Lust auf Sonne? So finden Sie den richtigen Sonnenschutz

Dr. Moers-Carpi Privatpraxis

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© Mark Bowden - iStockSonnenschutz für Kinder ist so entworfen, dass er auch beim Spielen, toben und planschen hält. (© Mark Bowden - iStock)Die Urlaubssaison steht vor der Tür und mit ihr das herrliche Gefühl von Sonne auf der Haut. Da schlägt man gerne sämtliche Warnungen in den Wind und genießt die Sonnenstrahlen zu ausgiebig. Mit bösen Folgen, wie jeder weiß, der einmal mit einem Sonnenbrand gestraft war. Ganz zu schweigen von den möglichen späteren Schäden wie Falten, Altersflecken und Hautkrebs. Aber wenn man Sonnencreme auf Körper und Gesicht aufträgt, ist man ja bestens versorgt, oder? Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Thema Sonnenschutz.


Welcher Sonnenschutz ist der richtige für mich?

Er muss auf jeden Fall zu Ihrem Hauttyp und zu Ihrem Bräunungsgrad passen. Grundsätzlich gilt: Je heller Ihre Haut ist, desto schneller kommt es zum Sonnenbrand und desto höher sollte der Lichtschutzfaktor (LSF) sein.


Was sagt der Lichtschutzfaktor aus?

Der LSF sagt aus, wie viel länger Sie mit Sonnencreme in der Sonne bleiben können als ohne. Wenn Sie zum Beispiel sehr helle Haut haben, beträgt Ihre Eigenschutzzeit 10 Minuten. Mit einer Sonnencreme mit LSF 30 können Sie dann bis zu 300 Minuten in der Sonne bleiben, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen - zumindest theoretisch.


Wie erkenne ich meinen Hauttyp?

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen vier Hauttypen:

  • sehr heller Teint (Eigenschutzzeit ohne Sonnenschutz 5 - 10 Minuten)
  • heller Teint (Eigenschutzzeit ohne Sonnenschutz 10 - 20 Minuten)
  • leicht getönter Teint (Eigenschutzzeit ohne Sonnenschutz 15 - 25 Minuten)
  • dunkler Teint (Eigenschutzzeit ohne Sonnenschutz 20 - 30 Minuten)

Das ist jedoch nur eine sehr grobe Einteilung. Im Zweifel lassen Sie Ihren Hauttyp von Ihrem Dermatologen bestimmen.


© drubig-photo - fotoliaBesonders helle Hauttypen sind auf einen guten Sonnenschutz angewiesen. (© drubig-photo - fotolia)Ist teurer Sonnenschutz besser als günstiger?

Nicht unbedingt. Hier ist es wie bei vielen anderen Produkten auch. Der Preis sagt nicht unbedingt etwas über die Qualität aus. Auch ein günstiger Sonnenschutz kann sehr wirkungsvoll und verträglich sein. Bei der Stiftung Warentest können Sie sich über die aktuellen Testsieger informieren.


Viel hilft viel - gilt das auch für Sonnenschutz?

Da ist tatsächlich etwas dran. Tragen Sie Ihren Sonnenschutz bereits ca. 20 Minuten vor dem Sonnenbad auf, damit sich der Schutz voll entfalten kann. Nehmen Sie reichlich Creme, denn damit der angegebene Lichtschutzfaktor erreicht wird, sollten Sie bei durchschnittlichem Körperbau etwa eine Menge von drei Esslöffeln verwenden.

Die meisten Menschen nehmen aber viel weniger, was den LSF deutlich verringert. Deshalb ist ein hoher LSF immer zu empfehlen! Vergessen Sie beim Eincremen auch nicht die Ohren und den Nacken - das sind besonders empfindliche Stellen.


Wie oft soll ich nachcremen?

Eine gute Sonnencreme schützt sowohl vor UVA-Strahlung als auch vor UVB-Strahlung. Allerdings geht die Schutzwirkung durch starkes Schwitzen, beim Baden oder Abtrocknen verloren. Cremen Sie deshalb am besten alle zwei Stunden nach - auch bei wasserfesten Produkten. Aber: Wiederholtes Eincremen verlängert nicht die Schutzzeit und auch der Lichtschutzfaktor addiert sich dadurch nicht. Das heißt: Wenn Sie sich zweimal mit LSF 20 eincremen, gibt das nicht LSF 40, sondern bleibt LSF 20.


