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Stimmstörung - Fachbegriff: Dysphonie

Frau Köhle

von
verfasst am

© Visionar - Fotolia.com© Visionar - Fotolia.comFall 1:

Frau M. ist Grundschullehrerin. Sie muss in der Klasse viel und manchmal auch laut sprechen. Seit einigen Monaten fällt ihr auf, dass Sie abends immer unter Heiserkeit leidet. Anfangs erholt sich ihre Stimme über Nacht. Schließlich wird es so schlimm, dass sie vor der Klasse steht und die Stimme versagt vollständig. Hinzu kommt noch ein Engegefühl im Hals. Frau M. ist entsetzt und fühlt sich sehr hilflos. Wo kann sie sich Hilfe holen? Was passiert mit meiner Stimme?

Fall 2:
Herr S. musste sich einer Strumektomie (Schilddrüsen-OP) unterziehen, danach hatte er keine Stimme mehr. Der HNO-Arzt stellt eine Stimmbandlähmung fest. Beruflich ist Herr S. jedoch auf seine Stimme angewiesen, denn er ist Journalist. Gibt es eine Möglichkeit der Therapie?

Stimmstörungen / Dysphonie – Eine Definition der funktionellen Stimmstörung
Bei der funktionellen Stimmstörung wird die Stimme bei Belastung schlechter, dies ist ein typisches Merkmal. Dies resultiert aus der Fehlbelastung des Stimmsystems. Es kommt häufig zu Missempfindungen und einem deutlichen Engegefühl. Fall 1 fällt unter diese Kategorie.

Definition der organischen Stimmstörung
Kennzeichnend bei einer organischen Stimmstörung ist, dass diese gleichbleibend schlecht ist und die Stimme ermüdet schneller.
Beispiele einer organischen Stimmstörung sind:
Stimmbandlähmung wie in Fall 2 beschrieben, Stimmbandpolypen, Stimmbandknötchen etc.

Psychogene Stimmstörungen
Diese treten meist sehr plötzlich auf und sind abzugrenzen von funktionellen Stimmstörungen. Bei der Untersuchung der psychogenen Stimmstörung während eines Lombard-Versuchs wird die Stimme wieder weitgehend klar.

Wer ist mein Ansprechpartner?
Der HNO Arzt oder Phoniater klärt ab, um welche Form der Stimmstörung es sich handelt. Wichtig ist auch abzuklären, ob es sich um eine organische Ursache handelt. Im Anschluss daran, stellt er ein Rezept für logopädische Therapien aus.

Warum ist Logopädie nötig?
Im Rahmen der logopädischen Therapie lernt die Klient/In die Stimme physiologisch zu nutzen, so dass keine Stimmbandknötchen mehr entstehen und die Stimme während des Sprechens tragfähig bleibt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (6)


14.11.2015 - 11:40 Uhr

Und was kommt nach der Logopädie, falls diese...

von Diana

... nicht hilft, z.B. bei Stimmbandödemen nach Strumektomie? Ich habe 2 Jahre lang Logopädie über mich ergehen lassen, gebracht hat es NICHTS.... Wie geht es dann weiter?

12.01.2015 - 10:16 Uhr

ich personlich leider unter schildrüsse krebs...

von persa

... .aber seit zwe jahre ist die schilldrüse raus komplet und habe jetzt weidere probleme ich habe naturlich ein grössen schnit ich kann selber auch nicht mehr weider ich bitte wer hat gleiche problem mir ein rat zu schreiben gewicht zu nahme hohe bludt druck und am hals würkungen fest wer kann mir halfen. danke

Frau Köhle

Antwort vom Autor am 12.01.2015
Alexandra Köhle

Hallo Persa, bezüglich eines Rates wegen der ausufernden Probleme aufgrund der Entfernung Ihrer Schildrüse, sollte Sie sich entweder/ und an einen Arzt oder/ und einen Heilpraktiker wenden. Diese können Ihnen evtl. weiterhelfen. Auf jeden Fall haben Sie dort eine Anlaufstelle. Diese Berufsgruppen finden Sie ebenfall in der Jameda Liste. Freundliche Grüße, Alexandra Köhle

10.10.2014 - 11:29 Uhr

Ich habe ein ähnliches Problem wie in Fall 1...

