Fluch und Segen der Nasennebenhöhle

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Sowohl die Nasennebenhöhlen als auch die Nasenschleimhaut selbst erfüllen eine Vielzahl von wichtigen Funktionen in unserem Atemwegsbereich. Zum Einen sorgen die luftgefüllten Knochenräume, die sich zum Großteil erst im Laufe der Kindheit entwickeln, für eine Leichtbauweise des Schädels und für eine Art Knautschzone zum Schutz des Gehirns, zum Anderen sind sie maßgeblich als Resonanzraum am Klang unserer Artikulation beteiligt.

Zusammen mit der Nasenschleimhaut laufen zudem wichtige Klimatisierungsprozesse ab: die eingeatmete Luft wird erwärmt und befeuchtet, selbst bei Minusgraden erreicht die Luft im Rachen eine Temperatur von 25°C! Immunkompetente Zellen und eine Vielzahl von Antikörpern sorgen zudem, gemeinsam mit dem gebildeten Schleim und den Flimmerhärchen, für die extrem wichtige Reinigungs- und Abwehrfunktion.

Gerät dieses komplexe und subtile Gefüge, z.B. durch hartnäckige Keime, Allergien oder anatomische Engstellen, durcheinander, so resultieren akute, akut-rezidivierende oder sogar chronische Entzündungen im Nasennebenhöhlenbereich. Diese Volkskrankheit ist nicht nur lästig und schmerzhaft, sondern kann auch gefährliche Komplikationen mit sich bringen.

Ihr HNO-Facharzt wird die Situation und den Krankheitsverlauf sorgfältig analysieren, Ihnen viele unterstützende Maßnahmen anbieten können und ggf. eine Sanierung der Grundproblematik (Allergie, Nasenscheidewandverkrümmung, Nasenmuschelverdickung) empfehlen.

Im Rahmen von Entzündungen kommt es zu einer Schwellung der Schleimhaut und zu einer vermehrten Sekretbildung. Dadurch werden die Belüftung und die Drainage der Nasennebenhöhlen weiter verschlechtert und es entsteht eine Art Teufelskreis, den es gilt, zu durchbrechen. Entstehen zudem sogar Polypen, so wird in der Regel eine operative Sanierung notwendig. Diese Operation erfolgt minimal-invasiv, also durch das Nasenloch, unter mikroskopischer und endoskopischer Kontrolle.

Im Falle einer akuten Sinusitis können Sie selbst zahlreiche unterstützende Maßnahmen anwenden: Inhalationen mit Salbei und Kamille, Wärmeanwendungen, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Nasenspülungen mit hypertonen Salzlösungen. Ihr HNO-Facharzt kann zudem mit sogenannten hohen Einlagen eine gezielte Abschwellung und damit eine Verbesserung der Beschwerden erreichen, denn wichtig ist ein Freihalten der Zugänge in das Nasennebenhöhlensystem.

Je nach Befund werden zudem lokale Cortisonpräparate und antiallergische Substanzen eingesetzt; in Einzelfällen kann eine antibiotische Therapie notwendig werden. Zur rechtzeitigen Erkennung von drohenden Komplikationen (Augen- und Weichteilinfektion, Hirnhautentzündung, Abszess-Bildung) und zur Vermeidung unnötiger Antibiotikagaben sollten Sie Ihren HNO-Facharzt in die Behandlung von sinusitischen Beschwerden einbinden.

Für die pflanzlichen Wirkstoffe Cineol, Myrtol und Primelmischung sind in Studien signifikante Überlegenheiten gegenüber Placebo in der Behandlung der akuten Sinusitis nachgewiesen worden. Solche Präparate kann man als weitere Unterstützung sehr empfehlen.

Sollten sich die Beschwerden chronifizieren, so steht Ihnen in der HNO-Praxis die hochmodernste Bildgebung für den Nasennebenhöhlenbereich mittels Digitaler Volumentomographie (DVT) zur Verfügung. Hier können chronische Entzündungsherde und anatomische Engstellen bei geringster Strahlenbelastung genauestens analysiert und somit gezielt behandelt werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (14)

Jürgen, 16.10.2016 - 14:04 Uhr

Suche einen Arzt für eine HNO-OP ambulant der Polypen.

