Neurodermitis: Wie Sie die Krankheit gezielt behandeln

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© Tharakorn-iStockNeurodermitis führt zu quälendem Juckreiz – aber es gibt Wirkstoffe, die helfen. (© Tharakorn-iStock)Neurodermitis gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen in Deutschland. Lesen Sie hier bei jameda mehr zum Thema.

Hautkrankheiten nehmen stark zu

Unsere Haut ist mit stattlichen zwei Quadratmetern Fläche unser größtes Organ und bietet damit viel Platz für kleine, aber auch große Probleme. Über 15.000 verschiedene Hautkrankheiten sind derzeit bekannt und es werden jedes Jahr mehr. „Hautprobleme haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen“, sagt Dr. Kay Nienstedt, Dermatologe und Allergologe am Hamburger Laserzentrum. Jeder vierte Deutsche, belegen aktuelle Statistiken, leidet etwa unter Ekzemen, Akne, Pilzen oder auch Melanomen. Vor allem aber unter Neurodermitis.

Jedes fünfte Kind leidet unter Neurodermitis

Vier bis fünf Millionen Deutsche sind an dem sogenannten atopischen Ekzem erkrankt. Vor allem sind immer häufiger Kinder, sogar Säuglinge, betroffen. Bei Schulbeginn, so schätzen Experten, hat bereits jedes fünfte Kind Neurodermitis – Tendenz steigend. Selbst Babys kommen immer öfter mit einer kranken Haut auf die Welt.

Quälender Juckreiz ist Begleitsymptom

Neurodermitis ist eine chronische Krankheit, die in Schüben auftritt. In der Haut eines Betroffenen möchte niemand gerne stecken: Neurodermitis zeigt sich mit trockenen, schuppigen und geröteten Hautarealen über den Körper verteilt – durchaus aber auch im Gesicht. Begleitsymptome sind brennende Haut und ein unerträglicher Juckreiz, der die Betroffenen förmlich aus der Haut fahren lässt.

©fotolia-Africa StudioFür das lästige Kratzen kann es viele Ursachen geben (©fotolia-Africa Studio)Neurodermitis hat viele Ursachen

Die Ursache von Neurodermitis sind Fehlfunktionen des Immunsystems und daraus entstehende Allergien. Auch Umwelt- oder Klimafaktoren und Stress können die Krankheit auslösen. Zumeist sind es aber die Gene. Statistiker haben errechnet: Leiden Vater und Mutter an Neurodermitis, wird ihr Kind zu 60 bis 80 Prozent auch Neurodermitiker. Ist nur ein Elternteil krank, sinkt die Wahrscheinlichkeit auf 20 bis 40 Prozent.

Viele Therapien helfen bei Neurodermitis

Neurodermitis ist zwar bis heute nicht vollständig heilbar. Doch sie kann sich „verwachsen“. Das heißt: Bei Betroffenen, die als Kleinkinder gelitten haben, schlummert die Krankheit oft im Erwachsenenalter. Vor allem aber gibt es dank intensiver wissenschaftlicher Forschungen mittlerweile viele wirksame Therapien, mit der Sie die Krankheit in Schach halten und symptomfreie Zeiten stabilisieren können.

Die besten Wirkstoffe

Nicht alle Cremes und Salben greifen so gezielt in den Entstehungsprozess von Neurodermitis ein wie Kortison und sogenannte Immunmodulatoren. Es gibt aber auch „harmlosere“ rezeptfreie Wirkstoffe aus der Apotheke, die den Verlauf der Krankheit stark abschwächen können. Die wichtigsten:

  • Harnstoff (Urea): Er kann Feuchtigkeit binden und so die für Neurodermitiker typische trockene Haut bekämpfen. Ärzte empfehlen bei Erwachsenen eine Konzentration von zehn Prozent (z. B. DERMASENCE Adtop plus).
  • Panthenol: Es wird in der Haut zu Vitamin B5 umgewandelt und fördert die Regeneration von Gewebe sowie die Wundheilung (z. B. DERMASENCE Cream Extra).
  • Glyzerin: Es speichert Feuchtigkeit in der Haut.
  • Polidocanol: Es mindert den Juckreiz, weil es wie eine örtliche Betäubung wirkt (DERMASENCE Polaneth Lotion).
  • Nachtkerzensamenöl: Es enthält Gamma-Linolensäure. Die beruhigt die Haut und unterstützt ihre Regenerationsfähigkeit (z. B. DERMASENCE Cream + Mask).
  • Gerbstoffe: Sie haben eine adstringierende Wirkung und ziehen die Haut zusammen. Ein positiver Effekt bei Wunden.
  • Bisabolol: Es kommt im ätherischen Öl der Kamille vor, wirkt Entzündungen entgegen und beruhigt die Haut (DERMASENCE Adtop Creme).

