Was sind Pigmentstörungen? Die wichtigsten Arten im Überblick

Viele Pigmentstörungen sind angeboren, andere entstehen erst im Laufe des Lebens (© LeventKonuk-iStock)

Es gibt nur wenige Menschen, die eine durchgehend ebenmäßig pigmentierte Haut haben. Bei den meisten wird das Hautbild durch Pigmentstörungen unterbrochen. Davon gibt es viele unterschiedliche Arten. 

Wie entstehen Pigmentstörungen?

Die verschiedenen Pigmentstörungen haben - bis auf die weißen Pigmentflecken - eines gemeinsam: Sie entstehen durch den Farbstoff Melanin. Man unterscheidet dabei zwischen angeborenen und erworbenen Pigmentflecken. Der Hauptgrund für letztere ist zu viel Sonne, aber auch Hormonveränderungen können ein Auslöser sein.

Ansonsten unterscheiden sich die Pigmentflecken nicht nur in Größe, Form und Farbe, sondern auch darin, ob sie gefährlich werden können. Denn manche Flecken sind nicht nur ein optisches Problem, sondern können auch zu Hautkrebs führen. Deshalb sollten sie genau beobachtet werden. In diesem Ratgeber möchte ich Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Arten von Pigmentflecken geben.


Von vielen geliebt: Sommersprossen

Sommersprossen sind meist winzig-kleine Punkte mit rötlicher oder gelblicher Farbe. Sie treten vor allem bei Menschen mit heller Haut auf und werden im allgemeinen als sehr charmante Laune der Natur empfunden. Charakteristisch für die Sommersprossen ist, dass sie im Winter verblassen. Aber ob dunkel oder hell - gefährlich sind sie nie.


Angeboren und meist harmlos: Muttermale

Ein Muttermal wird umgangssprachlich oft als Leberfleck bezeichnet, aber es gibt Unterschiede. So ist ein Muttermal eine angeborene, in der Regel gutartige Hautveränderung. Diese braunen Flecken entstehen, weil sich zu viele pigmentbildende Zellen an derselben Hautstelle treffen. Muttermale sollten regelmäßig von Dermatologen auf Veränderungen kontrolliert werden, denn in ganz seltenen Fällen kann auch ein Muttermal Hautkrebszellen bilden.


Besonders auffällige Leberflecken, die ihr Aussehen verändern, sollten regelmäßig untersucht werden. (© Dan Race - fotolia)
Manchmal tückisch: Leberflecken

Leberflecke werden oft mit Muttermalen verwechselt. Allerdings sind sie selten angeboren, sondern bilden sich erst im Laufe des Lebens. Meistens an Stellen, die häufig der Sonne ausgesetzt sind, wie Gesicht, Arme, Dekolleté oder Beine. Leberflecke können sehr unterschliche Formen, Strukturen und Farben aufweisen.

Sie sind meist harmlos, doch manchmal kann ein Leberfleck entarten. Deshalb ist ein regelmäßiger Check sehr wichtig. Besonders ist Vorsicht geboten, wenn sich ein Leberfleck verändert: in Form, Farbe oder Größe oder wenn er zu jucken, nässen oder bluten beginnt.


Typische Alterserscheinung: Altersflecken

Mehr als 90 % der über 60-Jährigen leiden an sogenannten Altersflecken oder charmanter ausgedrückt: Sonnenflecken. Denn nicht nur das Alter ist für die Entstehung entscheidend, sondern vor allem das Ausmaß der UV-Strahlung. Deshalb treten die Sonnenflecken bei vielen schon ab dem 40. Lebensjahr auf. Sie sind oft größer als andere Pigmentflecken und rötlich bis bräunlich. Diese Hautveränderung wird zwar optisch oft als störend empfunden, ist aber in der Regel harmlos.


