Die Photodynamische Therapie in der ästhetischen Medizin: Zur Hautverjüngung und bei Akne und Rosazea

© Eric Espig - Fotolia.com

Die Photodynamische Therapie (PDT) ist eine etablierte Methode zur Behandlung von aktinischen Keratosen und bestimmten Formen von Basaliomen und Morbus Bowen. Ihr kosmetischer Effekt wird jedoch zunehmend zur Hautverjüngung und bei Akne eingesetzt. Sie ist ein nicht-invasives Verfahren, mit dem sich bei guter Verträglichkeit großflächige Areale behandeln lassen. Mit der PDT lässt sich das Hautbild verbessern, daher wird sie bei Akne, großen Poren, Lichtschäden, Rosazea und Altersflecken eingesetzt.

Das Behandlungsareal wird bei der Behandlung mit PDT mit einem Pro-drug des Photosensibilisators Protoporphyrin-9 (wie 5-Aminolävulinsäure (5-ALA) oder Methyl-5-amino-4-oxopentanoat (MAOP)) drei bis vier Stunden vorbehandelt und anschließend etwa 20 Minuten mit kaltem Rotlicht (Wellenlängen im Bereich von 600 bis 700 nm) bestrahlt. Dabei entstehen reaktive Sauerstoffspezies, die die Tumorzellen selektiv schädigen und das umliegende Gewebe schonen. Seit rund zehn Jahren hat man beobachtet, dass sich das Hautbild nach der PDT verbessert. Eine Abnahme des elastotischen Materials in der Dermis und eine subepidermale Neusynthese von Kollagen führen zu einer Reduktion von Falten, einem strafferen Hautbindegewebe und einer besseren Hautdurchblutung.

Bei der PDT in der ästhetischen Medizin werden individuelle Behandlungspläne bezüglich Faltentiefe, der Lokalisation, dem Hauttyp und dem Grad der Hautschäden erstellt. Die PDT kann auch mit anderen Methoden aus der ästhetischen Medizin wie z.B. IPL oder Radiofrequenz und Unterspritzung mit Hyaluronsäure und Botulinumtoxin kombiniert werden.

Laut Prof. Peter Wolf, Graz fanden sich am 21.09.2013 bei Pub Med 31 Veröffentlichungen zu PDT und Hautverjüngung sowie 120 Veröffentlichungen zu PDT bei Akne.

Die hautverjüngenden Effekte der PDT bei lichtgeschädigter Haut wurden in mehreren klinischen Studien gut dokumentiert, durch PDT wurde eine Verbesserung bei Lentigenes (Altersflecken), Hautrauigkeit, feinen Falten und blassgelblichem Teint erreicht.

Für lichtexponierte Areale wie Gesicht, Hals, Dekolleté und Handrücken wurden Behandlungsprotokolle erstellt. Im Prinzip gibt es keine Kontraindikationen. Die PDT bietet sich für alle Patienten bei lichtgeschädigter Haut oder lichtinduzierten Falten an.

Sowohl bei medizinischen Hauterkrankungen als auch bei kosmetischen Hautveränderungen sollte das 3-Phasenhautkonzept angewendet werden. Diese beinhaltet eine Vorbereitung für zu Hause (die Prä-Phase), für die Behandlung in der Praxis als auch eine Nachbehandlung (Post-Phase).

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel? 7

Kommentare (1)

Heidi, 01.07.2014 - 14:30 Uhr

Hallo, wird die hier beschriebene Photodynamische Therapie PDT für an Rosazea erkrankte Personen von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen? Mit freundlichem Gruß

Interessante Artikel zum Thema

Sie suchen einen passenden Arzt für Ihre Symptome?