Check-ups für die Hüfte: Untersuchung und Behandlung des ISG-Syndroms bei Frauen

Dr. Sigg

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© RioPatuca Images - fotoliaRegelmäßige Check-Ups sind bei Hüftschmerzen nicht zu vernachlässigen. (© RioPatuca Images - fotolia)Die Wechseljahre setzen bei Frauen deutlich früher als bei Männern ein und sind wie schon die hormonellen Veränderungen in der Pubertät wieder mit erheblichen Auswirkungen, nicht nur auf das Vegetativum und die Psyche, sondern auch auf den Knochenbau, das Bindegewebe, die Faszienstrukturen und die Muskulatur vor allem im Bereich des Beckens verbunden. Frauen besitzen zudem biologisch eine deutlich höhere Lebenserwartung als Männer. Aus diesem Grund sollten gerade auch Frauen zur bestmöglichen Erhaltung ihrer aufrechten Körperhaltung und ihres hoffentlich auch anmutig beschwingten Gangbildes, möglichst früh im Klimakterium spezielle Checkups durchführen lassen. Es sollten neben den gynäkologischen Checkups möglichst auch Untersuchungen der Hüften, der ISG und des unteren Rückens durchgeführt werden. Und natürlich sollten sich alle Frauen im Anschluss daran auch ausführlich und persönlich beraten lassen. Gegebenenfalls können sie sich auch schon frühzeitig über bioregenerative individuelle Interventionen informieren lassen.

Was ist eigentlich ein ISG-Syndrom?

Etwa drei- bis viermal so viele Frauen wie Männer leiden unter iliosakralen Hüftschmerzen. Dies wird zum Einen auf die anatomischen Besonderheiten des weiter ausladenden Beckens der meisten Frauen und zum Andern aber auch auf die hormonellen Auswirkungen auf die stabilisierenden, mehr oder weniger elastischen, bindegewebigen Faszienstrukturen der Hüften, des Beckenringes und des tiefen Rückens zurückgeführt.

Wer sind die Betroffenen?

Einseitige Fehlbelastungen durch langes Sitzen und Stehen in der Freizeit und im Beruf, ungünstige Sportarten und Unfälle sind sowohl bei Männern wie auch bei Frauen mit erhöhtem Risiko für ein schmerzhaft einschränkendes ISG-Syndrom verbunden.
Auch findet sich beim weiblichen Geschlecht eine besonders hohe Anzahl von iliosakralen Problemen nach Operationen an den Bandscheiben, nach Wirbelversteifungen und nach Hüft- Operationen wie dem Gelenkersatz TEP wieder. Eine ganz besondere Herausforderung für  Hüften, ISG und Rücken der Frau stellen aber Schwangerschaften und Geburten dar. Hierbei kommt es besonders häufig zu ISG-Syndromen mit entsprechenden Hüft- und Rückenschmerzen. Und diese können bei einer nicht ausreichenden Beachtung und Behandlung nachhaltige schmerzhafte Probleme im Zusammenhang mit dem ISG-Syndrom, aber auch weitere Probleme der Hüften und des tiefen Rückens entstehen lassen.

© Gina Sanders_fotoliaFrauen in den Wechseljahren leidern tendenziell häufiger am ISG-Syndrom als Männer. (© Gina Sanders_fotolia)

Wie verläuft die Untersuchung?

Der Spezialist wird Sie nach einer Abklärung Ihrer Lebensgeschichte gezielt weiter untersuchen und dabei versuchen, vorhandenes Regenerationspotential bestmöglich ausfindig zu machen. In den letzten Jahren haben Rheumatologie/Osteologie, Sportmedizin, Faszienbiologie, Radiologie sowie die bioregenerative Interventionsmedizin erfreuliche Fortschritte auf diesem Gebiet gemacht.
Der Faktencheck Hüfte, ISG und Rücken sollte aber auch über folgende Parameter gezielte Aussagen ermöglichen:

  • Wie ist die aktuelle Knochendichte der Hüfte und der Lendenwirbel?
  • Wie ist der aktueller Zustand der Bandscheiben und des Spinalkanals der LWS?
  • Wie ist der aktueller Zustand der Hüft- und Kreuzdarmbeingelenke, z.B. bei Arthrose?
  • Wie ist die aktuelle Corestability (Iliopsoas, Piriformis, Erectoren und tiefe Faszien)?
  • Wie steht es um die aktuell erfassbare Sensomotorik, d.h. um die Haltung und das Gangbild?
  • Was sagen aktuelle, spezielle, individuell personalisierte Laborparameter aus?
  • Bestehen wesentliche Grund- und weitere Begleitleiden?

