9 Fragen an Frau Schmitt von Like Hair Medizinische Haarprothetik

Frau Schmitt ist die Inhaberin von Like Hair Medizinische Haarprothetik. (© Like Hair)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau Schmitt von der Like Hair Medizinischen Haarprothetik interessante Fragen zu Grundsätzen der Klinik und Behandlungsmethoden. 

jameda: Frau Schmitt, Sie sind Inhaberin von Like Hair Medizinische Haarprothetik. Was sind Ihre Tätigkeitsschwerpunkte und was macht diese besonders?

Frau Schmitt: Der Schwerpunkt meiner Tätigkeit liegt darin, fehlendes Haar wieder zu ersetzen. Daher setze ich meinen Fokus auf eine ganzheitliche Betreuung, die beginnend von Haarausfall-Analysen, über haarwachstumsfördernde Behandlungen bis hin zum ergänzenden Haarersatz sowie Kopfhaar-Pigmentierung die individuellen Bedürfnisse meiner Patienten abdecken. Da Haarverlust stets analytisch betrachtet werden muss, biete ich ergänzend zu ärztlichen Behandlungen eine Mineralstoffanalyse und eine Ernährungsberatung sowie einen Konstitutions-Selbsttest an. Diese Auswertungen unterstützen Patienten und Ärzte, Symptome des Haarausfalls tiefer zu betrachten und zu behandeln.

Meine Schwerpunkte beinhalten die Erstellung von Kopfhaar-Prothesen, Monturen für Haarintegration und individuelle Haarteil-und Perückenanfertigungen. Hierzu gehören auch Systeme wie Hair-Rooting/Knotting und Hairweaving sowie Haarknüpfarbeiten. Meine hautidentischen Imitate werden mit Haaren besetzt und wirken durch authentische Optik und Haptik absolut realistisch. Somit lassen sich fehlendes Kopf- und Körperhaar realistisch, hautfreundlich und gut haftend erstellen.

In Zusammenarbeit mit Hautärzten, Kliniken, Epithetikern und Ästhetikern fertige ich individuelle Haarergänzungen an. Diesen Anforderungen stelle ich mich mit professioneller Leidenschaft.

jameda: Auf welche Spezialisierungen, Fortbildungen oder besondere Interessen haben Sie dabei Ihren Klinikalltag ausgelegt?

Frau Schmitt: Um meine Patienten bzw. Kunden ganzheitlich betreuen zu können, habe ich mich als Präventions- und Gesundheitsberaterin, Haarprothesen-Epithetikerin sowie Kopfhaarpigmentiererin ausbilden lassen. Alle diese unterschiedlichen Behandlungsrichtungen haben sich als sehr gute ergänzende Lösungsmodelle für Haarverlust bewährt. 

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet gegenwärtig die größten Herausforderungen?

Frau Schmitt: Der Verlust des Haares sorgt oft auf empfindsame Weise auch zu dem Verlust von optischer Authentizität und des Selbstwertgefühls. Empathie und Individualität sollte bei allen Betreuungen an erster Stelle stehen. Denn Haarverlust hat schließlich individuelle Gründe. Kopf- und Gesichtshaare können durch krankheitsbedingte Veränderungen oder erbliche Veranlagungen ausfallen.

Menschen, die an kreisrundem Haarausfall, diffusem Haarausfall oder Autoimmunkrankheiten leiden, kämpfen oft jahrzehntelang mit Haarverlust und suchen nach Antworten und Lösungen.

Haarverlust kann auch eine Folge von Chemotherapien sein. In der Regel dauert es hier einige Zeit, bis sich das Eigenhaar und die empfindliche Haut wieder regeneriert haben. Viele Haartherapien, Behandlungen, aber auch Perücken erfüllen die persönlichen Bedürfnisse meist nur unzureichend. Es gehört zu meinen Zielen, meinen Patienten zu einem zufriedenen Spiegelbild zu verhelfen.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen und Neuerungen, die Ihnen Ihren Klinikalltag erleichtern?

Frau Schmitt: Unsere Beratungen sollen sich patientenfreundlicher ausrichten. Deshalb liegt unser Fokus in der digitalen Betreuung. Hierdurch eröffnet sich eine neue, vertrauenvolle Form von Patientennähe. Eine diskrete, einfühlsame Betreuung ist sehr wichtig, daher bin ich für die von jameda angebotene, sichere Videosprechstunde sehr dankbar. 

jameda: Welche Herausforderungen werden Ihrer Meinung nach Ihren Fachbereich in Zukunft am meisten beeinflussen?

Frau Schmitt: Eine Herausforderung ist die Gleichstellung von Leistungen und Krankenkassenabrechnungen bei Frauen und Männern. Männer können bei androgenem Haarausfall keinen Anspruch auf Kassenleistung beanspruchen.

