Schuppenflechte (Psoriasis): Ursachen, Symptome & Behandlung

In leichteren Ausprägungen der Psoriasis genügt meist eine Salbentherapie. (© lunail - freepik)

In Deutschland leiden ungefähr zwei Millionen Menschen an einer Schuppenflechte, die mit geröteten, verdickten und schuppenden Hautveränderungen einhergeht. Sie ist nicht ansteckend; Männer erkranken ungefähr gleich häufig wie Frauen.

Welche Symptome entstehen bei einer Schuppenflechte?

Im Gegensatz zu meist älteren Beschreibungen juckt gerade die schwere Schuppenflechte häufig. Meistens kann eine Schuppenflechte durch ihr typisches Erscheinungsbild gesichert werden. Nur selten sind z. B. Blutentnahmen für die Diagnosesicherung notwendig.

Meist zeigt sich die Schuppenflechte mit silbrig glänzenden Hautveränderungen an den Streckseiten der großen Gelenke (Ellenbogen/Knie), der Kopfhaut oder dem Gehörgang.
Gelegentlich tritt die Schuppenflechte in den Hautfalten, wie Leiste oder Genitalbereich, auf.
Selten zeigt die Psoriasis sich aber auch mit eitrigen Bläschen an Händen oder Füßen, noch seltener mit Eiterbläschen am ganzen Körper.

Wie kommt es zu einer Schuppenflechte?

Wie viele andere Erkrankungen ist auch die Schuppenflechte Zeichen einer allgemeinen Entzündungsreaktion im Körper, sodass hier die Nägel oder Gelenke mit betroffen sein können. Bei der Hälfte der Patienten sind auch die Nägel befallen, gelegentlich zeigen Schuppenflechtepatienten sogar eine Beteiligung der Augen.

Ein Befall der Gelenke, der ungefähr bei jedem fünften Schuppenflechtler vorkommt, muss frühzeitig und umfassend behandelt werden, um irreparable Gelenkschäden zu verhindern.

Die Schuppenflechte wird gerne als Autoimmunerkrankung bezeichnet. Letztlich bedeutet das, dass eine entzündliche Überreaktion erfolgt. Stress, wie schwere Erkrankungen oder psychische Belastungen, können die zu einem gewissen Teil angeborene Neigung zur Schuppenflechte auslösen oder verschlimmern. Die genetische Veranlagung bedeutet aber auch im Umkehrschluss, dass ca. zwei Drittel aller Menschen keine Schuppenflechte bekommen, obwohl eine hohe genetische familiäre Belastung vorliegt.

Häufige Folge: Rückzug von der Außenwelt

Gerade ein Befall im Genitalbereich oder in sichtbaren Arealen wie dem Gesicht kann zu Erfahrungen der (Selbst-)Stigmatisierung führen. Die Patienten mit Schuppenflechte werden nicht nur von der Außenwelt wie Aussätzige angesehen, sondern sie fühlen sich auch noch, als hätten sie eine ansteckende Krankheit. Ein depressiver Rückzug von der Außenwelt ist dann häufig die Folge. Eine psychotherapeutische Begleitung kann, muss aber keineswegs die richtige Hilfe sein.

Hier sollte jeder Einzelne für sich entscheiden, was hilfreich sein kann, um die teils sehr hohe seelische Belastung durch eine Schuppenflechte zu entschärfen. Der eine geht in einen Yoga-Kurs, der andere macht Karate, eine andere kauft sich einen Hund: Sicher ist, dass es ein wichtiger Baustein der Therapie ist, mehr ins Gleichgewicht mit sich zu kommen, und dass es auch wichtig ist, um erneute Krankheitsschübe zu verhindern.

Häufig taucht die Frage auf, ob bei Schuppenflechte eine bestimmte Ernährung empfohlen werden kann. Umgekehrt wird jedoch ein Schuh draus: Übergewicht, RauchenAlkohol beeinflussen die Schuppenflechte ungünstig.

Die Behauptung, Schuppenflechte sei nicht heilbar, sendet nicht nur eine falsche Botschaft an die Patienten, nämlich, sie litten an einer “unheilbaren“ Krankheit. Es ist nicht nur eine vorübergehende Abheilung möglich, sondern auch eine Heilung ist zuweilen möglich. So wird hoffentlich kein Arzt z. B. einem Bluthochdruckpatienten eine solche Message mitteilen. Sie ist nämlich auch noch falsch.

Welche Formen der Schuppenflechte können auftreten?

Es gibt durchaus plötzlich aufschießende Formen der Schuppenflechte (sogenannte exanthematische Formen), die ebenso wieder verschwinden können. Dann gibt es gelegentlich auch schwere Ausprägungen, die z. B. bei Änderung der Lebensumstände “abheilen“.

Und dann kann heute mit einer individuell angepassten Behandlung auch bei schwerem Befall eine weitgehend oder sogar komplett erscheinungsfreie Haut erreicht werden.

Wie kann eine Schuppenflechte behandelt werden?

Die Wahl der Behandlung richtet sich natürlich nach dem Ausprägungsgrad: Einige Patienten haben lediglich eine leichte Schuppung an den Streckseiten der großen Gelenke oder im Gehörgang. Dort genügen meist lokale Maßnahmen. Hier werden rückfettende (pflegende) und keratolytische (schuppenlösende) Cremes eingesetzt, die von Wirksubstanzen mit einer Kombination aus Kortisoncreme mit einem Vitamin-D-Abkömmling abgegrenzt werden.

Letztere Kombinationscreme verstärkt die positiven Wirkungen und vermindert die Nebenwirkungen der Kortisoncreme. Sie ist in der Vergangenheit in Verruf geraten, weil sie oft falsch eingesetzt wird. Dabei ist Kortison ein lebensnotwendiges körpereigenes Hormon.

Eine Lichttherapie (UVB-311 nm) kommt meist nur unterstützend zum Einsatz. Aufgrund des hohen zeitlichen Aufwandes spricht viel gegen die so genannte PUVA-Therapie: Wer möchte oder kann schon über eine lange Zeit viermal pro Woche eine Praxis aufsuchen?

Die Behandlungsmethode einer Schuppenflechte muss stets nach der individuellen Ausprägung gewählt werden. Bei stärkeren Ausprägungen kommt auch eine innerliche Behandlung in Betracht. (© annmediaone - freepik)
Möglichkeiten für die innerliche Behandlung

Zeitgemäß sind bei schwererem Befall eine innerliche Behandlung. Die klassischen Behandlungen sind hier Ciclosporin, Fumarsäureester oder Methotrexat. Letzteres hat auch eine gute Wirkung auf einen potenziellen Gelenkbefall.

Diese Substanzen dämpfen das Immunsystem und damit den Entzündungsprozess. Seit einigen Jahren gibt es zudem mit den Biologika eine neue, hocheffektive Medikamentengruppe zur inneren Therapie der Schuppenflechte. Hier werden sogenannte TNF-alpha-Blocker von Interleukin-Inhibitoren unterschieden und mit großem Erfolg eingesetzt.

Gerade bei den Letzteren gesellen sich permanent viele neue Substanzen hinzu. Am Horizont steht hier das Ziel eines auf jeden einzelnen Patienten optimal zugeschnittenen Medikaments.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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