Ohne die Erfassung, die Dokumentation und eine gemeinsame Besprechung dieser
7 Grundsatzfragen kann jedoch keine Strategie geplant werden, welche auch wirklichen Erfolg verspricht. Außerdem ist bei einer Abweichung von diesem Vorgehens keine entsprechend individuell personalisierte bioregenerative Intervention zur noch bestmöglichen ISG-Regeneration und zum bestmöglichen Erhalt der anmutig aufrechten Körperhaltung sowie des hoffentlich noch ebenso anmutigen, beschwingten Gangbildes umsetzbar.

Über eventuelle Möglichkeiten zur Kostenerstattung für diese speziellen Checkups für Hüfte & ISG im Klimakterium und für die eventuell noch möglichen Biointerventionen, wie

  • interstitielles und endovasales Laserlicht,
  • Nukleoplastie,
  • Radiofrequenztherapie,
  • Eigenblut PRP/ACP,
  • stochastisch gepulste Magnetfelder in der Röhre,
  • neurovegetativ myofasziale Tiefenentspannung mit Cholininfusionen,
  • Faszien-Detox,
  • etc.

sowie über weitere ambulante und stationäre Möglichkeiten bei eventuell doch notwendig werdenden minimalinvasiv schonenden Eingriffen an Hüfte & ISG, sowie deren bestmöglichen Vorbereitung und die Nachbehandlung berät Sie der passend spezialisierte Arzt auf diesem Fachgebiet natürlich immer gerne noch ganz ausführlich persönlich.

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Kommentare zum Artikel (5)


30.03.2016 - 10:04 Uhr

Check-Ups für die Hüfte: Untersuchung und...

von Klaus-Peter D.

... Behandlung des ISG-Syndroms bei Frauen. Gibt es das denn auch für Männer?

Dr. Sigg

Antwort vom Autor am 31.03.2016
Dr. med. Peter Konrad Sigg

Sehr geehrter Herr D., vielen Dank für Ihre Frage! Selbstverständlich gibt es iliosakrale Probleme auch bei den Männern! Das Verhältnis liegt bei etwa 1 Mann auf 3 Frauen, wobei spezifische hormonelle Faktoren bei den Frauen während der Periode, durch Schwangerschaften und dann im Klimakterium eine besondere Rolle zu spielen scheinen. Bei den Männern sieht es anders aus: Sie leiden häufiger als Frauen unter rheumatischen Entzündungen der Kreuzdarmbeinfugen und das bereits vor dem 45. Lebensjahr. Osteoporose/Knochenschwund setzt bei Männern dafür in der Regel 10-15 Jahre später als bei Frauen ein. Eine weitere spezifische Sache ist das Iliosakralsyndrom nach Eingriffen an der unteren Lendenwirbelsäule, die bei Männern ja - aus welchen Gründen auch immer - wesentlich durchgeführt werden. Knochen, Knochenmark und natürlich das Myofaszialsystem sind ein ganz besonderes, komplexes System in dem es sehr viele Faktoren zu berücksichtigen gibt, die von recht unterschiedlichen Berufsgruppen teilweise sehr sektoral untersucht, beurteilt und zu behandeln versucht werden. Fazit: natürlich sollten auch Männer ihr ISG und ihren unteren Lendenwirbelsäulenabschnitt in der 2ten Lebenshälfte `pflegen` und gegebenenfalls durch gründliche Check-ups überprüfen lassen! Vielen Dank also nochmals für Ihre Frage - auf die ich eigentlich schon längst gewartet habe ;) P. Sigg

24.03.2016 - 09:37 Uhr

Ich soll im Juni zur Schmerztherapie. Diese hat...

von Barbara B.

