Akne - Welche Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Dr. - Privatpraxis

©vgstudio-fotoliaAntibiotikatherapien von innen & Fruchtsäurepeelings helfen, Akne erfolgreich zu bekämpfen (©vgstudio-fotolia)Gerade Jugendliche leiden häufig unter unreiner Haut mit Entzündungen und Pickeln. Man beobachtet jedoch häufig, dass die Akne mittlerweile nicht mehr nur ein Problem von Heranwachsenden ist. Bei Frauen mit Anfang 30, die die Pille nach langjähriger Einnahme abgesetzt haben, tauchen von neuem Pickel auf, die sie an ihre Teenager-Zeit erinnern.

Ursachen: Genetik und Ernährung

Die Ursache der Erkrankung ist mannigfaltig. Genetische Faktoren, wie erhöhte Wachstumsfaktoren oder eine Insulinresistenz können eine Rolle spielen.
Die Ausführungsgänge der betroffenen Talgdrüsen sind durch eine Störung stärker verhornt und mit dem Propionibacterium acnes besiedelt. Dadurch sind die Talgdrüsen leichter entzündlich.

Bei einem Teil der Patienten konnte festgestellt werden, dass die Ernährung Einfluss auf die Erkrankung hat. Eine Insulinresistenz und der übermäßige Genuss von Milchprodukten kann ungünstige Auswirkungen auf eine reine Haut haben.

Wenn häufig zuckerhaltige Speisen und Getränke verzehrt werden, ist auch der Blutzuckerspiegel ständig erhöht, wodurch das Insulin ansteigt. Insulin wird benötigt, damit Zucker in der Körperzelle aufgenommen werden kann. Permanent erhöhte Blutzuckerspiegel können auf lange Sicht zu einer Insulin-Resistenz führen.

Um ständig erhöhten Blutzuckerspiegeln vorzubeugen, sollte man nur drei Mahlzeiten pro Tag verzehren. Auf diese Weise können sich zwischen den Mahlzeiten die Blutzuckerspiegel wieder normalisieren. Die Mahlzeiten sollten ausgewogen sein und mit frischen Zutaten zubereitet werden. Günstig ist es, so weit wie möglich auf Zucker zu verzichten und stattdessen komplexe Kohlenhydrate zu bevorzugen. Sie sind in diesen Produkten enthalten:

  • Vollkornprodukten
  • Hülsenfrüchten
  • frischem Obst und Gemüse
  • Haferkleie
  • Haferflocken

Aufgrund des höheren Zuckergehalts in Obst sollte Gemüse bevorzugt werden.
Daneben kann der übermäßige Verzehr von Milchprodukten ein Auslöser der Akne sein. Man führt das unter anderem darauf zurück, dass auch in der Kuhmilch Wachstumsfaktoren enthalten sind. Ob das im Einzelfall zutrifft, kann man gut selbst feststellen, indem man über drei bis vier Wochen auf Milchprodukte verzichtet.


© hriana - FotoliaAkne-Symptome wie rote Pusteln sind lästig. Was tun? (© hriana - Fotolia)Etablierte Therapiekonzepte

Es gibt in der hautärztlichen Praxis verschiedene Möglichkeiten, Akne im Rahmen der leitlinienbasierten Medizin zu behandeln. Zum einen stehen Cremes und Gele mit antientzündlichen Wirkstoffen zur Verfügung, wie beispielsweise mit Azelainsäure, einem milden Wirkstoff, welcher aus einem Hefepilz hergestellt wird.

Daneben gibt es äußerliche Präparate mit Vitamin-A-Säure oder Benzoylperoxid. Sie bewirken, dass sich die Haut leicht schält und die Verhornungsstörung der Talgdrüsenausführungsgänge wieder normalisiert. Auch äußerlich anzuwendende Antibiotika werden in Kombination mit diesen beiden Wirkstoffen eingesetzt. Die Behandlung mit diesen Präparaten ist so lange wirksam, wie sie äußerlich angewandt werden.

Eine weitere Möglichkeit ist die Einnahme von Antibiotika. Diese Behandlung wird immer durch Cremes und Gele mit Vitamin-A-Säure, Benzoylperoxid oder Azelain-Säure ergänzt. Es kommt dabei entweder Doxyzyklin oder Minocylin über ein bis mehrere Monate zum Einsatz. Durch diese Antibiotika bessert sich die Haut kurzfristig. Insbesondere bei Doxyzyklin muss auf einen entsprechenden Lichtschutz geachtet werden, da das Medikament lichtempfindlich macht.
Aufgrund der zunehmenden Resistenzentwicklung gegenüber Antibiotika und der
Bedeutung der Bakterienflora für die Hautgesundheit sollten innerlich einzunehmende Antibotika nur mit großer Zurückhaltung eingesetzt werden.