Antwort von Dr. med. David Reinhardt, verfasst am 25.10.2016

Bitte vereinbaren Sie einen Termin in der Praxis zur Voruntersuchung, diese Frage lässt sich so nicht beantworten. Herzliche Grüße, Dr. Reinhardt

Roswitha, 01.09.2014 - 10:50 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Reinhardt, heute bekam Scheine hohe Einlage, beim Abschneuzen dieser ist die Eilage auf der linken Seite verschwunden. Kann sie in eine Nebenhöhle gerutscht sein, meinem Ärztin meinte, die sei im Rachen verschwinden, aber das hätte ich doch wohl bemerkt. Beim Abschneuzen merkte ich, dass sie sich löst, war aber nicht im Taschentuch. jetzt bin ich beunruhigt, dass sie noch irgendwo steckt, kann aber frei durchatmen. Herzlichst R.

Antwort von Dr. med. David Reinhardt, verfasst am 01.09.2014

Sehr geehrte Frau Roswitha xxx, dazu kann ich Ihnen hier leider keine weitere Auskunft geben, da ich nicht weiß, welche Art von Einlage verwendet wurde (Material, Größe etc...). Prinzipiell halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass eine Einlage einfach verschwindet. Potentiell kann sie natürlich in den Rachen abrutschen und verschluckt werden. Hierbei besteht allerdings die Gefahr, dass sie in der Luftröhre landet und zu Atemnot oder sogar zum Ersticken führen kann. Wenn Ihre Nasennebenhöhlen bisher nicht operiert sind, halte ich es auch für sehr unwahrscheinlich, dass eine Einlage in die Nebenhöhlen abrutscht. Vielleicht haben Sie sie doch unbemerkt heraus geschneuzt ? Ich hoffe, Ihre Ärztin hat Sie sorgfältig untersucht. Es ist IHR Verantwortungsbereich, auszuschließen, dass sich die Einlage doch noch irgendwo befindet und in die tieferen Atemwege gelangen könnte. Sollte keine sorgfältige Untersuchung stattgefunden haben, kann ich Ihnen nur empfehlen, dies dringlich nachholen zu lassen. Bestenfalls jetzt gleich. Mit einer entsprechenden Bildgebung könnte man diesen Fremdkörper auch in den Nasennebenhöhlen nachweisen. Ich hoffe, Ihnen hiermit geholfen zu haben, muss aber nochmals darauf hin weisen, dass die Beantwortung Ihrer Frage kein Ersatz für die genaueste Suche nach der Einlage ist. Ich kann hier somit keine Verantwortung für die abschließende Klärung Ihrer Frage übernehmen. Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit und herzlichen Grüßen, Dr. med. D. Reinhardt

Gisela, 22.07.2014 - 16:52 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Reinhardt, vielen Dank für Ihre schnelle Beantwortung meiner Belange.Um welche diagnostischen Maßnahmen würde es sich handeln?Wie ich Ihnen ja bereits in meinem ersten mail angedeutet habe,wurden bei mir sogut wie alle diagnostischen Untersuchungen auch eine Geradestellung der Nase vorgenommen.Auch der Einsatz von Antibiotika sowie Antihistaminika und Cortison hat keine Besserung gebracht.Bitte sagen Sie mir,welche Untersuchungen Sie vornehmen würden.Ich werde sie dann mit meinen Unterlagen vergleichen.Gerne würde ich dann in Ihrer Praxis vorbeikommen.Da ich Privatpatientin bin,wäre die Kostenfrage kein Problem. Mit freundlichen Grüßen Gisela

Antwort von Dr. med. David Reinhardt, verfasst am 24.08.2014

Sehr geehrte Frau Gisela xxx, bitte vergleichen Sie hierzu meine ausführliche Antwort vom März diesen Jahres. Die Diagnostik ist nun geschätzt 1,5 Jahre alt und somit m.E. nicht mehr aktuell genug. Vereinbaren Sie gerne einen Termin, dann besprechen wir alle Dinge in Ruhe. Mit freundlichen Grüßen, Dr. Reinhardt

Gisela, 19.07.2014 - 21:08 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr.Reinhardt, am 11.03.2014 hatte Sie mir für mein Nasenschleimproblem freundlicherweise mehre Ratschläge gegeben,die ich alle weitgehend befolgt habe.ISO Bicomplex21,Salzspülungen,Darmsanierung,Dampfbäder usw.Leider hat das alles nichts genützt,der Schleim ist halt da! So allmählich verliere ich die Hoffnung,daß das jemals noch weggeht.Was kann ich denn bloß noch machen?.Sollte ich bei Ihnen in der Praxis vielleicht mal vorbeikommen?,Oder gibt es sonst noch irgendeine Chance der Heilung? Mit freundlichen Grüßen Gisela

