Das jameda- Interview: 10 Fragen an Shirin Samimi-Fard

Shirin Samimi- Fard im jameda-Interview (© Samimi- Fard)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Shirin Samimi-Fard interessante Fragen zu ihrer Motivation als Hautärztin zu arbeiten und zu Neuerungen in der Dermatologie.

jameda: Frau Samimi-Fard, was hat sie motiviert, Hautärztin zu werden?
Frau Samimi-Fard: Die Haut ist schließlich unser größtes Organ und viele Erkrankungen manifestieren sich über die Haut. Deshalb sagt man ja nicht umsonst: die Haut ist der Spiegel der Seele. Ferner bin ich natürlich auch im Bereich der ästhetischen Dermatologie tätig, und da kann man wie ein Skulpteur wieder die Natürlichkeit und die Ästhetik in Einklang bringen

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie  die größten Herausforderungen?
Frau Samimi-Fard: Als Laserspezialistin mit speziellem Laserstudiengang ist es für mich immer wieder eine große Freude, wenn wir bei Patienten entstellende Narben, auch teilweise tiefe Aknenarben im Gesicht durch unsere Laserverfahren verbessern können. Diese Patienten haben teilweise einen erheblichen Leidensdruck. Nach nur 5-6 Sitzungen können diese Patienten sogar ohne Make-up aus dem Haus gehen und sind sehr, sehr dankbar.

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?
Frau Samimi-Fard: Da wir neben der Ästhetik auch noch das gesamte Spektrum der Hautkrebsvor-und Nachsorge und anderer schweren dermatologischen Erkrankungen abdecken, begegne ich keinen Vorurteilen.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen? 
Frau Samimi-Fard: Das sehen wir ganz besonders bei der Durchführung der Photodynamischen Therapie bei Hautkrebsvorstufen. Die PDT verzeichnet die höchsten Heilungsraten, jedoch ist sie für die Patienten oft sehr schmerzhaft und daher bedarf es einer engmaschigen Betreuung während der Behandlung. Wir erklären unseren Patienten, dass der Schmerz in diesem Fall als positives Signal anzusehen ist, da es bedeutet, dass die Tumorzellen effektiv abgetötet werden und eine Heilung für den Patienten erzielt werden kann.

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?
Frau Samimi-Fard: Dann würde ich den Patienten nochmals zum Beratungsgespräch einbestellen, um ihm die Vorteile der jeweiligen Therapie darzulegen. Sollte das Beratungsgespräch jedoch erfolglos verlaufen, würde ich den Patienten bitten, sich noch einmal eine Zweitmeinung bei einem anderen ärztlichen Kollegen einzuholen.

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?
Frau Samimi-Fard: Bei schweren Erkrankungen wie generalisierte Schuppenflechte oder auch großflächige Hautkrebsvorstufen, sollten den gesetzlich versicherten Patienten auch die modernsten Therapiemöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?
Frau Samimi-Fard: Vielen Ärzten fehlt leider immer noch die  Empathie, sie sind nicht in der Lage, ein adäquates Vertrauensverhältnis aufzubauen. Dies ist jedoch für das Arzt-Patienten-Verhältnis von essentieller Bedeutung.

jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?
Frau Samimi-Fard: Wir sind bestrebt unseren Patienten die modernsten und innovativsten Therapieverfahren zukommen zu lassen in Form von diverser Laser-, Licht -und Radiofrequenzsystemen. Da ich ja regelmäßig auf nationalen und internationalen Kongressen als Referentin unterwegs bin, erhalte ich dadurch das nötige Know-how und die Transparenz über die gegenwärtig modernsten Behandlungsmöglichkeiten.

Der Behandlungsraum im Dermaloft (© Samimi- Fard)

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?
Frau Samimi-Fard: Ich hatte eine asiatische Patientin mit massivsten Verbrennungsnarben und dadurch bedingten Kontrakturen. Das führte zu starken Einschränkungen und Stigmatisierungen. Durch die moderne Fraxel-Co2-Lasertherapie konnte ich der Patientin ein neues Lebens-und Selbstwertgefühl vermitteln. Das hat mich und mein Team sehr glücklich gemacht.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?
Frau Samimi-Fard: Lassen Sie Stress nicht an sich herankommen, schlafen Sie ausreichend, trinken Sie viel Wasser, treiben sie regelmäßig Sport und tragen Sie Sonnenschutz auf. Um innere Zufriedenheit zu generieren, sollte man alles in Maßen genießen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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