Die wirksamsten Medikamente

Wenn Cremes nicht mehr wirken, können Tabletten helfen. Allerdings ist dabei das Risiko von Nebenwirkungen deutlich höher. Die vom Arzt am häufigsten verschriebenen Arzneien bei Neurodermitis sind:

  • Antihistamine: Sie hemmen den körpereigenen Botenstoff Histamin, der bei allergischen Reaktionen und der Entstehung von Juckreiz eine wichtige Rolle spielt.
  • Calcineurin-Inhibitoren: Auch sie blockieren die Ausschüttung von Juckreiz verursachenden Stoffen, können aber als Nebenwirkung den Juckreiz anfangs sogar verstärken. Außerdem sind sie nicht für Säuglinge zugelassen.
  • Kortison: Es kann als Nothelfer über einen kurzen Zeitraum eingesetzt werden, dünnt aber bei längerer Anwendung die Haut aus.
  • Antibiotika: In schweren Fällen können Antibiotika in Form von Tabletten oder Creme verschrieben werden. Da die Haut von Neurodermitikern besonders anfällig ist, weil ihre normale Schutzfunktion gestört ist, können sie bei Infektionen durch Bakterien und Viren helfen.
  • Immunsuppressiva: Sie haben sich bei der Behandlung von sehr schwerer Neurodermitis in groß angelegten Studien sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen grundsätzlich bewährt.
  • Antikörper Dupilumab: Ein ganz neues, gerade zugelassenes und vielversprechendes Medikament bei Neurodermitis. Es unterdrückt ebenso die Wirkung der entzündungsfördernden Botenstoffe und gilt als gut verträglich.

©fotolia-Dan RaceAchten Sie auch nach dem Duschen darauf, dass Ihre Haut nicht austrocknet (©fotolia-Dan Race)Was Sie noch tun können

Die Therapie von Neurodermitis besteht aber nicht aus Cremes und Tabletten allein. Viele Maßnahmen sind nötig, um der Krankheit ihren Schrecken zu nehmen. Was Sie noch tun können:

  • Kleidung: Vermeiden Sie alles, was Ihre Haut reizt wie z. B. kratzige Kleidung aus Wolle oder Synthetikfasern. Besser: Baumwolle und Leinen. Es gibt auch mit Silberverbindungen beschichtete Wäsche. Silber tötet Bakterien ab und kann so möglicherweise die Belastung der Haut mit bestimmten Keimen, wie Staphylococcus aureus, reduzieren.
  • Basispflege: Die Devise lautet cremen, cremen, cremen. Und zwar mit rückfettenden und feuchtigkeitsspendenden Produkten. Oft lassen sich allein dadurch symptomfreie Phasen verlängern.
  • Körperpflege: Beim Duschen sollte eine Wassertemperatur von 35 Grad nicht überschritten werden. Heißes Wasser trocknet die Haut zusätzlich aus, ebenso wie Seife. Ideal ist eine rückfettende und feuchtigkeitsspendende medizinische Reinigungsmilch (z. B. DERMASENCE Reinigungsmilch).
  • UV-Licht: Die Bestrahlung mit UVA- und UVB-Strahlen wirkt Entzündungen entgegen und kann die krankhafte Zellteilung bremsen. Sie darf allerdings nicht in Kombination mit einer Tablettentherapie angewandt werden.
  • Hyposensibilisierung: Sofern die Neurodermitis durch Allergene ausgelöst wird, kann eine spezifische Immuntherapie helfen.

Zu guter Letzt: Auch Stress kann unter die Haut gehen. Wer ständig unter Strom steht, nonstop im Einsatz ist, gefährdet auch seine (Haut-)Gesundheit. Wenn die Anforderungen des Alltags zum Risiko werden, können Sie gezielt mit Entspannungstechniken wie Yoga oder Autogenem Training gegensteuern. Das bringt das nötige seelische Gleichgewicht zurück und kann sogar vor dem nächsten Neurodermitis-Schub schützen.

                                       Weitere Infos zum Thema Neurodermitis

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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