Wechseljahre natürlich behandeln

Herr Keisinger

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© 4774344sean - iStock© 4774344sean - iStockDie Behandlung der weiblichen Wechseljahre ist heute sanft und natürlich möglich.

Beschwerden wie Hitzewallungen, trockene Schleimhäute aber auch Haarausfall und depressive Verstimmungen, sind auf den Umbau des Hormonsystems in dieser Lebensphase zurückzuführen. Viele Frauen leiden unter diesen Beschwerden und aufgrund der drohenden Gefahr einer Krebserkrankung, meiden sie die klassische Hormonersatztherapie. Damit wird diese Zeit der Umstellung nicht nur zu einer Qual, sondern es kann durch den Hormonmangel in der Folge auch zu weiteren Erkrankungen kommen. Beispiele hierfür sind die Fibromyalgie, Osteoporose, Depressionen aber auch Herz-Kreislauferkrankungen und Gelenkerkrankungen.

Wenn das Risiko für altersbedingte Folgeerkrankungen gesenkt werden soll, ist eine Behandlung des Hormonmangels von besonderer Bedeutung.

Der Mangel an Hormonen beginnt in unserer heutigen Gesellschaft immer früher. Die doppelte Belastung, durch die steigenden Anforderungen im Beruf und die Vereinbarung mit dem familiären Alltag, sind neue Herausforderungen, die auch das Hormonsystem beeinflussen. Migräne und eher untypische Anzeichen, wie Durchfälle oder Verstopfungen lassen nicht gleich eine hormonelle Störung vermuten, können aber ein früher Ausdruck eines Progesteronmangels sein. Auch neu entwickelte diffuse Ängste oder die verminderte Belastbarkeit können frühe Warnzeichen sein.

Falls solch eine Störung des Hormonhaushalts erkannt wurde, ist es besonders wichtig, den Mangel natürlich auszugleichen. Die klassische Hormonersatztherapie führt teilweise zu schwerwiegenden Nebenwirkungen und kann nicht individuell an den Hormonmangel der Patientinnen angepasst werden. Zudem kommen synthetische Hormone zum Einsatz, die sich nicht genau in den physiologischen Stoffwechsel des Körpers einbauen und daher in unterschiedlichem Maße zu Komplikationen führen können. Nicht umsonst gibt es die Vorschrift, nur dann eine Hormonersatztherapie durchzuführen, wenn es zwingend notwendig ist und diese so kurz wie möglich anzuwenden.

Dies alles, trifft auf die natürliche Behandlung der Wechseljahre oder des Hormonmangels nicht zu. Am Anfang und wenn die Beschwerden eher leicht sind, besteht die Möglichkeit mit pflanzlichen Stoffen, wie z.B. Mönchspfeffer oder Traubensilberkerze zu helfen. Sind die Beschwerden allerdings stärker und treten häufiger auf, so ist es notwendig, den Mangel gezielt zu ersetzen. Nicht zuletzt, da ein ausgeglichenes Hormonsystem, vor weiteren Erkrankungen schützen kann. Bei stärkeren Beschwerden oder einer eventuell schon leichten Osteoporose sollte ausschließlich mit humanidentischen Hormonen therapiert werden.

Durch die Behandlung mit humanidentischen Hormonen kommen Hormone zum Einsatz, die sich in ihrem Aufbau nicht von den körpereigenen Hormonen unterscheiden. Dies hat den großen Vorteil, dass es bei einer fachgerechten Anwendung in der Regel nicht zu unerwünschten Nebenwirkungen kommt.

Die humanidentische Hormontherapie ist eine sehr individuelle Therapie, die genau auf die Patientin abgestimmt ist.

Durch die Behandlung mit humanidentischen Hormonen, werden nicht nur die Beschwerden behandelt unter denen die Patientinnen unmittelbar leiden, sondern sie können den Körper auch vor degenerativen Erkrankungen schützen. Durch den ausgeglichen Hormonhaushalt im Rahmen einer humanidentischen Hormontherapie, besteht die Möglichkeit eines Schutzes vor Osteoporose, Herz-Kreislauferkrankungen und anderen altersbedingten Erkrankungen.