von Denise

... beschrieben. Wenn ich in der Klasse meine Stimme "überreizen" muss, weil die Klasse sehr laut ist, dann habe ich auch - mittlerweile wochenlang diese Beschwerden. Ich habe sogar Mühe zu atmen, wenn ich dann vor der Klasse stehe. Und dabei bin ich kerngesund, habe keinerlei andere Beschwerden. Ich arbeite jetzt seit über 6 Jahren als Lehrerin - und genau solange habe ich auch meine Beschwerden. Ich war schon bei vielen (HNO-)Ärzten, die mir aber nie eine sinnvolle Behandlung vorschlagen konnten. Zu wem soll ich denn jetzt noch gehen? Soll ich vielleicht direkt zu einem Phoniater gehen? Brauche ich da eine Überweisung? Blöderweise mögen es die Ärzte nicht, wenn man ihnen als Laie mögliche Krankheiten nennt. Ich hab mir deshalb schon einiges anhören müssen :(

Frau Köhle

Antwort vom Autor am 15.10.2014
Alexandra Köhle

Liebe Denise, nachdem Sie schon bei einigen HNO Ärzten waren, probieren Sie es doch mal bei einem Phoniater und lassen sich dort ein Logopädie Rezept verschreiben. Es ist durchaus möglich sich noch eine Zweit- oder Drittmeinung einzuholen. Sollten Sie noch weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte direkt an meine Homepage und schreiben mir über mein Kontaktformular.

16.12.2013 - 16:30 Uhr

Meine Tochter leidet auch unter Stimmstörungen...

von Karle

... bzw. hat sehr viel Schleim, der sich nur schlcht löst im Rachen. und dies bereits seit ca. August. Nachdem ich vom HNO-Arzt nun zu Phoneatriker und bei der Magenspiegelung war, stellt sich für sie die Frage, wie lange die Nachbehandlung wohl dauern kann? Sie geht auf ein Musikgymnasium, hat Gesangsunterricht und spielt Klarinette. Sie möchte in Gesang eigentlich nächstes Jahr ihr Abi machen. Vom Phoneatriker bekam sie sofortiges Sing- und Spielverbot, da sich sonst Narben bilden. Morgen gehen wir nochmals zur Nachbesprechung der Berichte zum HNO-Arzt. Ich bin gespannt auf Ihre Meinung. Meine Tochter ist nämlich sehr gefrustet. Vielen herzlichen Dank.

Frau Köhle

Antwort vom Autor am 18.12.2013
Alexandra Köhle

Hallo Herr Karle, ich vermute Ihre Tochter leidet unter einem Reflux, dies kann sich sehr negativ auf die Stimmbänder auswirken . Ich würde Ihrer Tochter empfehlen parallell zur Behandlung beim HNO Arzt noch logopädische Therapien in Anspruch zu nehmen. Ihre Tochter kann sich dies vom Arzt verschreiben lassen. Viele Grüße, A. Köhle

29.07.2013 - 15:27 Uhr

Tippfehler: Calciumräuber (nicht Kalium!)

von Ex-Patientin

29.07.2013 - 13:49 Uhr

Es fehlen die endokrinologisch verursachten...

von Ex-Patientin

... Stimmstörungen. Beispielsweise durch eine Nebenschilddrüsenunterfunktion (auch vorübergehend nach einer Schilddrüsen-OP möglich). Hierdurch oder auch durch einen Vitamin-D-Mangel kommt es zu Calciummangel und dadurch wiederum zu einer Verkrampfung der Sprechmuskulatur bzw. einer schlechteren neuromuskulären Ansteuerung derselben. Dies tritt insbesondere bei physiologischem Stress, d.h. bei allen Tätigkeiten, die Elektrolyte kosten (Ausdauersport, Sauna) bzw. nach dem Genuss von Caliumräubern (Kaffee) oder nach langen Entzündungen/Infekten im Winter (Vitamin D-Mangel) auf. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion (mit TSH am oberen Limit) kann eine verwaschene Sprache verursachen. Ansprechpartner hierfür ist nicht der HNO-Arzt, sondern der Endokrinologe. Ersterer würde sonst bei intakten Stimmbändern eine psychogene Dysphonie mit folgender teurer und sinnloser bis schädlicher Psychotherapie diagnostitzieren. Sollte die verursachende Autoimmunerkrankung schon im Kindesalter aufgetreten sein, droht sonst gar Psychoanalyse wegen vermeintlicher frühkindlicher Schädigung.

Frau Köhle

Antwort vom Autor am 06.08.2013
Alexandra Köhle

Sehr geehrte Frau X, mir war es wichtig die Stimmstörungen darzustellen, die in der Logopädie am häufigsten anzutreffen sind. Trotzdem danke für die Ergänzung natürlich gibt es auch die endokrinologisch verursachten, aber auch die traumatisch verursachten Stimmstörungen z.B. unter Gewalteinwirkung. Freundliche Grüße, A.Köhle


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