Nebenwirkungen bei EGFR-Antikörpertherapie: Was tun bei Hautschäden?

Dr. von Bayern - Privatpraxis

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©fotolia-97569171-Dan RaceUnreine Haut & Pickel während einer Antikörpertherapie erfordern eine spezielle Behandlung. (©fotolia-97569171-Dan Race)Rund 75 Prozent der Krebspatienten, die im Rahmen einer Antikörpertherapie sogenannte EGFR-Hemmer einnehmen, leiden unter akneähnlichen Hautproblemen. Eine frühzeitige Behandlung ist sinnvoll, damit die Beschwerden möglichst schnell gelindert und die Krebstherapie wie geplant weitergeführt werden kann.

Welche Nebenwirkungen schädigen die Haut?  

Spezielle Antikörper helfen, das Wachstum von Krebszellen einzudämmen. So blockieren EGFR-Hemmer die sogenannten EGF-Rezeptoren (Epidermal Growth Factor), also Eiweiße, die für das Zellwachstum zuständig sind und besonders häufig in Tumoren vorkommen. Aber diese Rezeptoren gibt es auch in gesunder Haut, weshalb sie von der Therapie besonders häufig in Mitleidenschaft gezogen wird.

Die frühesten und häufigsten Nebenwirkungen sind akneartige Ausschläge mit vielen Pusteln, die oftmals an Gesicht, Brust und Rücken auftreten und schmerzen. Nach ein bis zwei Monaten können weitere Probleme dazu kommen, wie zum Beispiel:

  • Sebostase: geringere Produktion von Hautfett
  • Gewebeschwund
  • Hauttrockenheit
  • Verletzlichkeit der Haut

Rund 35 Prozent der Patienten leiden auch unter Ekzemen. Die Entzündungen sind häufig mit einem starken Juckreiz verbunden. Bei etwa 10 bis 30 Prozent der Patienten entzündet sich auch das Nagelbett. 

Frühzeitig Hilfe holen

Manche Symptome bessern sich im Verlauf von selbst. Die pustelartigen Ausschläge beispielsweise lassen meist auch ohne Behandlung nach mehreren Wochen nach, so dass nur leichte bis mittelschwere Rötungen und Knötchen zurückbleiben. Aber um die Lebensqualität zu verbessern, lohnt es sich, frühzeitig hautärztliche Hilfe zu suchen.

© fotolia-90409508-flucasGegen akneartige Pusteln helfen z. B. Antibiotika (© fotolia-90409508-flucas)Gegen akneartige Pusteln helfen bestimmte Wirkstoffe, manchmal auch Antibiotika, die in Form von Cremes verschrieben werden. Meist verschwinden die Beschwerden ganz oder bleiben nur in geringfügigem Umfang bestehen. Gängige Aknemedikamente sind für die Therapie eher ungeeignet. Auf jeden Fall sollten Patienten die Behandlung aber mit einer speziellen Pflege unterstützen. 

Bei schweren oder ungewöhnlichen Verläufen sollten die Patienten einen spezialisierten Dermatologen aufsuchen, der viel Erfahrung auf diesem Gebiet hat. Er kann die Behandlung noch individueller gestalten.

Was Sie selbst tun können

Spezielle Pflegemaßnahmen können die Hautprobleme zwar nicht beseitigen, aber zumindest etwas lindern. Folgendes ist grundsätzlich zu empfehlen:

  • Tragen Sie leichte, luftdurchlässige Kleidung, um mechanische Reizungen zu vermeiden.
  • Achten Sie auf Sonnenschutz, da die Haut jetzt besonders UV-empfindlich ist, und vermeiden Sie Sonnenbäder.
  • Pflegen Sie Ihre Haut regelmäßig.
  • Nutzen Sie lauwarmes Wasser und pH-neutrale Seife oder Duschöl.
  • Anfangs sind nicht-fettende Cremes sinnvoll, später dann rückfettende Produkte.
  • Geschädigte Hautareale sollten nicht zu oft gewaschen werden.

Vermeiden Sie außerdem lange und heiße Bäder. Ihre Haut schonen Sie außerdem, wenn Sie auf eine Rasur verzichten und die Haare an der Luft trocknen lassen. Pusteln sollten außerdem nie aufgekratzt werden.

Welche Pflege in Ihrem Fall sinnvoll ist, besprechen Sie am besten mit einem Hautarzt. Er diagnostiziert mögliche Hauterkrankungen und verordnet eine phasengerechte Behandlung, damit die Beschwerden schnell nachlassen und Sie trotz Krebsbehandlung etwas Lebensqualität zurückgewinnen. 

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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