Eine Therapie mit humanidentischen Hormonen erhöht nicht das Krebsrisiko. Bei der humanidentischen Hormontherapie handelt es sich um eine intelligente, schonende Therapie und Vorsorge.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (5)


03.11.2017 - 08:34 Uhr

Ich leide seit dem ausbleiben der Periode unter...

von Annette

... Migräne ,die mich acht mal monatlich mich. Die Migräne habe ich schon 35 Jahre lang, aber doch nicht so häufig. Bei vielen Frauen lässt diese in den Wechseljahren nach, bei mir hat sie sich sehr verstärkt. Haben Sie einen Rat für mich, was mir helfen könnte? Ich wäre Ihnen sehr dankbar.

Herr Keisinger

Antwort vom Autor am 07.11.2017
Jens Keisinger

Liebe Annette, vielen Dank für Ihre Anfrage. Es scheint, als würde ein hormoneller Zusammenhang bestehen. Es könnte sein, dass Sie schon immer einen etwas niedrigen Progesteronspiegel hatten, dies wird nun im Rahmen der Wechseljahre verstärkt, da der Progesteronspiegel weiter absinkt. Eventuell ist dies für Ihre Migräne verantwortlich. Ich würde Ihnen empfehlen einen Hormonstatus vornehmen zu lassen um dies einmal zu überprüfen. Ein Mangel kann mit bioidentischen Hormonen ausgeglichen werden. Mit freundlichen Grüße Praxis Jens Keisinger

10.09.2016 - 23:22 Uhr

Hallo, ich habe seit Monaten Hitzewallungen und...

von Anja

... Schweißausbrüche und kann schwer einschlafen. Was kann ich dagegen machen?

Herr Keisinger

Antwort vom Autor am 07.11.2017
Jens Keisinger

Liebe Anja, da ich leider nicht weiß, wie alt Sie sind, können Ihre Schweißausbrüche viele Ursachen haben. Da Sie hier schreiben, gehe ich aber davon aus, dass Sie sich um den Zeitraum der Wechseljahre herumbewegen. Daher kann es sein, dass Sie unter dem absinken der Hormone, insbesondere unter dem Absinken der Östrogene leiden. Dies muss jedoch von einem Facharzt überprüft werden, der Ihnen dann entsprechende Präparate verschreiben kann. Eventuell kann aber auch eine Untersuchung der Schilddrüse hilfreich sein. Kommt es hier zu Störungen kann es sich auf den Schlaf auswirken. Hier kann Ihnen zum Beispiel Ihr Hausarzt weiterhelfen. Mit freundlichen Grüßen Praxis Keisinger

24.02.2016 - 06:38 Uhr

Hallo, ich bin 52 Jahre alt und habe schon seit...

von Eva

... fast 10 Jahre keine Periode mehr. Ich habe viele Beschwerden, die entweder auf Schilddrüsenstörungen(Knoten) oder Wechseljahresbeschwerden hindeuten. Leider war mein Frauenarzt nicht bereit einen Hormonstatus zu machen. Er will mir einfach Hormone verschreiben. Nachdem ich das abgelehnt hab, hat er gesagt, ich soll zum Nervenarzt gehen. Nun bin ich von den Ärzten enttäuscht. Schade, dass Sie so weit weg sind. Könnten Sie mir dennoch vielleicht im Raum Augsburg einen Arzt empfehlen, der mich ernst nimmt und mit Humanidentischen Hormonen behandelt?

Herr Keisinger

Antwort vom Autor am 07.11.2017
Jens Keisinger

Liebe Eva, ich hoffe, dass Sie in der Zwischenzeit einen Kollegen gefunden haben und es Ihnen wieder gut geht. Sollte dies nicht der Fall sein, empfehle ich Ihnen die Therapeuten Liste des VAK Verlags. Entschuldigen Sie unsere späte Antwort. Mit freundlichen Grüßen, Praxis Keisinger

10.11.2014 - 16:18 Uhr

Ich bin 48 Jahre alt und leide seit einigen Jahren...

von Silvia

... an Schlaflosigkeit, d. h. dass ich zwar einschlafen kann, aber oft dann in der Nacht aufwache und einige Stunden wach liege. Sicherlich ist dies auch auf meine hohe berufliche Belastung zurückzuführen. Ebenso schwitze ich teilweise in der Nacht vor allem vor meinen Tagen. Ich nehme pflanzliche Mittel wie z. B. Johanniskraut, Baldrian, Passionsblume. Die Wirkung dieser Präparate hält sich in Grenzen. Was würden sie mir empfehlen?

