Das jameda-Interview: 8 Fragen an Frau Dr. med. Vanessa Ronnenberginfo_plain_20gr

Frau Dr. Ronnenberg praktiziert als Hals-, Nasen-, Ohrenärztin in Hamburg. (© Ronnenberg)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau Dr. med. Vanessa Ronnenberg interessante Fragen zu ihren Erfahrungen als Hals-Nasen-Ohrenärztin.

jameda: Frau Dr. Ronnenberg, was hat Sie motiviert, Hals-Nasen-Ohrenärztin zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Frau Dr. Ronnenberg: Als Medizinstudentin im letzten Jahr ist mir die Zufriedenheit und Freundlichkeit der HNO- Ärztinnen und Ärzte aufgefallen, kombiniert mit meiner chirurgischen Vorliebe ist mir die Entscheidung für dieses wunderbar kleine, überschaubare und doch sehr komplexe Fach leicht gefallen.

Die HNO-Heilkunde ist vielschichtig und die Untersuchungsmöglichkeiten vielfältig und direkt. Wir können Ohren mikroskopieren und Nasen und Kehlköpfe endoskopieren und uns einen unmittelbaren Eindruck verschaffen. Das ist sehr wichtig und wegweisend bei vielen diagnostischen und therapeutischen Fragestellungen.

Unverändert behandele ich mit viel Freude meine Patienten vom Säugling bis zum Hochbetagten. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als niedergelassene HNO-Ärztin war für mich ein wesentlicher Aspekt in meiner Berufswahl. Besonders schätze ich den kollegialen Austausch innerhalb unseres Ärzteteams.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Frau Dr. Ronnenberg: Meine ärztliche Tätigkeit umfasst das vollständige Spektrum der HNO-Medizin. Einer meiner Schwerpunkt ist die Allergologie, die zunehmend an Bedeutung gewinnt. Unsere schnellere Lebensweise, Umweltverschmutzung und natürlich genetische Disposition bringen Allergien und ihre Auswirkungen immer mehr in den Fokus. Daraus können Infekte der oberen Atemwege, Krankheiten der Nasennebenhöhlen und Infektanfälligkeit resultieren.

Aktuell bilde ich mich weiter in den bildgebenden Verfahren, insbesondere der digitalen Volumentomographie, perspektivisch strebe ich zusätzlich die Schlafmedizin an.

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Frau Dr. Ronnenberg: Während meiner Facharztausbildung war mein leitender Oberarzt eine prägende Person für mich. Die ein oder andere damals für mich beiläufig erscheinende Bemerkung von ihm während meiner Spezialisierung und operativen Weiterbildung bekam erst im weiteren Verlauf meiner klinischen und chirurgischen Tätigkeit als niedergelassene HNO-Ärztin Bedeutung. Sie half mir, die HNO-Heilkunde in ihrer Komplexität zu verstehen.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Frau Dr. Ronnenberg: Die zunehmende Digitalisierung macht meinen Alltag leichter. Bilder von bildgebenden Verfahren werden direkt übertragen, Laborergebnisse werden schneller übertragen und teilweise direkt an den Patienten weitergeleitet.

Der interdisziplinäre und kollegiale Austausch wird dadurch erleichtert und kommt letztendlich dem Patienten zugute. Denn dadurch können diagnostische und therapeutische Entscheidungen allumfassender getroffen werden.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Frau Dr. Ronnenberg: Das Immunsystem wird weiterhin eine große Herausforderung für die HNO-Heilkunde bleiben. Allergien, die Mutationsfreudigkeit von Viren und daraus resultierende Infekte der oberen Atemwege und/oder Erkrankungen des Mittel- und Innenohres können für den Patienten weitreichende Folgen haben.

Unsere zunehmend schnelle Lebensweise, ungesunde Ernährung, körperlicher Bewegungsmangel kombiniert mit erhöhtem/ nicht körperlichen Bewegungsradius erfordern eine hohes Maß an Stressbewältigung und Priorisierungsfähigkeiten.

Perspektivisch bedeutsam ist auch das hohe Alter durch den demographischen Wandel. Ohrimplanate werden zunehmend eine größere Rolle bei der Altersschwerhörigkeit spielen. Auch die altersbedingten Probleme des Halses (z. B Schluckstörungen) und der Stimmbänder (Heiserkeit) gewinnen für den Patienten und für uns zunehmend an Bedeutung.

Frau Dr. Ronnenberg während einer Patientenbehandlung. (© Ronnenberg)
jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Frau Dr. Ronnenberg: Meine Patienten schätzen an mir meine Freundlichkeit, Sachlichkeit und Ehrlichkeit.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Frau Dr. Ronnenberg: Offenheit und Ehrlichkeit schätze ich besonders. Und ich bin dankbar für das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Frau Dr. Ronnenberg: Eine gutes Körpergefühl und eine gute Intuition sind wertvolle Bausteine für körperliche und seelische Gesundheit und wesentlich in der Bewältigung von Krankheiten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel? 0

Interessante Artikel zum Thema

Sie suchen einen passenden Arzt für Ihre Symptome?