Das jameda-Interview: 9 Fragen an Frau Dr. med. Nicole Korbmacher

Dr. Korbmacher

von
verfasst am

© KorbmacherFrau Dr. Korbmacher praktiziert als HNO-Ärztin in Düsseldorf. (© Korbmacher)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau Dr. Korbmacher interessante Fragen zu ihren Erfahrungen als Hals-Nasen-Ohrenärztin.

jameda: Frau Dr. Korbmacher, was hat Sie motiviert, Hals-Nasen-Ohrenärztin zu werden? 

Dr. Korbmacher: Besonders schön finde ich die Vielfalt meiner Tätigkeit. Die Patienten setzen sich aus allen Altersgruppen zusammen, vom Säugling bis zum älteren Menschen. Der Praxisalltag bleibt dadurch immer spannend und sehr abwechslungsreich.

Weiterhin gefällt mir die Kombination aus der sogenannten konservativen (z.B. medikamentösen) Therapie und gegebenenfalls operativen Behandlungsmöglichkeiten.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie  die größten Herausforderungen?

Dr. Korbmacher: Am meisten freut es mich natürlich, wenn ich meinen Patienten helfen kann, denn das ist ja mein oberstes Ziel.

Herausfordernd ist es für mich, in Stoßzeiten die Menge der Patienten zu bewältigen, ohne dass es zu langen Wartezeiten kommt und jedem Einzelnen dabei trotzdem gerecht zu werden.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen? 

Dr. Korbmacher: Diese Frage kann ich nicht pauschal beantworten, denn jede Erkrankung ist individuell. Meine Beratungen sind grundsätzlich sehr persönlich.

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?

Dr. Korbmacher: Ich erkläre meinen Patienten ihre Erkrankung und die in Frage kommenden Therapiemöglichkeiten. Wenn die Patienten die Zusammenhänge verstanden haben, ist meine Erfahrung, dass sie die Behandlung dann auch wie besprochen durchführen.

Natürlich kann nicht jeder Arzt jeden Patienten erfolgreich behandeln. Die „Chemie“ muss stimmen. Man muss irgendwie schon „zueinander passen“ bzw. „einen Draht zueinander haben“, sonst ist keine erfolgreiche Behandlung möglich. Denn wir wissen alle, dass ein Arzt nicht nur mit Medikamenten heilt.

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?

Dr. Korbmacher: Unser Gesundheitssystem gehört mit zu den besten der Welt. Es gibt nur wenige Länder mit unserem hohen Qualitäts- und Versorgungsstandard, der zudem jedem Patienten leicht zugänglich ist. Überdacht werden sollte das Missverhältnis zwischen der Vergütung technischer und Laborleistungen gegenüber den am Patienten erbrachten Leistungen. Und immer wünscht man sich natürlich mehr Zeit für seine Patienten.

© KorbmacherDer Empfangsbereich der HNO-Praxis Dr. Korbmacher (© Korbmacher)jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?

Dr. Korbmacher: Jeder Arzt versucht, jeden Tag sein Bestes zu geben. Wir Ärzte haben nach einem sechsjährigen Studium und einer weiteren fünf Jahre dauernden Ausbildung in der Klinik unseren Beruf ergriffen, um Menschen zu helfen und sie im Idealfall zu heilen.

Jeder von uns arbeitet viel und hart und bemüht sich, den täglichen Herausforderungen gerecht zu werden. Dabei gibt es bessere und schlechtere Tage. Die Auseinandersetzung mit kranken Menschen ist immer intensiv. Neben der fachlichen Fortbildung sollte man sich natürlich auch um eine stetige persönliche Weiterentwicklung bemühen.

jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?

Dr. Korbmacher: Unsere Praxis ist medizinisch und technisch auf dem neuesten Stand.

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?

Dr. Korbmacher: Im Laufe der Jahre sind mir natürlich viele Patienten ans Herz gewachsen. Kinder, die ich früher behandelt habe, sind mittlerweile erwachsen.

Eine ehemalige „kleine Patientin“, die als Kind bei uns operiert worden war und nun selbst die Ausbildung zur HNO-Ärztin macht, kam vor kurzem mit ihrem eigenen Kind zu einem Eingriff.

Besonders schön war das Erlebnis mit einem kleinen Jungen, dem ich nach einer Operation zufällig im Biergarten begegnete. Er fiel mir um den Hals und gab mir mit den Worten „das ist meine Frau Doktor!“ ein Küsschen.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Dr. Korbmacher:

  • Achtsamkeit.
  • ab und zu innehalten
  • die kleinen Dinge im Leben genießen
  • Zeit mit den Menschen verbringen, die einem wichtig sind
  • sich bewegen
  • gesund essen
  • nicht rauchen

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?
0

Suchen Sie HNO-Ärzte in Ihrer Nähe?

Ort, PLZ, Stadtteil oder Straße
Interessante Artikel zum Thema „Hals, Nase, Ohren”

Inhaltssuche

Durchsuchen Sie sämtliche Artikel auf jameda. Wenn Sie auf der Suche nach Ärzten oder Heilberuflern sind, geht es hier zur Arztsuche

Passende Behandlungsgebiete