Deutschlands größtes Arzt-Patienten-Portal

Venenleiden minimal-invasiv behandeln: Veröden und Verkleben

Dr. Fuchs

von
verfasst am

© zlikovecEntgegen vieler anders lautender Meinungen gibt es keine Verhaltensweisen, die die Entstehung von Krampfadern provozieren können. (© zlikovec)Die Verödungstherapie gilt gemäß den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie bei der Behandlung von Besenreisern und kleinen Krampfadern als Goldstandard. Gleiches gilt für den Venenkleber, der in Europa und international als Standardverfahren in der Behandlung von Krampfadern eingesetzt wird.

Von Varizen – so heißen Krampfadern medizinisch – sind junge und auch alte Menschen gleichermaßen betroffen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Varikosis nimmt im Alter zwar zu, aber auch jüngere Menschen können erheblich betroffen sein.

Wie entstehen Krampfadern?

Ursächlich ist im Wesentlichen eine familiäre Veranlagung. Das Tragen hochhackiger Schuhe oder bestimmte Sportarten sind es jedenfalls, wie auch viele andere beschuldigte Verhaltensweisen, nicht. Krampfadern sind nicht nur ästhetisch störend, sondern können auch zu erheblichen Stauungsbeschwerden, schweren Beinen, Hautveränderungen, Verfärbungen, Venenentzündungen oder auch offenen Beinen führen.

Welche Behandlungen bieten sich bei Krampfadern an?

Die Verödungstherapie und der Venenkleber gelten als besonders sanfte und sichere Methoden. Die Erklärung hierfür ist, dass für beide weder eine Narkose noch Kompressionsstrümpfe erforderlich sind. Außerdem können diese Methoden zu jeder Jahreszeit und bei jedem Betroffenen durchgeführt werden. Narkoserisiken – und hierzu zählt bereits ein Lebensalter jenseits der 50 – sind unbedeutend, da keine Narkose benötigt wird.

Die Verödungstherapie und der Venenkleber können bei jeder Form der Varikose, einzeln oder in Kombination, eingesetzt werden. Auch bei Rezidiven, also wiederkehrenden Krampfadern, kann auf gefährliche Operationen verzichtet werden.

So werden Venen verödet

Mit Hilfe des Ultraschalles werden die zu behandelnden Venen dargestellt, punktiert und dann entweder verklebt oder verödet. Das eingespritzte Verödungsmittel führt dazu, dass die Venen sich zusammenziehen. Die Venenwand wird durch das Mittel bewusst geschädigt und in der Folge verkleben die Venenwände quasi miteinander. Das geschieht über eine Venenentzündung, so dass vorübergehende Rötungen oder Verfärbungen normal sind. Diese sichtbaren Veränderungen verschwinden üblicherweise in den ersten drei Monaten nach der Injektion.


Wie funktioniert der Venenkleber?

Die Venen müssen von einem größeren Kaliber, sprich: Stammvenen oder größere Seitenäste, sein. Dann kann ein Katheter in die Venen eingeführt werden, so dass diese im wahrsten Sinne des Wortes von innen verklebt werden. Rötungen treten auch hierbei auf, verschwinden jedoch schneller als beim Veröden. Bei der Verödung wird noch zwischen der Flüssig- und Schaumverödung unterschieden. Flüssigverödung heißt: Das normale Verödungsmedikament wird ohne Veränderungen in die Besenreiser oder Venen eingespritzt.

 

Welche Vorteile bringen die Verfahren mit sich?

Der Vorteil der Schaumverödung ist, dass mit einer niedrigeren Konzentration größere Kaliber verödet werden können. Das Medikament wird mit Luft zu einem feinblasigen Schaum verwirbelt. Die Kontaktzeit mit der zu verödenden Venenwand wird dadurch verlängert und auch intensiviert. Mit Schaum können so generell bessere Ergebnisse erzielt werden. Oft sind zwei bis drei Sitzungen erforderlich. Pro Sitzung ist eine maximale Menge von 10 ml Schaum einzuhalten.

Schaum und Kleber ergänzen sich optimal, da sich beide für schmerzarme Verfahren eignen, die im Gegensatz zu anderen Behandlungsmethoden keine Anästhesie erfordern. Auch kann üblicherweise auf eine Kompressionsbestrumpfung verzichtet werden.

Zum Venenkleber ist noch zu erwähnen: Er ist weder giftig, noch krebserregend, noch allergieerzeugend. Er ist biokompatibel, das heißt: Der Körper baut ihn wieder vollständig ab.

Fazit

Venen verkleben oder veröden, ohne Narkoserisiko, ohne Strümpfe, ohne Unterbrechung der normalen Lebensabläufe. Das ist bei jedem, in jedem Alter und jederzeit möglich. Gehen Sie zum Spezialisten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?
7
Interessante Artikel zum Thema „Venen, Krampfadern & Besenreiser”

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Ihr Name(wird veröffentlicht)
Ihre E-Mail(wird nicht veröffentlicht)
Ihr Kommentar(wird veröffentlicht)
 
Ich akzeptiere die Nutzungsrichtlinien und AGB der jameda GmbH und habe die Datenschutzerklärung gelesen.
  

Kommentare zum Artikel (1)


01.07.2019 - 14:26 Uhr

Sehr geehrter Dr. Fuchs, Ich (47 J.) habe am...

von Guido W.

... rechten Oberarm, auf Höhe des Bizeps bis zur Schulter, eine Krampfader, sehr wahrscheinlich hervorgerufen durch eine Thrombose vor wenigen Jahren, die allerdings vollkommen unbemerkt ablief und nicht mit Schwellungen und Schmerzen einherging. Eine Ursachenforschung inkl. Blutwerten und Thorax-CT ergab nichts, also keine zugrundeliegenden gesundheitlichen Probleme. Bleibt allerdings die sehr unschöne Ästhetik der Krampfader. Auf meine Frage, ob man diese entfernen könne, antwortete der Gefäßspezialist damals, das würde nichts bringen, die "Krampfader käme sofort wieder", womit er wohl die Gefahr eines Rezidivs andeutete. Ich solle die Sache zu den Akten legen und fröhlich weiterleben... Seitdem frage ich mich dennoch, ob eine Entfernung möglich ist, ich habe diesbezüglich Widersprüchliches gelesen. Natürlich kann ich keine Ferndiagnose erwarten, aber für eine allgemeine Einschätzung, ob sich der erneute Gang zu einem Venenspezialisten überhaupt lohnt, wäre ich dankbar. Mit freundlichen Grüssen

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 03.07.2019
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrter Herr Guido W., mittlerweile werden auch Krampfadern an den Armen und Händen behandelt. Die wichtigste Frage, die es zu beantworten gilt, ist, ob die tiefen Armvenen frei sind und das Armvenenblut normal über diese abströmt, oder ob diese verstopft sind, so dass die sichtbare Armvene als Abstrombahn erhalten bleiben muß. Mit einem Farb-Duplex (Ultraschall) sollte diese Frage zu klären sein. Beste Grüße aus Köln Dr. Fuchs - gefaessmedizin-plus.de


Inhaltssuche

Durchsuchen Sie sämtliche Artikel auf jameda. Wenn Sie auf der Suche nach Ärzten oder Heilberuflern sind, geht es hier zur Arztsuche

Passende Behandlungsgebiete

Ärzte für spezielle Behandlungsgebiete

jameda Behandlungsgebiete