Tinnitus: Das "Klingeln" im Ohr mit Yamamoto-Schädel-Akupunktur lindern

Dr. Liebhold

von
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© olly - Fotolia.com© olly - Fotolia.comTinnitus aurium (lateinisch: "Klingeln im Ohr") ist ein Krankheitszeichen (Symptom), bei dem die Betroffenen Geräusche wahrnehmen, welche in der Außenwelt nicht vorhanden sind. In vielen Fällen geht der Tinnitus mit einer Hörminderung einher. 

Die Ursachen sind vielfältig und können verschiedene Ebenen der Hörbahn betreffen. Ausschlaggebend für den Behandlungserfolg ist die Einteilung in eine akute und chronische Form. Es herrscht allgemeiner Konsens, dass die Behandlungserfolge mit einer kausalen Therapie in den ersten drei Monaten (bei der akuten Form) am besten sind. So ist gerade zu Beginn der Symptomentstehung die Zusammenarbeit der verschiedenen Fachgruppen besonders wichtig, um die Ursachen zügig erkennen und behandeln zu können.

Die Aufgabe der Orthopädie beziehungsweise der manuellen Medizin in diesem Zusammenhang besteht in der Abklärung von Funktionsstörungen der Halswirbelsäule und Kiefergelenken. Wir wissen, dass aufgrund der engen anatomischen Nachbarschaft, Erkrankungen der Halswirbelsäule und Kiefergelenke zu einer Beeinträchtigung nervlicher Strukturen und Schaltstellen der Hörbahn führen können. Der Therapeut sucht mit speziellen Techniken und Testungen der manuellen Medizin gezielt nach Funktionsstörungen von Wirbelgelenken (Blockierungen), muskulären Dysbalancen der Nacken- und Kiefergelenkregion, sowie nach Störungen der Kiefergelenkfunktion (craniomandibuläre Dysfunktion). Die Behandlung erfolgt befundabhängig mit Techniken der manuellen Medizin, Osteopathie oder Physiotherapie, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit einem Kieferorthopäden.
Bei der chronischen Form, wenn der Tinnitus länger als drei Monate bestehent, sind die Therapieerfolge auch bei Kenntnis der Ursachen als mäßig einzuschätzen. Dies gilt sowohl für die manuelle Medizin als auch für andere Behandlungsansätze. Das Ohrgeräusch scheint sich verselbstständigt zu haben. Hier hat sich eine große "Spielwiese" für alle möglichen Therapieformen entwickelt, deren Nutzen in der Regel nur der Anwender selbst beurteilen kann.

Manche Ärzte wenden beim chronischen Tinnitus und bei Versagen anderer Therapien mit gutem Erfolg die Yamamoto-Schädel-Akupunktur (YNSA, Yamamoto New Scalp Acupuncture) an. Diese Form der Akupunktur wurde in den siebziger Jahren von dem japanischen Anästhesisten Dr. Toshikatsu Yamamoto entwickelt und seitdem kontinuierlich erweitert und ergänzt. Im Vergleich zur klassischen Körper- oder Ohrakupunktur ist die Schädel-Akupunktur insbesondere bei neurologischen Erkrankungen und Tinnitus überlegen. Die Behandlung wird wie bei der klassischen chinesischen Akupunktur mit sterilen Akupunkturnadeln durchgeführt. Die Punktauswahl erfolgt aber bei dieser Form über eine manuelle Hand-, Bauchdecken- oder Halsdiagnostik. Die Nadeln werden am Kopf in die aktiven Punkte eingebracht und verbleiben für 30 Minuten. Je nach Erkrankungsstadium sind fünf bis zehn Behandlungen notwendig.

Zwei Drittel aller Tinnitus-Patienten profitieren von der Yamamoto-Schädel-Akupunktur. Es gelingt nicht immer, das Ohrgeräusch vollständig zu beseitigen. Dementsprechend betrachten viele Betroffene schon die Umwandlung eines quälenden in ein tolerables Ohrgeräusch als Therapieerfolg.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (6)


02.07.2013 - 18:07 Uhr

Bei mir wurde im akuten Tinnitus vom HNO-Arzt...

