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Was hilft bei Aknenarben? Alles über Behandlung, Schmerzen, Ergebnisse & Kosten

Frau Winter

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© mtr - iStockAknnarben können das Selbstbewusstsein einschränken. Verschiedene Methoden können jetzt helfen. (© mtr - iStock)Häufig bleiben nach einer intensiven Akne Erkrankung lebenslang unschöne Narben zurück. Die Entzündungen sind weg, aber Dellen und tiefe Einziehungen prägen das Hautbild.

Durch Kombinationsbehandlungen lassen sich diese Hautveränderungen sichtbar verbessern. Die Haut wird feinporiger, die Narben flacher und das gesamte Hautbild gleichmäßiger. Allerdings bedarf es dazu einiger Behandlungen und viel Geduld.

Gehen Aknenarben ganz weg?

Das Hautbild kann durch optimal abgestimmte Behandlungen verbessert werden. Allerdings bleibt vernarbtes Gewebe immer verändert. Durch verschiedene Therapien kann die Struktur aber
deutlich verbessert werden.

Wann sehe ich Ergebnisse?

Je nach Ausprägung der Aknenarben kann bereits nach einer intensiven Behandlung eine Verbesserung sichtbar sein. Die besten Ergebnisse zeigen sich bei regelmäßigen Behandlungen. Ideal ist ein genauer Plan. So kann schnell ein intensives Ergebnis erreicht werden.


Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Mesotherapie

Eine Pflege, die direkt in der Haut wirkt und anders als eine Creme nicht auf der Haut liegen bleibt. Je nach Hautbefund werden Mineralien, flüssiges Hyaluron, Vitamine und homöopathische Wirkstoffe oberflächlich in die Haut eingebracht. Diese direkte Therapie kann das umliegende Gewebe somit optimal versorgen und intensiv wirken. Hyaluron als pflegendes Narbentherapeutikum macht die Haut weicher und zarter.

Medical Peelings

Chemische Peelings reduzieren die Überverhornung und entfernen die bereits abgelösten Hautschuppen. Dadurch machen sie die Haut weicher und aufnahmefähiger.

Micro Needling

Mittels mikrofeiner steriler Nadeln wird eine Perforation der Haut erreicht. Dadurch können die Hautzellen zur Wundheilung angeregt werden und frisches körpereigenes Kollagen bilden. Diese Behandlung eignet sich ideal zur Narbentherapie und ist weltweit die klassische Behandlungsmethode bei Aknenarben.


Scarifikation

(lat. scarificatio das Ritzen) Mit einer scharfen Kanüle werden die narbigen Hautveränderungen im Gewebe gelöst und dadurch Narbengewebe elastischer.

Laserbehandlungen

Der Strahl des Lasers durchdringt die obersten Hautschichten und verursacht dort mikroskopisch kleinste Verletzungen. So wird der Körper angeregt, verstärkt kollagene und elastine Fasern zu produzieren. Die Regenerationsfähigkeit der Haut wird intensiv angeregt.

Hyaluronunterspritzungen

Um das Gewebe intensiv mit Feuchtigkeit zu versorgen, kann auch eine Hyalruonunterspritzung mit einer leichten Hyalruonsäure optimal sein. Durch den quellenden Effekt des Gels werden Dellen angehoben und die Haut dadurch geglättet.

Dermaplaning

Das Abschaben der obersten Hautschicht ist die perfekte intensive Vorbereitung für nachfolgende Behandlungen. Die so vorbereitete Haut kann weitere Wirkstoffe bestens aufnehmen.


Wie sieht ein medizinisch-therapeutischer Behandlungsplan aus? 

Nach einer ausführlichen Hautanalyse werden der Istzustand, die Wünsche und Erwartungen genauestens besprochen. Nun können ein detailliertes Konzept und ein genauer Zeitplan abgesprochen werden.

Jede Behandlung startet mit einer aktuellen Analyse und Hautbetrachtung und der Besprechung der vorausgehenden Therapie. Anschließend wird das Behandlungsgebiet gründlich gereinigt und desinfiziert. Nun beginnt die jeweilige Therapie. Abschließend folgt meist eine beruhigende Maske und die Einweisung in die folgende Pflegeempfehlung für zuhause.

Ideal ist eine Fotodokumentation, um den Erfolg im Verlauf zu sehen. Oft werden kleine Veränderungen nicht so sehr gesehen. Erst im Bildvergleich wird das schöne Ergebnis sichtbar.

© hriana - fotoliaNarben im Gesicht sind eine häufige unschöne Folge der Akne. (© hriana - fotolia)Sind die Behandlungen schmerzhaft?

Schmerzen und Empfindlichkeiten sind immer sehr individuell. Für den individuellen Behandlungskomfort kann eine Betäubungscreme verwendet werden.

Wie sehe ich danach aus?