Herr Keisinger

Antwort vom Autor am 11.11.2014
Jens Keisinger

Liebe Silvia, Ihr Versuch Ihre Beschwerden mit pflanzlichen Präparaten zu behandeln war eine sehr gute Idee. Besonders am Anfang können diese Präparate sehr gut funktionieren. Mit Ihrem Alter von 48 Jahren, ist es wahrscheinlich, dass Sie unter einem Progesteronmangel leiden. Besonders die Schlafstörungen deuten daraufhin. Durch Ihre hohe Belastung im Job, werden sowohl Ihre Schilddrüse als auch andere hormonelle Systeme besonders in Anspruch genommen. Auf Grund Ihrer Hitzewallungen kann es sein, dass langsam auch Ihr Östrogenspiegel sinkt. Mein Empfehlung ist, lassen Sie Ihren Hormonstatus untersuchen. Hier ist der 19.-21. Zyklus Tag der richtige Zeitpunkt. Sollte Ihre Menstruation sehr unregelmäßig sein, sollte die Untersuchung in der zweiten Zyklushälfte, mit mind. fünf Tagen Abstand zur nächsten Menstruation erfolgen. Sie haben so die Möglichkeit genau die humanidentischen Hormone in der Dosierung zu ersetzten, die Ihnen fehlen. Achten Sie auch bitte darauf, dass Ihre Schilddrüse mit kontrolliert wird. Hier spielt auch der fT3-Wert eine Rolle. Als weitere sehr natürliche Methode kann ich Ihnen aus meiner Erfahrung heraus Yoga empfehlen. Wir konnten in Bluttests nachweisen, dass Frauen, die regelmäßig Yoga ausüben, deutlich höhere Hormonspiegel haben als Ihre Geschlechtsgenossinnen die kein Yoga praktizierten. Herzliche Grüße Jens Keisinger

25.10.2014 - 10:56 Uhr

Auch eine leichte Pille kann unter solchen...

von Anja

... Wechseljahresbeschwerden helfen-ich bin 46Jahre u.mache das prinzip seit Jahren ausser das mir auffällt man doch nicht so ganz herum kommt in Hitzewallungen zu geraten,besonders ein paar tage vor den Tagen,auch verstimmungen sind dabei angesagt trotz ausgewogener Ernährung wozu würde man dann raten wenn man die Pille absetzt wie spielt sich das im weiblichen Körper ab?Wird die Periode stärker oder man dann mal ans sterilisieren denken es geht auch hierbei noch um Verhütung was meinen sie ?

Herr Keisinger

Antwort vom Autor am 27.10.2014
Jens Keisinger

Liebe Anja, wenn ich Sie richtig verstanden habe, nutzen Sie die klassische Hormonersatztherapie? Falls das so ist, empfehle ich Ihnen einmal Ihren Hormonstatus untersuchen zu lassen um zu sehen ob Sie richtig mit Hormonen versorgt sind. Da Sie noch jung sind, sollten Sie sich jedoch überlegen, ob Sie nicht lieber humanidentischen Hormonen nutzen wollen. Diese passen besser zu Ihrem Körper und bei der richtigen Dosierung, die für Sie notwendig ist, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Symptome vergehen. Die Stimmungsschwankungen vor Ihrer Regel können daran liegen, dass Sie zu wenig Progesteron produzieren. Dies ist auch das Hormon, das sich im Laufe des weiblichen Lebens zuerst abbaut, daher entwickeln viele Frauen besonders in der zweiten Zyklushälfte Probleme, da in dieser Hälfte das Progesteron deutlich höher ist als in der ersten Zyklushälfte. Ihre Hitzewallungen sind hingegen eher ein Zeichen für einen Östradiolmangel, es kann aber auch sein, dass Ihre Schilddrüse etwas Unterstützung braucht. Von der "Pille" rate ich Ihnen allerdings ab, da es sich dabei nicht um humanidentische Hormone handelt. Herzliche Grüße Jens Keisinger


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