Charakteristisch, aber ungefährlich: Feuermal

Ein Feuermal ist eine relativ seltene Hautveränderung, die meist kurz vor oder kurz nach der Geburt entsteht. Es kann in unterschiedlicher Form und Größe auftreten. Auffallend ist seine dunkelrote oder violette Farbe, weshalb ein Feuermal im Volksmund auch Port- oder Rotweinfleck genannt wird. Die Farbe wird im Laufe des Lebens intensiver, die Größe verändert sich jedoch nicht. Der wahrscheinlich bekannteste Träger eines Feuermals war Michail Gorbatschow. Feuermale sind aus medizinischer Sicht harmlos.


Die Großflächigen: Café-au-Lait-Flecken

Wie der Name schon sagt: Café-au-Lait-Flecken sind gleichmäßige, flächige Hyperpigmentierungen in der Farbe zarten Milchkaffees. Sie sind nicht erhaben, können am ganzen Körper auftreten und eine Größe von bis zu 20 cm haben. Gesundheitlich sind sie unbedenklich, allerdings treten sie häufig in Verbindung mit neurokutanen Erkrankungen wie z. B. der Neurofibromatose auf.


Besonderheit: weiße Pigmentflecken

Die Weißfleckenkrankheit gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten. Hier bilden sich keine dunklen, sondern unpigmentierte Flecke auf der Haut. Der Grund: Autoimmunprozesse zerstören an bestimmten Stellen die Zellen, die für die Färbung der Haut zuständig sind. So wird zu wenig Melanin in die Haut eingelagert. Viele Betroffene leiden zusätzlich an weiteren Autoimmunkrankheiten, wie beispielsweise Hashimoto Thyreoiditis. Die Ausprägungen der weißen Flecken sind sehr unterschiedlich. Gefährlich im Sinne von Hautkrebs ist die Vitiligo jedoch nicht.


Indem Sie sich vor der Sonne schützen, können Sie viele Pigmentflecken, die sich erst im Laufe des Lebens bilden, vermeiden. (© Markomarcello - fotolia)
Wie kann ich Pigmentflecken vorbeugen?

Bei allen Flecken, bei denen UV-Strahlung die Hauptursache ist, wie z.B. Sommersprossen, Altersflecken oder Leberflecken, ist ein konsequenter Sonnenschutz das A und O. Achten Sie immer darauf, dass auch Ihre Tagespflegeprodukte und Ihre Handcreme einen Lichtschutzfaktor enthalten. Meiden Sie nach Möglichkeit die Mittagssonne und tragen Sie auch bei hohen Temperaturen Kleidung, die Arme und Beine bedeckt. Übrigens: Auch eine Kopfbedeckung oder eine Sonnenbrille sind weit mehr als modische Accessoires. Denn eines ist mittlerweile sicher: Gesunde Bräune gibt es nicht.


Kann ich Pigmentflecken entfernen lassen?

Ja, das können Sie in den meisten Fällen. Auch wenn aus medizinischer Sicht kein Grund für eine Entfernung besteht, empfinden viele Menschen ihre Hyperpigmentierungen optisch als störend. So gibt es eine Reihe von Hausmitteln, die die Flecken aufhellen - allerdings oftmals mit eher mäßigem Erfolg.

Aber auch die kosmetische Dermatologie bietet eine Vielzahl von Behandlungen an, wie Fruchtsäurepeels, Shaves und vor allem die Behandlung mit Laser. Er wird bei Pigmentstörungen sehr effektiv eingesetzt. Auch bei der Weißfleckenkrankheit werden gute Erfolge erzielt. Lassen Sie sich von einem erfahrenen Dermatologen beraten.


Kommt die Krankenkasse für die Behandlung auf?

Die Krankenkassen übernehmen die Entfernung von Pigmentflecken leider nur, wenn sie medizinisch notwendig ist, also wenn die Gefahr einer Melanombildung besteht. Behandlungen aus optischen Gründen müssen Sie aus eigener Tasche bezahlen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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