Direkt nach der Behandlung kann die Haut leicht irritiert bis intensiv gerötet sein, was aber normalerweise nach kurzer Zeit wieder vorbei ist. Das hängt von der Intensität der Behandlung und des gewünschten Behandlungsziels ab.

Wie oft müssen die Behandlungen gemacht werden?

Je nach Wunsch und Erwartung sind mehrere Kombinationsbehandlungen nötig. Da ist Geduld nötig.

Gibt es eine Ausfallzeit?

Je nach Behandlung muss bei intensiven Therapien mit drei bis sieben Tagen Ausfallzeit gerechnet werden. Deshalb ist ein stimmiges Konzept sehr wichtig. Viele Therapien können nur in der sonnenarmen Zeit von Oktober bis März durchgeführt werden. Das muss bei der Konzeptplanung unbedingt berücksichtigt werden.

In welchen Abständen muss behandelt werden?

Der Hauterneuerungs Rhythmus beträgt 28 Tage. Deshalb machen Behandlungsabstände zwischen zwei und vier Wochen Sinn. Nach zwei Wochen ist die intensive Reizung durch die Behandlung meist abgeklungen und der Zellaufbau noch nicht vollständig passiert.

Wie lange hält das Ergebnis an?

Die erzielten Ergebnisse sind meist dauerhaft.

Was kann ich zuhause tun?

Innerliche und äußerliche Pflege ist zur Hautbehandlung sehr hilfreich und unterstützt die Therapien. Allerdings sollte die Pflege immer mit dem Therapeuten abgesprochen werden.

Innerlich: Mikronährstoffprofile zeigen genau, welche Ergänzung zur optimalen Versorgung benötigt werden. Diese Untersuchung kann vom Behandler in einem Labor veranlasst werden.

Äußerlich: Heilerde ist eine effektive Möglichkeit zur aktiven Hauttherapie

Anwendungsempfehlung: 1 Teelöffel Heilerde-Pulver mit etwas Wasser zu einem dicklichen Brei vermischen, auf die Haut auftragen und trocknen lassen, anschließend mit trockenen Händen vorsichtig abrubbeln. Sollte die Haut während des Trocknens stark und unangenehm jucken, waschen Sie die Heilerde einfach sofort mit Wasser ab.

Während des Trocknungsvorganges bindet die Heilerde überschüssigen Talg, lose Haut- schuppen und Schmutzpartikel und reinigt dadurch intensiv die Haut. Das sanfte Abrubbeln entfernt zusätzlich obenauf liegende lose Hautschuppen.

Tipp: Je nach Hautzustand wird empfohlen, die Heilerde-Maske ein- bis dreimal wöchentlich anzuwenden. Der Effekt ist meist sofort danach fühlbar.

Wer bietet solche Therapien an?

Nur Ärzte und Heilpraktiker dürfen diese intensiven Therapien durchführen.

Was muss ich bei der Pflege beachten?

Alle Pflegeempfehlungen direkt nach den Behandlungen müssen unbedingt beachtet werden. Dazu gibt es detaillierte Anweisungen des Therapeuten.

Vermeiden sollten Sie außerdem paraffinhaltige, stark austrocknende und parfümierte Kosmetika sowie Pflegeprodukte mit Konservierungsstoffen.

Wichtig: für die nächsten Wochen auf alle Fälle einen hohen Lichtschutzfaktor verwenden. Ideal ist LSF 30 oder 50.

Ist die Behandlung für alle Hauttypen geeignet?

Ideal sind die Behandlungen auch bei:

  • großporiger Haut
  • unreiner Haut
  • Aber, es gibt auch Ausnahmen, wo die Behandlungen nicht zu empfehlen sind.
  • Einige davon sind:
  • starke, aktive Akne
  • extrem empfindliche Haut
  • bei Keloidneigung (Wulstnarben)
  • Die optimale Eignung für diese Methode sollte immer in einem ausführlichen Vorgespräch abgeklärt werden.

© Africa Studio - fotoliaEine Laserbehandlung ist eine vielversprechende Behandlungsmethode, um die Aknenarben loszuwerden. (© Africa Studio - fotolia)Werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen?

Es lohnt sich, bei der Krankenkasse nachzufragen oder einen Kostenvoranschlag einzureichen. Die gesetzlichen Kassen übernehmen leider selten die Kosten. Die privaten Krankenkassen übernehmen diese meist.

Quick Info

Ausfallzeit: Direkt nach den intensiven Behandlungen ist die Haut stark gerötet. Meist klingen diese Erscheinungen innerhalb des nächsten Tages ab. In Abhängigkeit der Intensität und der gewählten Behandlung.
Schmerzen: keine bis moderate Schmerzen. Auf Wunsch kann eine Betäubungscreme verwendet werden.
Verhaltenstipps nach der Behandlung: Unbedingt Sonneneinstrahlung meiden. Auf Sport und Sauna für einige Tage verzichten.
Behandlungsdauer: zwischen 30 und 60 Minuten

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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