... das vorherige Mal jedoch nichts gebracht. Kann mir jemand einen Arzt im Raum Bayern, Region Nürnberg, München oder Regensburg empfehlen? Kennt jemand eine gute Adresse? Vielen Dank.

Dr. Sigg

Antwort vom Autor am 24.03.2016
Dr. med. Peter Konrad Sigg

Sehr geehrte Frau B., der Begriff 'Schmerztherapie' gehört vielleicht doch etwas genauer hinterfragt. Die Mediziner verstehen hierunter eine spezielle 'Therapie' von Schmerzen, die bereits auch durch chronifizierende psychische und psychosoziale Komponenten geprägt sind. Bei Rheumatischen Entzündungen mit immunologischen Ursachen, aber auch bei aktivierten Reizzuständen durch z.B. Instabilitäten oder 'Faszien-Verklebungen' sollten die eigentlichen Schmerzursachen aufgespürt und möglichst gezielt behandelt werden. Bei 'Mischzuständen' wird's ganz schwer. Ich darf hier als Arzt mit eigener Praxis keine Kollegen und keine Kliniken benennen: vielleicht können Ihnen aber Ihr Hausarzt oder ihre Hausärztin oder die Rheumaliga oder die Schmerzliga weiterhelfen?! Ich selbst behandle 'nur' rheumatische und überlastet aktivierte Problematiken von Hüfte/Becken und tiefem Rücken und habe leider auch schon sehr lange Wartelisten. Möglicherweise können Ihnen aber gerade auch Patient_Innen aus Ihrer Region hier auf dem Portal ihre Erfahrungen mitteilen und wir bleiben im Kontakt! Nochmals mit freundlichen Grüßen, P. Sigg

23.03.2016 - 19:09 Uhr

Hallo, ich hatte eine Bandscheiben-OP 5/1 mit...

von Barbara B.

... Nervfreilegung im November 2015. Durch Reha kam es zur Besserung. Nach 5 Wochen konnte ich jedoch schlechter laufen und habe Gelenkschmerzen bekommen. Ich leide außerdem unter einem steifen Gang. Was kann ich tun?

Dr. Sigg

Antwort vom Autor am 24.03.2016
Dr. med. Peter Konrad Sigg

Sehr geehrte Frau B.! Ihre geschilderten Probleme ca 2 Monate nach der Nervfreilegung mit anschließender Reha sollten Sie unbedingt nochmals sowohl von einem versiertem Wirbelsäulen- und auch von einem ebenso versierten Rheuma-Spezialisten abklären lassen! Möglicherweise liegt zusätzlich zu den Instabilitäten und Stenosen eine Autoimmunproblematik wie z.B. eine spezielle Form von Rheuma der Wirbelsäule mit Beteiligung zusätzlicher Gelenke vor: Wo leben Sie denn?!: vielleicht gibt es auch in Ihrer Region Kolleg_Innen, die bald die richtigen Weichen stellen können... In der Hoffnung, dass Sie bald wieder mobil werden & Mit freundlichen Grüßen, P. Sigg

29.02.2016 - 15:23 Uhr

Hallo, bei mir wurde vor einer Woche in der...

von Georgia

... Notaufnahme folgende Diagnose gestellt: ISG affektiv BDS. Eine Bekannte sagte mir, dass aus einem ISG-Syndrom auch ein Bandscheibenvorfall werden kann. Da ich erst in einem Monat einen Termin beim Orthopäden hab, wollte ich Sie fragen, auf was ich achten muss. Herzlichen Dank.

Dr. Sigg

Antwort vom Autor am 29.02.2016
Dr. med. Peter Konrad Sigg

Vielen Dank für Ihre Frage, aber ... `affektiv BDS` ist mir nicht geläufig: vielleicht hieß es ja auch `alternativ BSV`? ISG-Syndrom und Bandscheibenvorfall (BSV) sind tatsächlich sehr oft kombinierte Probleme. Der Orthopäde wird`s schon richtig zuordnen und dann entsprechend gezielt weiterbehandeln können. Bis dahin aber möglichst kein langes ruhiges Sitzen, viel Bewegung, viel auf den Beinen bleiben und kein schweres Heben mit verdrehtem Rücken. Mehr kann ich `aus der Ferne` und ohne Befunde leider nicht anbieten! Trotzdem: Gute Besserung! P. Sigg

02.02.2016 - 11:23 Uhr

Guten Tag, ich finde diesen Artikel sehr...

von Ingrid W.

