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Hyperhidrose: So wird starkes Schwitzen mit Botox behandelt

Dr. Moers-Carpi Privatpraxis

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© Voyagerix - FotoliaBei zu starkem Schwitzen kommen auch viele Deodorants an ihre Grenzen (© Voyagerix - Fotolia)Schwitzen ist grundsätzlich eine lebenswichtige Körperfunktion, die dem Temperaturausgleich dient. So ist es völlig normal, dass man bei warmem Wetter oder bei körperlicher Anstrengung schwitzt. Auch eine stressige Situation kann einen Schweißausbruch verursachen. Das alles ist nicht bedenklich und natürlich auch nicht behandlungsbedürftig.

Anders sieht es aber aus, wenn Schweißperlen auf der Stirn, schwitzige Hände und Füße oder Schweißränder unter den Achseln zu ständigen Begleitern werden - unabhängig von den Temperaturen oder der momentanen Aktivität. Diese unkontrollierte, vermehrte Schweißproduktion wird Hyperhidrose genannt. Erfahren Sie, wie Botox dagegen helfen kann. 

Wenn selbst das stärkste Deo zu schwach ist

Hyperhidrose ist gar nicht so selten: Etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung leiden darunter. Oft treten die Symptome schon bei Kindern und Jugendlichen auf. Besonders häufig sind die Achselhöhlen, der Kopf, die Handflächen und die Fußsohlen betroffen.

Das ständige Schwitzen ist ziemlich belastend - man fühlt sich ungepflegt und hat Angst vor unangenehmem Körpergeruch. Das kann sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich zu einem echten Problem werden und die Lebensqualität entscheidend einschränken. Ganz besonders in den wärmeren Monaten.


Wie kommt es zu Hyperhidrose?

Häufig ist die Hyperhidrose anlagebedingt. Manchmal sind aber auch Stoffwechselstörungen, hormonelle Umstellungen oder Stresssituationen ein Auslöser. Ein erfahrener Dermatologe wird alle Ursachen abklären und auch eventuelle behandlungsbedürftige Grunderkrankungen ausschließen, um die richtige Therapiemöglichkeit zu finden.


Was hilft dagegen?

Unangenehmer Geruch entsteht durch Bakterien, die den Schweiß zersetzen. In den Achselhöhlen siedeln sich diese Bakterien besonders gern an. Eine regelmäßige sanfte Enthaarung und ein gutes Deodorant, das die Haut nicht reizt, sind deshalb wichtige Voraussetzungen für Geruchsfreiheit.

© stokkete - fotoliaAuch übermäßiges Schwitzen kann mit der richtigen Therapie behandelt werden (© stokkete - fotolia)Bei Fußschweiß können regelmäßige Fußbäder, leichte Baumwollsocken und atmungsaktive Schuhe helfen. Die modischen Sneakers oder auch Feinstrumpfhosen sind hier leider keine optimale Wahl.

Wichtig ist auch eine fachgerechte Pediküre, um Haut und Nägel gesund zu erhalten. Ebenfalls sollten Sie darauf achten, dass sich kein Fußpilz bildet - denn er fühlt sich im feuchten Milieu, wie es eben bei erhöhter Schweißproduktion vorherrscht, besonders wohl.

Aber egal, in welcher Körperregion Sie besonders stark schwitzen. Am zuverlässigsten ist eine Behandlung mit Botulinumtoxin. Sie schafft schnell und wirksam Abhilfe.


Ein Faltenkiller gegen Schwitzen?

In der Tat haben wir sehr gute Erfahrungen mit Botulinumtoxin gemacht. Dieses Medikament kann nämlich viel mehr, als Falten glätten, und ist seit vielen Jahren auch explizit zur Behandlung von Hyperhidrose zugelassen.

Es setzt direkt bei den Schweißdrüsen an, die durch das vegetative Nervensystem zu stark stimuliert werden. Durch die gezielte Injektion wird die Übertragung der Nervensignale auf die Schweißdrüsen zuverlässig gehemmt - und das unabhängig von der Ursache der Hyperhidrose.

Gibt es Nebenwirkungen oder Schmerzen?

Die Behandlung ist bis auf die kleinen Pikser der Injektion schmerzfrei. Sie dauert weniger als eine halbe Stunde. Die Wirkung tritt nach wenigen Tagen ein und hält zwischen sechs Monaten und einem Jahr an. Ansonsten haben Sie keine Ausfallzeiten oder Einschränkungen und können sofort wieder Ihrem gewohnten Alltag nachgehen.


Wann soll man sich behandeln lassen?

Die Behandlung ist ganzjährig möglich. Aber im Frühjahr ist die beste Zeit dafür, denn dann sind Sie in der heißen Jahreszeit frei von unangenehmem Geruch und unerwünschten Schweißrändern. Und: Eine einzige Behandlung genügt, und schon können Sie den Sommer unbeschwert und „trocken“ genießen.


Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Je nach Indikation übernimmt die Krankenkasse nach ausgiebiger Prüfung die Kosten für die Behandlung mit Botulinumtoxin. Bitte klären Sie das im Einzelfall vorher ab, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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