Antwort von Dr. med. David Reinhardt, verfasst am 22.07.2014

Liebe Frau Gisela xxx, die genannten Anwendungen waren "Basis-Maßnahmen" zur Verbesserung der Schleimhautfunktion. Ich hatte Ihnen zudem zahlreiche diagnostische Abklärungen empfohlen. Diese können Sie gerne in meiner Privatpraxis vornehmen lassen, eine weitere Empfehlung kann ich ohne Befunde und Untersuchungsergebnisse leider nicht vornehmen. Vereinbaren Sie gerne einen Termin in meiner Praxis. Beachten Sie bitte, dass die entstehenden Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen werden. Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für Ihre Gesundheit, Dr. med. David Reinhardt

Pia, 09.04.2014 - 09:24 Uhr

Sehr geehrter Dr. Reinhardt, habe mit grossem Interesse Ihren Artikel gelesen. Ich leide seit 13 Jahren an einem sinubronchialem Syndrom. Das Astma ist sehr gut mit Symbicort 160/3,5 eingestellt. 2009 wurde eine PansinusitisOp mittels Navigation durchgeführt. Seither aber immer Beschwerden und bakterielle Infekte, Es wird laufend im Abstrich Pseudomonas aerunginosa nachgewiesen. Dieser Keim wurde dann mehrfach mit Tavanic oral, Colistin Inhalationen erfolglos behandelt. Nach Absetzen der AB wieder Beschwerden, d.h. Schleim dick wie Kaugummi, Druck hinter den Augen, Schwindel, Sehschwierigkeiten, Kopfschmerzen (Siebbeinberich), und grüner eingetrockneter Schleim. Mein HNO-Arzt hat auch schon abgesaugt das mir dann auch kurze Zeit Erleichterung bringt. Einer hat auch sogar ein Gerät das fast so stark saugt wie ein "Kärcher". Ob das so gut ist weiß ich auch nicht?? Lt. HNO Arzt ist bei mir "sehr weit ausoperiert" und deshalb trocknet wohl die gesamte Schleimhaut sehr schnell ein.Derzeitige Therapie, wie seit Jahren, Nasonex 2 x 2Hübe, Seit 3 Wochen auf Mometasonfuorat ratio 2 x 2 Hübe (angeblich trockne dieser nicht so aus, bei Bedarf 0lynt 0,1% Spray, Meersalznasenspülungen RC-Cornet und regelmäßig 2 x tgl. NaCl Inhalationen mit Vernebler. Im Moment noch Panotile Chibro 1 -0- 1 Inhalationen mit Vernebler, Außerdem noch Mutaflor 2 morgens.Meine Ernährung ist fast fleischfrei sowie keine Milchprodukte. Was kann ich noch tun? Einmal wurde mir gesagt meine li Nasenscheidewand hätte einen leichten Knick und li habe ich auch oft Ohrendruck wg. der Verschleimung? da hatte ich auch mal einen schrecklichen Tubenkatarrh. Aber 2 HNO Ärtze haben gesagt der Knick sei nicht schlimm. Mit bestem Dank für Ihre Rückmeldung.