Was ist der Unterschied von UVA und UVB?

Die UVB-Strahlen der Sonne verursachen einen Sonnenbrand, dringen aber nur in die oberen Hautschichten ein. Die UVA-Strahlen erreichen auch die tieferen Hautschichten und fördern die vorzeitige Hautalterung. Beide Strahlen erhöhen das Hautkrebsrisiko.


Kann ich mit Nahrungsergänzungsmitteln einem Sonnenbrand vorbeugen?

Einen „Sonnenschutz zum Schlucken“ gibt es leider noch nicht. Allerdings ist eine Haut, die gut mit allen Nährstoffen versorgt ist, weniger anfällig für Sonnenschäden - so wie ein gesund ernährter Körper über ein besseres Immunsystem verfügt. Das gilt aber nicht nur für die Urlaubszeit, sondern das ganze Jahr über. Essen Sie deshalb am besten immer so bunt und abwechslungsreich wie möglich.


Kann ich die Sonnencreme aus dem letzten Urlaub noch verwenden?

Schauen Sie auf das Haltbarkeitsdatum: Wenn es nicht überschritten ist, können Sie Cremes oder Sprays aus dem Vorjahr bedenkenlos verwenden. Wichtig ist jedoch, dass Sie Sonnenschutzmittel gut verschlossen und kühl lagern. Am Strand sollten Sie sie also nicht in die pralle Sonne legen, sondern mit einem Handtuch abdecken oder ganz unten in die Tasche packen.


© Piotr Marcinski - fotoliaMit dem richtigen Sonnenschutz können Sie die Sonne und auch den Urlaub bedenkenlos genießen. (© Piotr Marcinski - fotolia)Was ist der UV-Index?

Der UV-Index ist ein objektives Maß für die Stärke der sonnenbrandverursachenden UV-Strahlung der Sonne. Die Skala geht von eins bis zwölf. Bereits bei einem Wert von drei sollte die Haut unbedingt geschützt werden. Sie finden den UV-Index auf den Wetterportalen im Internet oder auch in Ihrer Wetter-App.


Brauchen Kinder extra Sonnenschutz-Produkte?

Kinderhaut kann die Sonnenstrahlen noch schlechter wegstecken als Erwachsenenhaut. Deshalb sollten Babys und Kleinkinder unter zwei Jahren keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden.

Auch danach hat die zarte Haut der Kleinen andere Ansprüche an einen Sonnenschutz als die der Großen - zum Beispiel, weil sie gern stundenlang im Wasser planschen. Daher gibt es extra Produkte, die sich den Kleinen und ihren Aktivitäten anpassen: Sie können leicht aufgetragen werden, halten auch im Wasser besser, lassen sich nicht so einfach abrubbeln und brennen nicht in den Augen.


Was kann man sonst noch tun, um gut geschützt zu sein?

Klingt zwar seltsam, wenn man ein Sonnenbad nehmen will, stimmt es aber trotzdem: Den besten Sonnenschutz bietet die richtige Kleidung. Achten Sie auf Textilien mit einem hohen UPF. Das ist die Kurzbezeichnung für UV Protection Factor. Er entspricht dem Lichtschutzfaktor bei Sonnencremes und gibt an, um welchen Faktor das Kleidungsstück die Eigenschutzzeit der Haut verlängert.

Grundsätzlich gilt: Dunkle Farbe, ein dichtes Material und Synthetikfasern schützen besser als z.B. helle Naturmaterialien. Unsere Empfehlung: Tragen Sie für einen sicheren Aufenthalt in der Sonne körperbedeckende Textilien, die nach dem UV STANDARD 801 geprüft sind. Wenn Sie dann noch eine Kopfbedeckung mit breiter Krempe, eine Sonnenbrille aufsetzen und alle unbedeckten Körperteile gründlich mit Sonnencreme eincremen, dann steht einem unbeschwerten Urlaub nichts mehr im Wege.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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