von Ulla

... zunächst Nadeln in den Nacken/Ohr-bereich gesetzt. Spürte keine Wirkung , Beim dritten Mal eine Nadel auf den Kopf (er nannte es stress-Pkt), einige Stunden später hatte ich ein unaufhörliches Pfeifen, viel schlimmer als vorher ,wo er noch immer abgeklungen war. Ging dann nach 3 Tagen (Wochenende!) zur NHO_Notabulanz und habe mit hoher Cortisondosis erst mal wieder eingermaßen beruhigt . Ging dann langsam zurück, war aber schlechter als vorher . Und dann , ich verstehe mich selbst nicht , ging ich wieder in deiselbe Praxis und habe den älteren , erfahrenen Arzt gehabt, der Ginkgo-Infusionen machte, dann wieder Akup empfahl. Zweimal Nacken/Ohr, dann beim dritten Mal plötzlich wieder auf den Kopf. Sofort ging es los und das nun seit einer Woche , unaufhörliches Pfeifen . War gestern bei hausärztin, die mir wieder Cortison empfahl (wie voriges Mal, drei Tage , dann weniger ) . Frage .Kann man bei der Akupunktur etwas in Gang setzen und nicht mehr stoppen.?Ich war auch bei einem Prof. Akupunkteur , der mir durch Nadeln in die Füße helfen wollte. Hat nichts gebracht . er sagte, ich sei eine sehr emotionale - sensible Person. o.k. Wahrscheinlich nicht die Einzige auf dieser Welt .. Bin für jeden Rat dankbar . Ich glaube ,es war wirklich dumm von mir selbst und das ist der schlimmste Vorwurf in dieser Situation.

22.02.2013 - 11:27 Uhr

Habe seit 7 Mon.linkes Ohr Tinnitus.Wo gibt es im...

von Christine Braß

... Saarland einen Arzt oder Heilpraktiker.Wie sind die Erfolge bei der Yamamoto Methode.

08.01.2013 - 10:07 Uhr

Seit dem 01.12.2012 bin ich auf dem linken Ohr...

von Sabine Bellstedt, Thailand

... taub, höre lediglich permanent mein Herz klopfen, Rauschen, Piepen etc., auf dem rechten, naja, etwas. Ich dachte, es sei etwas Wasser nach dem Schwimmen im Ohr verblieben, hab dann allerlei Dinge getan, um dieses wieder los zu werden: heftig mit dem Kopf schütteln, hüpfen auf einem Bein und was man dann so lustiges macht. Bin dann nach 3 Tagen in die Apotheke, man gab mir dort Wax und dazu gehöriges "Klistier" und Ohrentropfen. Nach 1 Woche ging ich dann endlich in ein sehr gutes Krankenhaus (Bangkok Hospital auf Koh Samui), dort diagnostizierte mir der Ohrenarzt eine Mittelohrentzündung mit der Bemerkung "deep red". Ich hab ihm mehrmals gesagt, daß ich aber keine Schmerzern habe! Also, geht das denn, Mittelohrentzündung ohne Schmerzen? Keine Ahnung, hatte bis dahin nie Probleme mit den Ohren. Ich schluckte dann brav 7 Tage Antibiotika, je 1 morgens und abends. Hat nicht geholfen. Was kann ich nun selber tun? Habe kein Vertrauen mehr, bekomme bestimmt wieder irgendwelche Pillen, die doch mehr schaden als nutzen. (ich ärgere mich schon schwarz wegen der hohen Dosis Antibiotika). Ich ernähre mich gesund, trinke täglich starken frischen Ingwer-Tee, esse viel Knoblauch usw. Habe übrigens in den letzten 2 Monaten 10 kg abgespeckt, geh aber nicht mehr Schwimmen, der Arzt hat abgeraten. (Wäre vielleicht eine Meerwasserdusche nicht doch ratsam?) Ich fliege erst Anfang April wieder nach Berlin und möchte dann, sollte ich immer noch nix hören, dort zu einem HNO gehen. Ach so, es ist ein Gefühl, als würde ich mit dem Kopf unter Wasser in der Badewanne liegen und ich kann nicht orten, wo Geräusche her kommen. von links oder rechts oder oben oder unten, geschweige denn, richtig an Gesprächen teilnehmen. Ist peinlich, dieses ständige: Wie bitte? Was hast Du gesagt... Ich bitte Sie herzlichst um einen Rat, was kann ich selber tun? Vielen Dank und nette Grüße aus dem Land des Lächelns Sabine Bellstedt

04.12.2012 - 10:15 Uhr

Guten Tag, ich habe chronischen Tinnitus seit...

von Irene Sapadi

... 2010. Seit 2012 habe ich zusätzlich eine chronische Vibration im Ohr. Ist die Yamamoto Methode anwendbar und gibt es in der Nähe von Köln/Bonn einen Arzt oder Heilpraktiker? Vielen Dank. Irene Sapadi

01.12.2012 - 10:09 Uhr

Ich suche einen Akupunkteur in der Nähe von...

von C. Ries

... Trier. Können sie mir jemanden empfehlen?

23.07.2012 - 14:14 Uhr

habe seit 6 monaten einen tinnitus soll jetzt ein...

von Haufe Kerstin

... hörgerät tragen möchte das aber nicht kann man noch eine operation vornehmen


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