Schlafapnoe und Schnarchen: Ursachen, Symptome & Behandlung

Dr. Höschel

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© Iurii Sokolov - fotoliaWie unterscheidet sich Schnarchen von einer Schlafapnoe? (© Iurii Sokolov - fotolia)Schnarchen, auch als Rhonchopathie bezeichnet, ist ein häufig auftretendes Problem in der Bevölkerung, das mit steigendem Alter zunimmt. Neben dem harmlosen Schnarchen kann es aber auch ein Symptom für eine Schlafapnoe (Atemaussetzern) sein. Die Schlafapnoe ist weiter zu unterteilen in obstruktive und zentrale Apnoen.

Wie kommt es zum Schnarchen?

Ursache des Schnarchens ist eine Verengung der oberen Atemwege in Verbindung mit dem durch das Ein- und Ausatmen in Bewegung gebrachten Gaumensegel samt Zäpfchen. Die beim Atmen strömende Luft setzt diese in eine Flatterbewegung, die das Schnarchgeräusch erzeugt. Die Verengung des Mund-/Rachenraums erhöht zudem die Strömungsgeschwindigkeit und somit auch die Flatterbewegung.

Eine Verengung kann zum einen aufgrund der Erschlaffung der Muskeln im Mund-/Rachenraum entstehen, aber auch durch allergische Reaktionen und Atemwegsinfektionen verursacht werden. Sie kann aber auch anatomischen Ursprungs sein. Alkohol und Übergewicht sind weitere Faktoren, die das Schnarchen verstärken.

Was ist eine Schlafapnoe?

Vom harmlosen Schnarchen ist die nicht so harmlose obstruktive Schlafapnoe abzugrenzen. Bei dieser ist lautes, unregelmäßiges Schnarchen kombiniert mit Atemaussetzern und mit darauf folgendem heftigem Luftholen. Die Konsequenz ist, dass der Betroffene tagsüber unter Müdigkeit und mangelnder Konzentration leidet. Dies kann zu Unfällen im Straßenverkehr oder während der Arbeitszeit führen. Zudem schüttet der Körper Stresshormone aus, welche weitere Begleitsymptome wie Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen als Folge haben.

Weitere Symptome können Kopfschmerzen, Sodbrennen und Depression sein. Die Ursache hierbei ist auch eine Verengung der oberen Atemwege durch die Erschlaffung der Mund-/Rachenmuskulatur, aber mit dem großen Unterschied, dass sie, aufgrund einer verstärkten Erschlaffung, dem Unterdruck, der von der Lunge beim Atmen erzeugt wird, nicht genug Widerstand leisten kann.

Die Folge ist, dass die oberen Atemwege kollabieren und es zu Atemaussetzern kommt. Neben der Erschlaffung der Muskulatur kann hier auch die Anatomie der Grund für eine erhöhte Verengung des Mund-/Rachenraums sein.

So lässt sich eine Schlafapnoe behandeln

Als Behandlungsoptionen bietet sich zum einen eine Unterkieferprotrusionsschiene oder eine CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure) mittels CPAP-Atemtherapiegeräten an. Gewichtsreduktion und eine Reduktion des Alkoholkonsums können zusätzlich das Schnarchen reduzieren.

Mit einer Unterkieferprotrusionsschiene kann das Problem der obstruktiven Schlafapnoe gelindert werden. Sie bringt den Unterkiefer und damit auch die Zunge nach vorne und sorgt dafür, dass dadurch die Verengung reduziert werden kann. Bei der CPAP-Therapie wird eine Maske über der Nase fixiert und über diese wird ein Überdruck erzeugt, mit dem die Atemwege offengehalten werden.

Als weitere Behandlungsmöglichkeit kann man auch operativ vorgehen. Bei der kausalen operativen Therapie werden Oberkiefer und Unterkiefer mittels Ultraschall-Osteotom von der Schädelbasis getrennt und horizontal noch vorne positioniert, ggf. in Kombination mit einer Rotation. Der Vorteil hierbei ist, dass die Atemwege durch die Neupositionierung dauerhaft geöffnet werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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