Meines Erachtens benachteiligt das junge sowie ältere Männer in der Gleichsetzung ihrer Haarausfall-Probleme. Junge Männer leiden durch die optische Verzerrung eines Haarverlust besonders stark. Die abverlangte Zumutbarkeit des männlichen Haarausfall ist ein bitteres Thema für *Männer/Gender gerichtete. Daher wird die Gleichsetzung durch die Gender-Politik wichtig sein, um Reformen bei den Krankenkassen umzusetzen.

Dieser Herausforderung sollten wir uns stellen und Fairness sowie Gleichberechtigung im Behandlungswesen anstreben. Für mich ist es wichtig, Menschen weiterzuhelfen, die durch das Raster von kassenunterstützenden Leistungen fallen.

jameda: Welche technologischen Neuerungen werden Ihnen in Zukunft den Klinikalltag erleichtern?

Frau Schmitt: Als Erweiterung meiner Dienstleistung führe ich im Rahmen meiner Mineralstoffanalysen eine Zusammenarbeit mit einem hochwertig technologisierten Analytik-Labor.

jameda: Worin liegen die größten Unterschiede und Vorteile zwischen dem Alltag in einer Klinik/einem MVZ und einer Praxis?

Frau Schmitt: Mein Arbeitsumfeld und meine Erfahrungen bewegen sich in meinen Haarpraxisräumen und in meiner Haarprothetik-Werkstatt sowie in Dialogen mit meinen kooperierenden Arztpraxen. In diesem angenehmen, ruhigen Umfeld kann ich meine Patienten/Kunden bestmöglich betreuen.

Sicherlich sind Kliniken anders strukturiert, um mehr Patienten gerecht zu werden. Meine Eindrücke bezüglich der Unterschiede zwischen Kliniken/MVZ beschränken sich eher auf den Austausch von Patiententhemen. 

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis oder einen besonderen Behandlungserfolg, den Sie nie vergessen werden?

Frau Schmitt: Ich durfte einige rührende und unvergessliche Patientengeschichten erleben. Alle haben mich geprägt, inspiriert und meinen Glauben an die Wichtigkeit meiner Leistung gestärkt. Die mutigsten Patienten waren oft die jüngsten.

So hat mich ein 10-jähriges, haarloses Mädchen dazu beflügelt, einen kindergerechten, alltagstauglichen Haarersatz zu kreieren. Sie war es leid, auf sportliche und aktive Spiele zu verzichten, da ihr dabei oft die Perücke runterfiel. Mit der herkömmlichen Perücke empfand sie sich entfremdet. Zudem blieb ein Schulalltag nicht ohne Hänselei und Tränen aus.

Ich konstruierte ihr einen authentischen Haarersatz, der Sport und wildes Rumtoben erlaubte. Sie ist zu einem selbstbewussten, strahlenden Teenager herangewachsen, der stets viele Komplimente für seine schönen Haare bekam. Keine sah ihr den Haarersatz an. Diese Haarteil-Kreation biete ich dank ihrer Inspiration nun vielen Kindern und Jugendlichen für ein besseres Wohl- und Tragegefühl an. 

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Frau Schmitt: Mein Gesundheitstipp und vor allem mein Lebenstipp ist, seinen Körper ganzheitlich als Seele, Geist und Körpermasse zu achten. Ein Körper ist nach innen sowie nach außen gerichtet. Selbstliebe ist ebenso wichtig wie gute Ernährung, Bewegung und Entspannung. Ist das Gleichgewicht gestört, zeigt sich dies oft in Erkrankungen.

Zur Person

Als Haarexpertin und Gesundheitsberaterin mit dem Schwerpunkt Haar und Haut steht das Thema Haarausfall bei mir im Fokus. Meine Passion und meine Fähigkeiten habe ich seit 2002 ganz dem Bedürfnis und dem Wunsch nach Haarauffüllung gewidmet.

Mein Schwerpunkt ist Alopezie – androgener, therapiebegleitender Haarausfall. Krankheitsbedingter und vererbter Haarausfall sowie Chemotherapie-Folgen sind meist verantwortlich für einen Haarverlust. 

Es bereitet mir Freude, beratend sowie auch aktiv meine Hilfe und Ideen anzubieten. 

Zur Praxis

Meine Kölner Haarpraxis bietet Konzepte und Leistungen an, um verlorengegangenes Eigenhaar wieder zu ersetzen oder das Wachstum des noch aktiven Eigenhaar-Follikels zu fördern. Unsere ganzheitlichen Leistungen sind Ergänzungen zu medizinischen und operativen Behandlungsmöglichkeiten. Der Behandelte profitiert von der beratenden Zusammenarbeit mit Dermatologen, Ärzten und Krankenkassen. Dies sorgt für ein vertrauensvolles Klima, in dem ich patientenfreundliche Lösungen für jedes Haarproblem anbieten kann.

In diskreter Atmosphäre erhalten Patienten/Kunden eine einfühlsame Betreuung. Unsere Zweithaar-Varianten werden von den Krankenkassen unterstützt. Wir rechnen unkompliziert und transparent mit Ihrer Krankenkasse oder auf Privatrechnung ab. Unser kleines Team freut sich auf jede neue Herausforderung.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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