Antwort von Dr. med. David Reinhardt, verfasst am 10.04.2014

Sehr geehrte Frau Pia xxx, vielen Dank für Ihre Konsultation. Ich denke auch, dass in Ihrem Fall die „zu weite“ Nase das größte Problem darstellt. Zunächst gebe ich Ihnen hierzu ein paar allgemeinere Tipps, die ich bereits in den vorherigen Antworten zusammengefasst habe: 1. Anwendung eines schleimhautregenerierenden Schüssler-Salzes (ISO Bicomplex 21), 6x1 über 14 Tage, dann 3x1. 2. Hypertone Salzspülungen (2%) verbessern die mucociliare Clearance und sind in Ihrem Fall, denke ich, besser geeignet als 0,9 %. 3. Nach diätetischen Kriterien aus der Traditionellen Chinesischen Medizin sollten Sie "schleimbildende" Nahrungsmittel reduzieren: Milchprodukte, kalte Nahrung, Rohkost, Salate, Zucker. 4. Nach Naturheilkundlichen Gesichtspunkten besteht eine sehr enge Assoziation zwischen Nasenschleimhaut und Darm. Hier empfehle ich eine Darmsanierung z.B. mit Colibiogen 1x5 ml morgens. 5. Nach Kneipp können Thymianbäder (Wechselfußbäder, Wechselarmbäder, ansteigende Vollbäder) einen schönen Effekt haben. Außerdem Kopfdämpfe mit Salz, Kamille, japanischem Heilpflanzenöl. Danach unbedingt das Gesicht trocken verhüllen, damit keine Zugluft und keine Verdunstungskälte entsteht. Ansteigende Fußbäder mit Salz und regelmäßiges Saunieren sind auch zu empfehlen. Ein ganz wichtiger Punkt ist die Pflege der Nasendusche: alle 2-3 Tage auskochen und alle 8 Wochen erneuern, Untersuchungen haben gezeigt, dass die Spülkännchen oft ein Keimreservoir darstellen und Sie sich immer wieder die alten Keime hinein spülen. In Ihrem speziellen Fall empfehle ich zudem eine großzügige Flüssigkeitszufuhr (3 Liter / Tag), eine Mucolyse z.B. mit Soledum Forte, die Installation eines Luftbefeuchters und möglichst Aufenthalte/Kuren in Seeklima-Regionen. Regelmäßig und konsequent Nasensalbe und/oder Nasenöle, Nasenspülungen und Inhalationen sind ganz wichtig. An zusätzlicher medikamentöser Therapie sollte eine hochdosierte Vitamin A und Vitamin E Substitution erwogen werden, sowie der Einsatz eines Leukotrienrezeptor-Antagonisten. Auf keinen Fall abschwellende Nasensprays (!) verwenden, auch das Nasonex bzw. Mometason mal pausieren...Und eine Nasenscheidewand-OP ist aus meiner Sicht eher kontraproduktiv, eine kleine Verbiegung ist SICHER NICHT die Ursache für Ihre Beschwerden...! Da die Schulmedizin bei diesen „trockenen Nasen“ leider an ihre Grenzen stößt, empfehle ich Ihnen hier zusätzlich einen homöopathischen Ansatz: Kalium bichromicum D4 und Hydrastis D4 3xtgl. über Monate hinweg einnehmen, dann beides auf D6 und dann beides auf D12 erhöhen. Auch unter diesen Maßnahmen, fürchte ich, wird es mehrere Monate dauern, bis sich Ihre Beschwerden allmählich verbessern, aber ich bin zuversichtlich, dass sich eine Verbesserung erreichen lässt. Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für Ihre Gesundheit, Dr. med. David J. Reinhardt

Gisela, 05.03.2014 - 16:59 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Reinhardt, habe mit Interesse Ihren Artikel gelesen.Ich leide unter chronischer Sekretbildung(Schleim) in den Nasennebenhöhlen,welches mir in den Rachen und Speiseröhre fließt.Bei mir wurde vor einem Jahr eine Nasenscheidewandbegradigung vorgenommen,dann wurde 5 Monate später eine Ass.-deaktivierung durchgeführt,mit anschließender Gabe von 100 mg Ass täglich ,welches ich nach 5 Monaten absetzen mußte,wegen massiver Magenbeschweden.Jetzt spüle ich täglich mit Emser Salz,mache Inhalationen m,it Kamillosan und wende Rotlicht an.Es wird nie besser!Als Nasenspray benutze ich Nasonex und Nasic.Können Sie mir einen Rat geben was man noch unternehmen kann? Sehr geehrter Herr Doktor! Ich wäre froh,wenn Sie mir einen Rat geben könnten Mit freundlichen Grüssen Gisela

