Nagelpilz - das Spektrum möglicher Behandlungen ist größer geworden!

Dr. Seidel

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© Johanna Muhlbauer - Fotolia.com© Johanna Muhlbauer - Fotolia.comPilzbefallene Nägel sind nicht allein ein optisches Problem, sie bieten auch für dem Therapeuten häufig Schwierigkeiten. Oft liegt beim Patienten über Jahre eine "gepflegte" und kaum sichtbare Pilzerkrankung der Füße vor. Diese zeigt sich in vielen Fällen nur durch eine feine Schuppung. Über die Zeit kommt es dann zum Nagelbefall, der zumeist erst auf einer Seite beginnt - irgendwann aber auch auf den anderen Fuß überspringt. 

In den meisten Fällen ist die Diagnose eines Nagelpilzes (Nagelmykose) klinisch zu stellen. Eine Mikroskopie eines frisch abgenommenen Präparates, eine Pilzkultur und eventuell eine feingewebliche Nageluntersuchung runden die Diagnostik ab.

Hat der Nagelpilz nur den freien Teil des Nagels befallen (und nicht mehr als 50%), dann kann ein Versuch mit frei erwerblichen Anti-Pilz-Nagellacken Sinn machen. Ist der Nagel deutlicher bepilzt oder reicht der Befall sogar bis unter das Nagelhäutchen, dann sollte ein umfassenderes Konzept gewählt werden.

Hierfür eignen sich Tabletten, welche oft über Monate in verschiedenen Schemen verabreicht werden. Begleitend dazu sollte ein Nagellack verwendet werden, möglichst mit einer anderen Wirkstoffklasse als das oral verabreichte Präparat. Tabletten haben den Vorteil, dass oft auch ein starker begleitender Fußpilzbefall umfassend zu bessern ist. Nebenwirkungen sind bei den modernen Präparaten kalkulierbarer geworden, obschon Laborkontrollen (Blutbild, Leber- und Nierenwerte, Fette) in bestimmten Abständen indiziert sind. Trotz optischer (d. h. klinischer) Heilung, wird eine mykologische Heilung (d. h. negative Pilzkultur nach Therapie) oft nicht erreicht, Rezidive sind daher möglich. Immer wieder kann es vorkommen, dass Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, Erkrankungen, Nebenwirkungen oder aber einfach der Wille des Patienten gegen eine orale Tablettenbehandlung sprechen. In diesem Falle war früher ein Behandlungserfolg nur schwer zu erzielen.

In jüngster Zeit ist durch den Einsatz der Lasertherapie eine neue Option zur Nagelpilzbehandlung hinzugekommen. Sie wird oft auch salopp als "Nagelblitzen" bezeichnet. Mit einem energiereichen Laser- oder Lichtstrahl wird das befallene Gewebe behandelt. Durch die Wechselwirkung mit dem Licht bzw. eine gezielte Erwärmung wird der Pilz in seinem Wachstum beeinträchtigt und langsam nach außen gedrängt. Die Behandlung ist kaum schmerzhaft und muss ggf. wiederholt werden. Eine begleitende Therapie mit einem äußerlich angewendeten Wirkstoff ist möglich.

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Kommentare zum Artikel (4)


21.11.2014 - 20:20 Uhr

vor ca. 17 Jahren wurde ein Nagel an der großen...

von Helmut

... Zehe entfernt nachdem die Behandlung mit Lack, Tabletten, Bestrahlung ohne Erfolg war. Nun ist vom Nagel fast nichts mehr da..... total befallen....auch die andere große Zehe (sowie weitere Zehen) sind heute befallen

Dr. Seidel

Antwort vom Autor am 23.11.2014
Dr. med. Christian Seidel

hallo, es wäre auf jeden Fall zunächst wichtig, zu sehen, ob wirklich noch ein Pilz vorliegt oder ob es sich um Nagelwachstumsstörungen anderer Ursache handelt. Sinnvoll wäre entweder ein Stück Nagel abzuschneiden und an ein Histologie-Labor zu senden oder ein Fluoreszenz-Präparat. Kulturen sind durchaus einmal falsch negativ, d.h., obwohl ein Pilz im Nagel lebt, geht er auf dem Kulturmedium nicht an. Danach kann man nochmals überlegen

08.04.2013 - 14:43 Uhr

Was kostet so eine Behandlung? MfG. K.

von K.

Dr. Seidel

Antwort vom Autor am 08.04.2013
Dr. med. Christian Seidel

im obersten Kommentar habe ich hierauf eine Antwort gegeben. Ohne genaue Kenntnis des Befundes ist weder eine klare Diagnose noch eine Aussage über Therapiemodalität oder Kosten möglich. Letzteres insbesondere deshalb, weil Geräte, Anwendungshäufigkeit und v.a. auch der Aufwand (Befundausdehnung) erheblich variieren. Ich möchte daher Kollegen nicht vorgreifen. Bei einem Termin in einer Dermatologenpraxis, in der solche Therapien angeboten werden, kann man Ihnen dann sicherlich individuell Auskunft geben.

30.03.2013 - 11:33 Uhr

Zur Prophylaxe gegen Fuß- und Nagelpilz trage ich...

von Beate

... seit neuestem Einlegesohlen aus natürlichem Zedernholz - die angenehm frisch und saugen die im Schuh aufgetretene Feuchtigkeit sehr gut auf. Ganz ohne Chemie. Vorher hatte ich auch andere Einlagen und Sprays ausprobiert. Nichts hat wirklich geholfen und ungesund ist es obendrein, da die Füsse sehr viele (Gift-)stoffe über ihre Hautoberfläche aufnehmen.

27.03.2013 - 08:50 Uhr

Habe etliche Fragen: was heißt bitte "kaum"...

von Franz

... schmerzhaft? Wie kann man den heißen Strahl an der Nagel-Nagelbettgrenze bremsen, wenn der Pilz unter dem Nagel ist? Ist dann nicht auch auf dem Nagelbett ein Pilzbefall anzunehmen? Bedeutet das, dass man den Laserstrahl so lange auf dem Nagel läßt, wie es der Patient aushält? Was kostet das? Kassenleistung?

Dr. Seidel

Antwort vom Autor am 27.03.2013
Dr. med. Christian Seidel

Das hängt ein wenig von den verwendeten Geräten ab. Hier variiert das Gefühl von einem kurzen Hitzeschwall bis hin zu einem sich langsam entwickelnden Wärmegefühl, bei dem man genügend Zeit hat mitzuteilen, wenn es zu warm wird. Tatsächlich wird die komplette Nagelplatte behandelt und v.a. auch der Rand an dem der Nagel unter die Haut taucht. Die Kosten hängen zum einen vom verwendeten Gerät, zum anderen von der Häufigkeit der Sitzungen ab. Bei Geräten, bei denen laut Hersteller nur 1-2 Behandlungen notwendig sind, sind die Preise - insbesondere bei ausgedehntem Nagelbefall - höher (zweihundert bis vierhundert Euro sind bei Recherge nachzulesen). Bei Prozeduren, die in engerem Rahmen zum Auswachsen führen sind sie entsprechend niedriger, fallen aber öfters an. Prinzipiell ist ohne Befundkenntnis eine Aussage prolematisch - auch mit Hinblick auf die verschiedenen Anwenderpraxen. Kassenleistung ist es nicht. Die Abrechnung erfolgt nach der GoÄ (Gebührenordnung Ärzte).


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