Im Rahmen der etablierten Therapie kommt als nächste Therapiemöglichkeit die innerlich
einzunehmende Vitamin-A-Säure Isotretinoin zum Einsatz. Da das Medikament in der
Schwangerschaft zu Missbildungen beim Ungeborenen führt, darf es Frauen im gebährfähigen Alter nur unter strengsten Vorsichtsmaßnahmen verordnet werden. Ein monatlicher Schwangerschaftstest ist obligatorisch. Daneben sind regelmäßige Laborkontrollen erforderlich, da die Leber- und Blutfettwerte ansteigen können. Stark erhöhte Triglyzerid-Werte können zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung führen.

Die Patienten dürfen nicht extensiv Sport betreiben, da es sonst zu Muskel- und Gelenkschmerzen kommen kann. Bei längerer Einnahme beobachten die Patienten, dass die Haut trockener wird und die Pickel verschwinden. Als Nebenwirkung werden auch Lippen und Augenbindehaut trocken. Innerlich eingenommenes Isotretinoin ist ein hervorragendes Medikament, um schwerste Akneformen zu behandeln, die mit einer dauerhaften Entstellung durch Narbenbildung einhergehen.


Naturheilkundliche Therapie

Außerdem kann die Akne mit naturheilkundlichen Präparaten behandelt werden, die individuell für den Patienten zusammengestellt werden. Ziel ist, dass die Akne abheilt. Diese Behandlung erfordert Geduld. Aber bei vielen Patienten ist diese Behandlung wirksam.


© ariwasabi-iStockFruchtsäurepeelings reinigen die Haut und lösen die Verstopfungen der Talgdrüsen (© ariwasabi-iStock)Fruchtsäure-Peeling zur Unterstützung der äußerlichen Behandlung

Um das Hautbild rasch zu verbessern, werden in dermatologischen Praxen die rein äußerlichen
Behandlungen häufig mit einem Zyklus von Fruchtsäure-Peelings kombiniert. Fruchtsäure-Peelings werden vorzugsweise in den Monaten September bis Ende März durchgeführt.

Der Patient führt zu Hause über einige Wochen eine Vorbehandlung mit einer niedrig konzentrierten Fruchtsäure durch. Danach wird das Fruchtsäurepeeling in der Praxis fortgesetzt. Dort wird die Haut zunächst professionell gereinigt und mit einer Lösung auf das Peeling vorbereitet. Anschließend wird die Fruchtsäure aufgetragen. Sie bleibt unter Kontrolle des Arztes für wenige Minuten auf der Haut und wird danach neutralisiert. Zum Abschluss der Behandlung wird noch ein Präparat mit hohem Lichtschutzfaktor aufgetragen.

Es ist wichtig, auch in den Wochen danach konsequent ein Lichtschutzpräparat zu verwenden. Fruchtsäure-Peelings gehören zu den oberflächlichen Peelings, bei denen die oberste Hornschicht der Haut abgetragen wird. Auf diese Weise wird die Verhornungsstörung mitbehandelt. Außerdem kann man feststellen, dass Fruchtsäure-Peelings einen anti-entzündlichen Effekt haben. Entzündete Pickel werden kleiner und verschwinden langsam. Fruchtsäure-Peelings wirken auch hautverjüngend und regen die Kollagensynthese an.

Neue Behandlung mit biophotonischer Therapie

Ganz neu ist eine äußerliche Behandlung mittelschwerer und schwerer Akne-Formen mit einer
biophotonischer Therapie. Bei der biophotonischen Therapie wird ein Gel, das eine
lichtumwandelnde Substanz beinhaltet, auf die Haut aufgetragen und mit sichtbarem Blaulicht
einer hochintensiven LED-Lampe bestrahlt. Es handelt sich hierbei nicht um UV-Licht. Durch die
lichtumwandelnde Substanz im Gel kann das Licht tiefer in die Haut eindringen. Die Behandlung hat neben ihrem antibakteriellen Effekt auch eine positive Wirkung auf die Entzündung. Zur Behandlung der Akne werden über einen Zeitraum von sechs Wochen zwei Behandlungen pro Woche durchgeführt.

Während der gesamten Behandlungsdauer darf man die Haut nicht zu stark der Sonne aussetzen. Zur täglichen Pflege muss man eine Creme verwenden, die einen hohen Lichtschutzfaktor enthält. Auch nach Abschluss der Behandlung verbessert sich die Haut noch einmal in den darauffolgenden sechs Wochen.

Die biophotonische Therapie ist gut für Menschen geeignet, die eine rein äußerliche Behandlung wünschen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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