Das jameda-Interview: 9 Fragen an Frau Dr. med. univ. Sonja Inderesiinfo_plain_20gr

Frau Dr. Sonja Inderesi praktiziert als Allgemeinärztin in Oberasbach. (© Inderesi)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau Dr. med. univ. Sonja Inderesi  interessante Fragen zu ihren Erfahrungen als Allgemeinmedizinerin.

jameda: Frau Dr. Inderesi, was hat Sie motiviert, Ärztin zu werden und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Frau Dr. Inderesi: Ich wollte immer etwas Sinnvolles tun. In einem Praktikum in der Klinik hat mich dann die Dankbarkeit einer Patientin so tief bewegt, dass ich mich für die Medizin entschieden habe. Meine Ausbildung in der Inneren Medizin habe ich begonnen, weil ich in der Lage sein wollte, Menschen umfassend und auch in Akutsituationen behandeln zu können. Aktuell habe ich ein Standbein in der Hämatoonkologie und in der Allgemeinmedizin. Beide Felder sind spannend und ich lerne stets dazu.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Frau Dr. Inderesi: In der Allgemeinmedizin freue ich mich, wenn ich Patienten durch Vorsorgeuntersuchungen, Primärprävention und optimale Einstellung der Risikofaktoren helfe, so lange wie möglich Ihre Gesundheit zu erhalten. Zusätzlich freut es mich durch Botulinum den Leidensdruck bei Menschen lindern zu können, die von starkem Schwitzen oder signifikanten Falten im Gesicht beeinträchtigt werden.

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Frau Dr. Inderesi: Meine Eltern. Sie haben sich stets für Ihre Patienten eingesetzt und sich fortwährend weitergebildet.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern?

Frau Dr. Inderesi: Wir freuen uns unseren Patienten nun auch die Onlineterminvergabe und die Videosprechstunde anbieten zu können. Gerade das vergangene Jahr hat gezeigt, dass flexible Lösungen wichtig sind. Zudem war es nötig persönliche Kontakte zu reduzieren. 

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Frau Dr. Inderesi: Die Allgemeinmedizin ist ein sehr umfangreiches Fachgebiet, in dem Patient und Arzt optimalerweise viele Jahre einen gemeinsamen Weg gehen.

Nachdem sich die Medizin fortwährend spezialisiert, ist zudem eine gute Zusammenarbeit mit den Fachärzten wichtig. Für den Patienten wiederum ist der Hausarzt die Schnittstelle, die den Überblick behält und die weiteren Schritte koordiniert

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Frau Dr. Inderesi: Ich bemühe mich, den Patienten individuell zu behandeln. Eine Lösung ist nicht automatisch für jeden Einzelnen die Beste, sondern muss in Zusammenhang mit den Lebensumständen und der Persönlichkeit des Patienten betrachtet werden.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Frau Dr. Inderesi: Ich bin in der glücklichen Lage, mit sehr freundlichen und kooperativen Patienten arbeiten zu dürfen. Gerade im Corona-Jahr 2019 ist aufgefallen, wie vernünftig und verständnisvoll sich unsere Patienten verhalten.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Frau Dr. Inderesi: Da gibt es viele. Ich erzähle Ihnen von dem eingangs erwähnten Erlebnis, das mich bewogen hat, Ärztin zu werden: Ich machte damals ein Pflegepraktikum und fütterte täglich eine Patientin, die nach einem Schlaganfall nicht mehr Leben wollte und die Nahrung verweigerte.

An einem Tag änderte sie ihre Einstellung. Ich war total glücklich und fragte sie, warum sie ihre Meinung geändert hätte. Sie nahm meine Hand und sagte: „Wegen Ihnen, Gott schütze Sie!“ Da wurde mir klar, wieviel Gutes wir mit kleinen Dingen bewirken können.

Der Empfangsbereich der Praxis Dr. Birkmann. (© Inderesi)
jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Frau Dr. Inderesi: Die wichtigsten Empfehlungen sind bekannt, aber ich wiederhole sie gerne. Ich bin überzeugt, dass die beste Medizin ist, gar nicht erst krank zu werden. Nicht zu rauchen ist ein sehr wichtiger Punkt in der Prävention.

Ebenso Sport; dabei ist es nicht wichtig, welchen Sport man macht, aber man sollte ins Schwitzen kommen. Sport kann das Leben verlängern und Krebs verhindern. Ansonsten sollte auf Normalgewicht, moderaten Alkoholkonsum und die seelische Gesundheit geachtet werden.

Zur Person

  • 2008 -2015 Studium der Humanmedizin an Medizinische Universität Wien; Aix-Marseille-Université,Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
  • 2015 Verleihung des akad. Grades: Dr. med. univ., Titel der Arbeit: Einfluss von Zytostatika auf die FDG-18-Aufnahme in Tumorzellen
  • Ausbildung zur Internistin: 2015-2017: St. Theresien Krankenhaus Nürnberg: Innere Medizin
  • 2017-2020: Klinkum Nürnberg: Gastroenterologie, Zentrale Notaufnahme Nord, Pneumologie, Kardiologie, Internistische Intensivstation Nord 2020 bis jetzt: Klinikum Nürnberg KMT-Ambulanz + Praxis Dr. Birkmann Oberasbach

Zur Praxis

Die Praxis bietet das Spektrum der Allgemeinmedizin. Meine Mutter bietet zudem den Schwerpunkt Sportmedizin, mein Schwerpunkt stellt die Innere Medizin dar, zudem biete ich Botox bei übermäßigem Schwitzen und Faltenbildung im Gesicht an. Als kleines Team möchten wir die Patienten individuell betreuen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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