Was Ihren Venen gut tut und wie Krampfadern in den Beinen entstehen

Dr. Fuchs

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© stefan_weis_fotoliaMüde Beine können ein Krampfader-Symptom sein. Was tun? (© stefan_weis_fotolia)Am Ende eines langen Tages wollen Sie nur noch Ihre Beine hochlegen. Die Beine sind schwer und schmerzen, die Knöchel sind geschwollen und unter der Haut zeigen sich kleine blaue Verästelungen, sogenannte Besenreiser. Bei manchen sind auch geschlängelte Gefäße zu sehen. Wie entstehen Sie und was tut den Venen gut?

Wie entstehen Krampfadern?

Jeder kennt Krampfadern, denn die Großmutter hatte welche, die Mutter ebenfalls. Es ist aber kein reines Frauenproblem. Nein, auch Männer bekommen Besenreiser und Krampfadern. Man liest immer wieder, die Ursache für diese Venenerkrankungen sei eine angeborene Bindegewebsschwäche. Es ist ein familiäres Problem, das ist sicher.

Krampfadern treten aber auch ohne Bindegewebsschwäche auf, auch schon bei Sechzehnjährigen. Die Diskussionen gehen weit auseinander. Es handelt sich jedenfalls um eine Volkskrankheit.

Im Rahmen einer Schwangerschaft kann es durch die vielfältigen Veränderungen hormoneller oder körperlicher Art zu vermehrten Besenreisern oder Krampfadern kommen. Muss es aber nicht. Schuhe mit hohen Absätzen sind auf jeden Fall keine Ursache. Im Gegenteil, die Pumpfunktion der Wadenmuskulatur wird eher noch angeregt.

Auch wer glaubt, dass enge Hosen oder Leggings das Problem unterstützt, sitzt einem Irrglauben auf. Wenn sie wirklich eng anliegen, wirken sie eher wie Kompressionsstrümpfe. Auch das Übereinanderschlagen der Beine sorgt nicht für Krampfadern, wenn man nicht gerade stundenlang in dieser Position verharrt. Vielflieger in engen Sitzreihen sind da schon eher Kandidaten für Venenprobleme.

Wie arbeiten Venen?

Die schlechte Nachricht zuerst: Verhindern lassen sich Besenreiser und Krampfadern nicht. Trotzdem gibt es Sinnvolles zu tun.

Die Muskulatur ist für die Beförderung des Blutes durch die Venen zurück zum Herzen von entscheidender Bedeutung. Die Wadenmuskelpumpe spielt hier eine große Rolle. Sie befördert das Blut gegen die Schwerkraft nach oben. Die Venenklappen verhindern, dass das Blut nicht wieder zurückfließt. Die Venen funktionieren bei Gesunden wie eine Einbahnstraße. In den tiefen Venen ist das nie ein Problem, weil sie in der Muskulatur liegen. Bei jeder Muskelbewegung werden sie zusammengedrückt, wie von einem Kompressionsstrumpf.

Die oberflächlichen Venen liegen im Unterhautfettgewebe und können ausleiern, werden weiter und die Klappen schließen nicht mehr. Die Krampfader ist vorprogrammiert und das Venenleiden beginnt. Ganz entscheidend sind die Übergangsklappen in der Leiste und der Kniekehle. Funktionieren sie nicht mehr richtig, strömt das Venenblut aus den tiefen in die oberflächlichen Venen zurück und irgendwann in das ganze Bein fußwärts.

© starfotograf - iStockGrade wenn Sie viel sitzen, ist Bewegung zwischendurch sehr wichtig, um Krampfadern vorzubeugen (© starfotograf - iStock)Bewegung ist gut für unsere Beinmuskeln und für die Venen

Bereits 20 bis 30 Zehenstände zwischendurch, auf der Autobahnraststätte, im Büro oder im Flugzeug bewirken Wunder.

Eine besonders gute Sportart bei Venenleiden ist Schwimmen. Bewegung im Wasser bewirkt eine Art Gewebemassage, ähnlich einer Lymphdrainage. Flüssigkeit wird aus dem Gewebe besser in den Venen aufgenommen und kann trotz Venenschwäche gut abtransportiert werden.

Vielfliegern, Sitzenden, aber auch denjenigen, die viel auf den Beinen stehen und unterwegs sind, helfen Kompressionsstrümpfe. Eine Hilfe, kein Muss. Und sie müssen auch nicht eng sein. Kompressionsstrümpfe für Sportler aus Sportgeschäften, Kaufhäusern oder auch Angebote aus dem Einzelhandel reichen vollkommen aus. Die Beine sind dann abends nicht mehr so schwer.

Was kann ich tun, wenn die Beschwerden anhalten?

Haben Sie Beschwerden, wollen Sie vorbeugen oder einfach nur wissen, wie Ihre Venen aussehen, dann gehen Sie zum Venen-Spezialisten, zu einem Phlebologen. Der untersucht die Venen mit einem Farbultraschall. Auch bei Wadenschmerzen nach einem Flug oder einer langen Autofahrt suchen Sie den Phlebologen auf, um ein Venenleiden auszuschließen.

Ist eine Behandlung erforderlich, gibt es heute moderne und schonende Verfahren. Aufzuzählen sind der Venenkleber und die Laser- oder Radiowellentherapie. Stripping-Operationen sind nicht mehr up-to-date und werden beispielsweise in Großbritannien nur noch als Therapie der letzten Wahl betrachtet. Falls es nur Besenreiser oder kleine Seitenäste sind, wird der Phlebologe Ihnen üblicherweise eine Verödung oder eine Schaumsklerosierung empfehlen. Auch wiederkehrende Krampfadern, sogenannte Rezidiv-Varizen, lassen sich auf diese Art sehr gut behandeln.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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