Antwort von Dr. med. David Reinhardt, verfasst am 11.03.2014

Liebe Frau Gisela xxx, so wie Sie die Situation schildern, ist ja schon einiges an Therapie versucht worden. Grundsätzlich sollten folgende Dinge geklärt sein: 1.Gibt es in der aktuellen Bildgebung chronische Entzündungsherde in den Nasennebenhöhlen ? Dann sollte m.E. über eine operative Sanierung nachgedacht werden. 2. Gibt es außer der ASS-Intoleranz weitere allergische Komponenten ? Dann unbedingt antiallergisch mitbehandeln. 3. Gibt es einen aktuellen Abstrich aus dem Nasensekret ? 4. Ist ein Vitamin D Mangel ausgeschlossen ? 5. Ggf. Untersuchung auf Antikörpermangel (SAD). 6. Ausschluss gastrooesophagealer Reflux (Sodbrennen), ggf. Magensäure reduzieren. Je nach Befundkonstellation kann dann der Einsatz von Antibiotika, Antihistaminika, Glucocorticoiden, Leukotrienantagonisten, Protonenpumpen-Inhibitoren und Vitamin D sinnvoll sein. Nasic als Dauertherapie ist nicht geeignet, auch das Nasonex sollte zwischendurch pausiert werden. Ich denke, Ihre Nasenschleimhaut sollte einmal die Chance bekommen, zur Ruhe zu kommen. Unabhängig von den o.g. Punkten empfehle ich Ihnen folgende Dinge: 1. Anwendung eines schleimhautregenerierenden Schüssler-Salzes (ISO Bicomplex 21), 6x1 über 14 Tage, dann 3x1. 2. Hypertone Salzspülungen (2%) verbessern die mucociliare Clearance und sind in Ihrem Fall, denke ich, besser geeignet als 0,9 %. 3. Nach diätetischen Kriterien aus der Traditionellen Chinesischen Medizin sollten Sie "schleimbildende" Nahrungsmittel reduzieren: Milchprodukte, kalte Nahrung, Rohkost, Salate, Zucker. 4. Nach Naturheilkundlichen Gesichtspunkten besteht eine sehr enge Assoziation zwischen Nasenschleimhaut und Darm. Hier empfehle ich eine Darmsanierung z.B. mit Colibiogen 1x5 ml morgens. 5. Nach Kneipp können Thymianbäder (Wechselfußbäder, Wechselarmbäder, ansteigende Vollbäder) einen schönen Effekt haben. Außerdem Kopfdämpfe mit Salz, Kamille, japanischem Heilpflanzenöl. Danach unbedingt das Gesicht trocken verhüllen, damit keine Zugluft und keine Verdunstungskälte entsteht. Ansteigende Fußbäder mit Salz und regelmäßiges Saunieren sind auch zu empfehlen. Ein ganz wichtiger Punkt ist die Pflege der Nasendusche: alle 2-3 Tage auskochen und alle 8 Wochen erneuern, Untersuchungen haben gezeigt, dass die Spülkännchen oft ein Keimreservoir darstellen und Sie sich immer wieder die alten Keime hinein spülen. Ich hoffe, Ihnen hiermit geholfen zu haben, für weitere Rückfragen, Diagnosemaßnahmen und Therapieempfehlungen stehe ich Ihnen in meiner Privatpraxis in Bad Wörishofen sehr gerne zur Verfügung. Mit den besten Wünschen, Ihr HNO-Facharzt Dr. med. David Reinhardt

Christine, 13.01.2014 - 21:00 Uhr

Sehr geehrter Dr. Reinhardt, In Ihrem Artikel erwähnen Sie im Zusammenhang mit den Nasennebenhöhlen mangelnde Belüftung, geschwollene Schleimhaut und Sekretbildung. Die gleichen Symptome fand ich im selben Zusammenhang auch in allen anderen Artikeln, die ich im Internet über die Nasennebenhöhlen gefunden habe. Bei mir verhält es sich leider völlig anders. Nachdem ich mehrmals eine durch Bakterien hervorgerufene Entzündung der Stirnhöhlen und Nasennebenhöhlen hatte wurden Zugänge vergrößert und die Höhlen ausgespült. Begleitend erhielt ich Antibiotika, Schleimlöser und Inhalationen. Meine Nebenhöhlen blieben aber empfindlich und aus Furcht vor einer wiederholten Infektion begann ich bei Bedarf Nasenspülungen mit Kochsalz zu machen. Seitdem hatte ich nie wieder gelblichen Schleim bei Schnupfen. Zwischenzeitlich ist es so, dass ich gar keinen wahrnehmbaren Schleim mehr in der Nase habe. Bei Kälte bekomme ich sofort Schmerzen im Bereich von Nebenhöhlen, Stirnhöhlen und Siebbein. Anfang November hatte ich mich bei Gartenarbeiten verkühlt und habe seitdem Schmerzen in allen erwähnten Bereichen. Es fühlt sich alles sehr trocken an und ich habe keinen Schleim in der Nase. Die Atmung ist so gesehen "frei" aber die Atmung tut weh genug, dass ich nicht "normal" atmen kann. Es fühlt sich roh und wund an. Anders gesagt es brennt und sticht in Nase und Höhlen. Spülungen mit Kochsalz brachten nichts und Inhalationen mit Wasserdampf egal ob mit oder ohne Zusatz von Salbei bringen nur etwas solange ich sie zwei mal täglich anwende. Die Beschwerden halten seit Anfang November 2013 an und ich fühle mich in meiner Leistungsfähigkeit und meiner Lebensqualität eingeschränkt. Andererseits habe ich aber auch die Erfahrung gemacht, dass Ärzte sich auf das verlassen was sie am Patienten finden und bei mir ist keines dieser typischen Symptome vorhanden. Können Sie mir einen Rat geben oder einen Hinweis was es sein könnte? Ich habe wirklich Angst davor zum Arzt zu gehen und als Simulant betrachtet zu werden. Mit freundlichen Grüßen Christine

