Erste Hilfe bei Brandwunden

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Brandverletzungen zählen zu den häufigsten Unfällen im Haushalt und in Arbeitssituationen. Die Haut rötet sich meist in Sekundenschnelle, bildet Blasen oder erleidet tiefere Wunden. Wie man bei Brandverletzungen erste Hilfe leistet und wann eine ärztliche Behandlung notwendig ist, erklärt dieser jameda Gesundheitstipp.

Verbrennungen und Verbrühungen der Haut
Verbrennungen der Haut entstehen durch Kontakt mit Feuer, Flammen oder heißen Gegenständen. Durch heiße Flüssigkeiten oder Dämpfe kommt es zur Verbrühung der Haut. Öl ist hier besonders gefährlich, da es deutlich heißer wird als Wasser und schnell in tiefere Hautschichten vordringen kann. Chemische Substanzen, Strom oder Blitzschlag wie auch die UV-Strahlen der Sonne zerstören ebenfalls die Haut durch Verbrennung.

Welche Hautschichten sind von der Verbrennung betroffen?
Das Ausmaß einer Verbrennung wird nach der Tiefe der Wunde beurteilt. Dabei beschreiben die Grade I bis IV, welche Hautschichten betroffen sind:

  • Grad I: Die Haut ist oberflächlich gerötet und geschwollen, sie schmerzt. Die Wunde heilt ohne Narbenbildung ab.
  • Grad II a: Die Haut bildet zusätzlich oberflächliche Blasen, es können Narben zurückbleiben.
  • Grad II b: Das Gewebe ist tiefer zerstört, es bildet sich ein weißlicher Wundgrund. Die Wunde schmerzt nur wenig, da schon Schmerzrezeptoren zerstört sind.
  • Grad III: Blasen, Brandschorf und weißer Wundgrund entstehen, die Wunde schmerzt nicht.
  • Grad IV: Die Haut ist trocken, zerfetzt und verkohlt. Knochen, Sehnen und Muskeln sind sichtbar, Schmerz fehlt.

Bei Verbrennungen droht Gefahr für den gesamten Körper
Neben der Tiefe werden Verbrennungen auch nach ihrer Ausdehnung beurteilt. Schwere Verbrennungen liegen vor, wenn bei Kindern unter zwei Jahren 5 %, bei Kindern 10 %, bei Jugendlichen 15 % und bei Erwachsenen 20 % der Körperoberfläche betroffen sind. Zur Abschätzung kann man den Körper dabei in Bereiche unterteilen, die je etwa 9 % der Körperoberfläche einnehmen: Kopf, Arm, Genitalbereich, Bauch, Brust, oberer Rücken, unterer Rücken, Bein vorne und Bein hinten. Durch die ausgedehnte Zerstörung der Haut tritt viel Flüssigkeit aus den Blutgefäßen aus. Dadurch entstehen Wasseransammlungen im Gewebe, der Blutdruck sinkt ab und die Nieren können versagen. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich die Wunden infizieren und zu einer Vergiftung des gesamten Körpers führen. Sind 40 % der Körperoberfläche eines Erwachsenen verbrannt, besteht akute Lebensgefahr.

So leisten Sie erste Hilfe bei Verbrennungen (Grad I und II a)

  • Kleidung entfernen. Festklebende Kleidungsstücke belassen.
  • 15-20 Minuten kühlen, am besten unter fließendem Leitungswasser.
  • Ist die Haut nur gerötet, keinen Verband anlegen.
  • Treten Blasen auf, desinfiziert man sie und deckt sie mit sterilen Kompressen ab. Große Blasen sollten vom Arzt behandelt werden.
  • Brand-Salben wirken kühlend, desinfizierend und schmerzlindernd.
  • Keine Puder, Salben oder Öle auftragen!
  • Bei Sonnenbrand Sonne strikt meiden, kühlen und ein Après-Gel auftragen.
  • Bei Verbrennungen ab Grad II b sofort ärztliche Hilfe holen!

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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