... hilfreich, verstehe aber manche Begriffe nicht ganz. Insbesondere aber bewegt mich folgende Frage: Wie erkenne ich bei meinen eigenen Rückenschmerzen, dass es auch tatsächlich das Iliosakralgelenk ist, welches die Schmerzen verursacht? Wenn bei mir Rückenschmerzen im Lendenbereich auftreten, tut immer alles, einschließlich des Bauches weh. Ich kann dann nicht mehr unterscheiden, ob es wieder die Bandscheiben der rechte Hüftte oder gar etwas ganz anderes ist, was den Schmerz verursacht. Wäre eine genauere Differenzierung des Schmerzverhaltens eventuell möglich? Danke.

Dr. Sigg

Antwort vom Autor am 02.02.2016
Dr. med. Peter Konrad Sigg

Sehr geehrte Frau Ingrid W.! Vielen Dank! Die Beschreibung der Symptome und des Schmerzverhaltens allein führt selten direkt zu den eigentlichen, biostrukturellen Ursachen. Im Bereich der Hüfte und des tiefen unteren Rückens sind viele traditionelle `Diagnosen` nur Fremdworte für Symptome und beinhalten keinerlei ursächlichen Fakten und Schmerzmittel bei `Pseudodiagnosen` wie `Lumbalgie=Lendenschmerz` oder `Lumboischialgie= Lendenschmerz mit Ischiasschmerz` sind dann nicht immer das wirklich einzig Sinn stiftende Resultat. Starke Schmerzmittel wirken auch bei allen anderen körperlichen Schmerzen. Nicht spezifische Rückenschmerzen durch chronische Verspannungen (Stress) können Hausarzt oder Hausärztin als die kompetenteren Ansprechpartner als Orthopädie oder Rheumatologie selbst lösen. Entzündlich rheumatische oder aktiviert degenerative Ursachen in Hüfte und tiefem Rücken bedürfen dagegen einer intensiveren, eingehenderen Diagnostik, z.B. im MRT oder CT, spezifische Laborparameter, manchmal auch bildgesteuerte `diagnostischen Infiltrationen`, bei denen nur örtlich wirksame Mittel gezielt z.B. in die iliosakrale Hüftspalte, in auffällige Lendenwirbelgelenke, in den Spinalkanal, an Nervenwurzeln des Ischias oder auch an Faszien-Knochenhaut-Übergänge (`Enthesen`) der Lendenwirbelsäule und des Beckenringes injiziert/infiltriert werden. Je mehr Erfahrung die Spezialistin oder der Spezialisten hierin besitzt, desto sicherer und schneller werden so die `relevanten` Strukturen erst definitiv korrekt identifiziert und dann ein - jetzt hoffentlich immer noch mögliches - passgenau biologisch orientiertes Regenerationskonzept für die unterschiedlichen, aber stets ineinander verwobenen Probleme von Hüfte, Kreuzbein, Bandscheiben und Lendenwirbeln abgeklärt. Fachbegriffe für spezielle therapeutische Biointerventionen erfordern eine besonders sensible Information. Bitte stellen Sie, wenn Sie auch darüber informiert werden, immer so lange alle Ihre Fragen, bis Sie alles wirklich richtig verstanden haben. Nur so können Sie selbstbestimmt eigenverantwortlich mitwirken! Beratungen zu individuellen Diagnosen und zu eventuell noch möglichen spezifischen therapeutischen Optionen dürfen grundsätzlich immer nur nach einem mindestens einmaligen zuvor stattgefundenen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt erfolgen; das Internet kann/darf diesen Kontakt noch immer nie und in wirklich keinem einzigen Fall ersetzen! In meiner Sprechstunde berate ich Sie aber gerne weiter! P. Sigg


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