Antwort von Dr. med. David Reinhardt, verfasst am 23.01.2014

Liebe Frau Christine xxx, zunächst einmal herzlichen Dank für Ihre Konsultation und Ihre ausführliche Problembeschreibung. Ich hoffe, dass keiner meiner Kollegen Sie als "Simulant" deklarieren würde... Die von mir beschriebenen Mechanismen erklären pathophysiologisch die Entstehung einer chronischen / chronisch-polypösen Sinusitis. Bei Ihnen scheint es sich um rezidivierende akute und sogar bakterielle bzw. bakteriell superinfizierte Sinusitiden gehandelt zu haben. Sie können sich sicher vorstellen, dass eine Diagnose und gezielte Beratung ohne eine klinische Untersuchung und ggf. weiterführende Diagnostik äußerst schwierig ist. Aus Ihrer Schilderung würde ich aber vermuten, dass Sie, zumindest im Augenblick, eher nicht an einer chronischen Sinusitis leiden. Vielmehr vermute ich, dass es sich bei den von Ihnen geschilderten Beschwerden um einen Zustand einer chronisch überreizten Schleimhaut handelt, möglicherweise in Kombination mit einer nervalen Überreizung des Nervus Trigeminus, der seine feinen Äste im Bereich der Nasenschleimhaut enden lässt. Um eine genaue Aussage treffen zu können, müsste ich Sie untersuchen, ggf. in der Praxis eine aktuelle Bildgebung mittels DVT anfertigen, ggf. eine erneute Abstrichentnahme vornehmen und mir den Zustand Ihrer Schleimhäute und des OP-Gebietes ansehen. Als grundsätzliche Maßnahmen kann ich Ihnen aber bereits hier und jetzt einige Empfehlungen geben, die Ihre Beschwerden hoffentlich bald lindern: 1. Schützen Sie sich vor Kälte und Zugluft 2. Die Inhalationen, die Ihnen offensichtlich gut tun, sollten Sie 2 x tgl. fortsetzen. Ich würde den reinen Wasserdampf ergänzen um 1 Eßlöffel Natrium Bicarbonicum auf 1 l Wasser. Nach diesem feuchten "Kopfdampf" eine trocken eingewickelte Wärmflasche auf das Gesicht legen und unbedingt das Gesicht weitere ca. 20 Min verhüllen und gut durchwärmen 3. Zur Schleimhautregeneration empfehle ich Ihnen DHU Iso Bicomplex 21, 3 x 1 Tablette im Mund zergehen lassen und lange im Mund halten 4. Eine konsequente Pflege mit Nasensalbe, d.h. 3-4 x tgl. eine erbsgroße Menge auf jeder Seite "hochziehen". Hier empfehle ich Ihnen Silicea Phcp-Salbe Phönix 5. Eine weitere sinnvolle Maßnahme kann die Anwendung eines cortisonhaltigen Nasenspray sein, z.B. Nasonex 2 x tgl. - dies würde ich aber im Augenblick erst einmal zurückstellen, so lange sich die Nase so wund anfühlt. Falls Sie an Allergien leiden oder weitere Medikamente einnehmen müssen, lassen Sie die Verträglichkeit bitte durch den Hausarzt überprüfen ! Sollten diese Maßnahmen über einen Zeitraum von 8-10 Wochen nicht eine deutliche Verbesserung erbringen, so empfehle ich Ihnen die Konsultation in der Praxis zur weiteren Diagnostik. Ggf. muss dann auch der Einsatz von Präparaten erwogen werden, die gezielt solche neuropathischen Schmerzzustände lindern. Hier arbeite ich eng mit dem in unserem Zentrum ebenfalls ansässigen Neurologen zusammen. Ich hoffe, Ihnen hiermit geholfen zu haben und wünsche Ihnen alles Gute. Mit herzlichen Grüßen aus dem Allgäu, Ihr HNO-Facharzt Dr. med. David Reinhardt

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