Mandel-OP bei Kindern: Welche Behandlung ist die richtige?

Dr. Heinze

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© granata68 - fotoliaEine Mandel-OP ist bei häufigen Entzündungen oft notwendig (© granata68 - fotolia)Entzündungen oder Vergrößerungen der Gaumenmandeln sind ein häufiges Problem beim Kindergarten- oder Schulkind. Sie müssen oft operiert werden. Welche Behandlungsmethode ist die richtige?

Grundsätzlich können die Mandeln operativ entfernt oder auch verkleinert werden. Beide Verfahren haben ihren Stellenwert in der modernen Medizin.

Wie können entzündete Mandeln behandelt werden?

Wenn sich die Gaumenmandeln wiederholt entzünden, wird die sogenannte Tonsillektomie empfohlen. Die vollständige Mandelentfernung kommt zum Einsatz, wenn etwa fünf bis sechs akute Erkrankungen mit Antibiotikatherapie im Zeitraum von einem Jahr vorkamen.

Im Kindesalter werden oft  gleichzeitig die Polypen entfernt. Ziel ist es, die Erkrankungshäufigkeit zu reduzieren und gesundheitliche Folgen der chronischen Mandelentzündung auszuschließen.

Die Tonsillektomie ist in der Regel mit einem stationären Krankenhausaufenthalt verbunden, da oft postoperative Schmerzen und Nachblutungen vorkommen.

Wie können vergrößerte Mandeln behandelt werden?

Durch vergrößerte Gaumenmandeln können Schlafprobleme entstehen, da die Atemwege verschlossen sind. Bei der klinischen Untersuchung ist die Beurteilung der Mandelgröße und der oberen Atemwegsmorphologie von Bedeutung.

Auf folgende Symptome sollten Eltern bei schlafenden Kindern achten:

  • Schnarchen
  • Atemaussetzer
  • Nachtschweiß
  • Einnässen
  • unruhige Bewegungen im Schlaf
  • abnormale Schlafposition
  • stark gestreckter Kopf

Diese Symptome sollten während des Tages beobachtet werden:

  • Schwierigkeiten beim Erwachen
  • Reizbarkeit beim Erwachen
  • Hyperaktivität
  • Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprobleme
  • Tagesmüdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • vermehrte Mundatmung
  • Wachstumsverzögerung

Bei der Tonsillotomie werden Teile der Mandeln entfernt. Dabei wird der vergrößerte Anteil reduziert, die zuführenden Gefäße werden aber nicht berührt. Nach der Operation zeigen sich deutlich weniger Schmerz- oder Blutungsereignisse.

Der Eingriff kann ambulant durchgeführt oder mit einem Kurzaufenthalt im Krankenhaus verbunden werden. Verschiedene Instrumente wie zum Beispiel Laser werden dabei eingesetzt. 

Wenn die Mandeln deutlich vergrößert sind, besteht natürlich auch die Möglichkeit, sie komplett zu entfernen. Aus meiner Sicht ist aber die Verkleinerung ebenso wirkungsvoll. Außerdem ist sie schonender für das Kind, da weniger Schmerzen zu erwarten sind und Nachblutungen deutlich seltener vorkommen.


Fazit

Die Studienlage zur Mandelverkleinerung bei der wiederholten Mandelentzündung ist ebenso gut. Wie bei der Mandelentfernung kommen postoperativ Halsschmerzen seltener vor, sodass eine Tonsillotomie als eine operative Option angesehen werden kann. Wenn bei Kindern eine Operation an den Gaumenmandeln notwendig ist, sollten beide heute möglichen operariven Verfahren diskutiert werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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