Schweißdrüsenabsaugung: Ablauf und Alternativen

Dr. Keil

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© sad dogg design - Fotolia.com© sad dogg design - Fotolia.comEine Behandlungsmethode der Hyperhidrose - auch als übermäßigen Schwitzens im Achselhöhlenbereich bekannt - ist die Saugkurettage. Es ist eine Kombination von Abtragung und Absaugung (Suktionskürettage) der Schweißdrüsen über zwei kleine Einstiche in einer Tumeszens-Betäubung und führt zu sehr guten und vor allem dauerhaften Ergebnissen. Der ambulante Eingriff wird seit Jahren sehr erfolgreich in vielen Praxen durchgeführt.

Während des ambulanten Eingriffs, welche in Tumeszens-Anästhesie durchgeführt wird, werden 80% der Schweißdrüsen in dem betroffen Areal dauerhaft entfernt. Ziel sind die im tieferen Bereich der Lederhaut sitzenden Schweißdrüsen bzw. die an sie heranführenden Fasern des autonomen Nervensystems. Das Gewebe unter der Lederhaut mit den in ihr enthaltenen Strukturen der Achselhöhlen wird abgesaugt. Nach einer Einwirkdauer der Betäubungslösung von 30 Minuten wird die Absaugkanüle eingebracht und die Betäubungsflüssigkeit entsprechend abgesaugt. Der Kanülenzugang oberhalb und unterhalb der Achselhöhle ist als Zugang zum OP-Gebiet notwendig.

Abschließend wird ein komprimierender und saugfähiger Verband angebracht. Das Tragen eines Kompressionsboleros hilft, um einer Serombildung entgegenzuwirken. Auf körperlich anstrengende und sportliche Aktivitäten sollte für 4 – 6 Wochen verzichtet werden. Bei keiner körperlich anstrengender Tätigkeit ist schon am nächsten Tag die Rückkehr in das Berufsleben möglich.

Eine Alternative zur OP wäre eine Unterspritzung der Achseln mit Botulinumtoxin A (Botox ®). Je nach Größe der zu behandelnden Fläche sind bis zu 40 oder 50 Stiche erforderlich. Das Botulinum wird in extrem verdünnter Form in die hyperhidrotischen Areale gespritzt. Hierbei wird der Schweißaustritt gehemmt und der Patient ist bis zu einem halben Jahr beschwerdefrei. Beide Behandlungsmethoden werden in der Regel von den privaten Krankenkassen übernommen.

Ziel der Behandlung ist eine Normalisierung des Schwitzens. Dies wäre aus medizinischer Sicht dann erreicht, wenn die Patienten nur dann noch Achselschweiß haben, wenn dies auch bei Menschen ohne Hyperhidrose der Fall wäre. Im Extremfall sind die Patienten nach der Behandlung selbst bei körperlicher oder seelischer Belastung vollkommen trocken. Sie gewinnen durch den "kleinen" Eingriff deutlich an Lebensqualität.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


08.08.2013 - 14:52 Uhr

Ich schwitze auch sehr schnell und sehr stark....

von Steffen

... Aber nicht unter den Armen sondern auf dem Rücken. Was für Behandlungsmöglichkeiten gibt es für diese Region? Ich schätze mal, die Alternativbehandlung mit Botox-Spritzen wäre aufgrund der Größe der Fläche unbezahlbar (zumal es ja eh nur für max. 6 Monate wirken soll) und ich ganzjährig zu übermäßigem Schwitzen leide.

Dr. Keil

Antwort vom Autor am 09.08.2013
Dr. med. Darinka Keil

Sehr geehrter Steffen, vielen Dank für ihre Email und das Interesse an unserer Praxis. Um der Problematik des Schwitzens auf den Grund zu gehen ist es unumgänglich eine genaue Anamnese und Ursachenforschung zu betreiben. Erst nach einer gründlichen Untersuchung können wir Therapieansätze besprechen. Gern können Sie unter der Tel.nr. 06322-94930 einen Beratungstermin vereinbaren. Ich würde mich freuen, Sie demnächst persönlich in unserer Praxis begrüßen zu dürfen und verbleibe Mit freundlichen Grüßen K. Dixler


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