzliche Grüsse Hannelore Böer

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 23.08.2016
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrte Frau Böer, es handelt sich um die selbe Vorgehensweise wie beim Veröden. Das Medikament Aethoxysklerol wird mit Luft zu einem Schaum vermengt und über eine Insulinkanüle, die sehr fein ist, in die Krampfader eingespritzt. Das Verfahren ist über 20 Jahre alt und es lassen sich sehr gute Ergebnisse erzielen. Die Kosten: circa 90.-€uro pro Sitzung. MfG Dr.Fuchs

17.08.2016 - 13:02 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Fuchs, ich bin erst 47...

von Claudia

... Jahre alt und wurde bereits an beiden Beinen - jeweils 3 Mal (2002, 2005 und 2008) - operiert. Jedes Mal mit Leistenschnitt und Entfernung eines kompletten Venenstranges und dem Versprechen nie wieder Venenpobleme zu haben. 2 Phlebologen haben mir bereits unabhängig voneinander bestätigt, dass ich nicht mehr therapierbar bin und das Bindegewebe durch die OP´s stark beschädigt wurde. Wäre das Verkleben eine Alternative oder ist bei einer bestimmten Anzahl gestrippter Venen irgendwann mal Schluss? Die Beschwerden sind trotzdem noch da und die Krampfadern breiten sich weiter aus. Mit freundlichen Grüßen, Claudia K.

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 18.08.2016
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrte Frau K., es ist immer wieder erstaunlich, wie oft Menschen an ihren Krampfadern genau an der selben Stelle operiert werden. In meinen 27 Jahren Tätigkeit sehe ich immer wieder, dass die Venen, die laut OP-Berichten entfernt wurden, immer noch vorhanden sind. Alle Gefäßchirurgen/Phlebologen wissen, dass es sehr problematisch ist, mehrfach Krampfadern in der Leiste zu operieren. Da gibt es andere, erfolgversprechendere, weniger gewebezerstörende Methoden. Auch der Venenkleber ist dazuzurechnen. Das Argument "schwaches Bindegewebe" ist schwach, eher peinlich, und verunsichert den Patienten. Der Wahrheitsgehalt ist jedoch äußerst gering. Fazit: Krampfadern kommen in unterschiedlicher Ausprägung gerne einmal als Seitenast oder Muskelperforansschwäche wieder vor. Es ist also richtig, dass manche Betroffene immer mal wieder zum Arzt müssen. Falsch ist, dass es keine Möglichkeiten der Abhilfe gibt. Empfohlene Vorgehensweise: Erst genau anschauen, dann planen. Gerne stehe ich Ihnen zur Verfügung.

27.07.2016 - 08:40 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe Ihre...

von Irmtraud D.

... Berichte gelesen und frage mich nun, ob die Krankenkasse (BEK) die Kosten für die Verklebung übernimmt? Vielen Dank im Voraus. Irmtraud D.

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 27.07.2016
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrte Frau Irmtraud D., Sie als Versicherte müssen mit der BARMER in Kontakt treten. Die BARMER ermöglicht ihren Versicherten gemäß §28b der Satzung eine "Ambulante Behandlung durch nicht zugelassene Leistungserbringer". Nur Leistungen, die vom Gemeinsamen Bundesausschuss ausgeschlossen wurden, dürfen von der BARMER nicht berücksichtigt werden. Der Venenkleber wurde nicht ausgeschlossen! Die Kasse ist diesbezüglich zur Berücksichtigung des Bedarfs ihrer Versicherten verpflichtet. Des Weiteren muß sie Entscheidungen gemäß des Wirtschaftlichkeitsgebotes treffen. Der Venenkleber ist im Vergleich zu den anderen Methoden die meist kostengünstigste und das einzige Verfahren, welche definitiv auf eine Narkose und auf Kompressionsstrümpfe verzichtet. Daher sind sogenannte Narkoserisiken irrelevant. Versicherte können gemäß §30 auch die Kostenerstattung wählen. Ein Antrag muss gestellt werden, dem die Kasse zustimmt, wenn medizinische oder soziale Gründe dies rechtfertigen. Diese Ausführungen gelten für alle gesetzlichen Kassen. Die §§ in den einzelnen Satzungen mögen dabei durchaus andere Ziffern haben. Suchen Sie nach "Kostenerstattung" und "nicht zugelassener Leistungserbringer". MfG Dr.Fuchs

22.07.2016 - 09:01 Uhr

Ich habe schon 4 Venenoperationen gehabt; alle...

von Ellen H.

... waren sehr unangenehm. Deshalb hat mich Ihr Artikel sehr neugierig gemacht. Bitte teilen Sie mir mit, wo ich eine solche Venenverklebung machen lassen kann. Vielen Dank, Ellen H.

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 25.07.2016
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrte Frau H., selbstverständlich gerne bei mir. Wenn Sie mir über info@gefaessmedizin-plus.de eine Nachricht mit Ihrer nächstgelegenen Großstadt zukommen lassen, nenne ich Ihnen den nächsten, für Sie zu erreichenden, Kollegen. MfG Dr.Fuchs


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