Ursachen des Juckreizes: Meist hilft schon rückfettende Hautpflege!

Trockene Haut ist die häufigste Ursache für lästigen Juckreiz. (© Africa Studio - fotolia)

Juckreiz ist die am häufigsten beklagte Beschwerde durch Patienten in der Dermatologie. Die Häufigkeit von anhaltendem Juckreiz unter Patienten in Hausarztpraxen ist mit ungefähr 8 % daher sehr hoch.

Welche Ursachen sind meist für Juckreiz verantwortlich?

Ursachen für Hautirritationen und Juckreiz sind häufig übertriebene Hygiene, z. B. zu langes Duschen oder Baden bei hohen Temperaturen. Auch die trockene Heizungsluft im Winter fördert trockene Haut. Zudem wird die Haut trockener, je älter wir werden.

Auch innere Spannungen und Konflikte können einen Juckreiz verstärken oder auslösen. Und dann gibt es noch die genetische Veranlagung, die das tägliche Eincremen notwendig macht. Hier ist der Übergang zu Ekzemen und leichten Formen der Neurodermitis fließend.

Die richtige Hautpflege ist das A und O

Wenn die Haut austrocknet und gerötet ist, juckt und schuppt, startet meistens ein Teufelskreis: Man kratzt und es juckt nur noch mehr! Diesen Teufelskreis zu durchbrechen, erfordert zunächst eins: Rückfettende Hautpflege!

Nicht immer, aber doch sehr häufig hilft schon eine rückfettende Lotion mit Glycerin oder Urea (=Harnstoff), um einen Juckreiz zu bessern. Daher bedarf sie eben einer rückfettenden Pflege. Es muss nicht immer die teuerste Creme aus der Apotheke sein. Entscheidend ist, dass sie angenehm aufzutragen ist. Zu dünnflüssig sollte sie aber auch nicht sein, da, wie erwähnt, ein Rückfettungseffekt notwendig ist. 

Auch vorübergehend angewendete Cortisoncremes sind sehr hilfreich. Ihr zuweilen schlechter Ruf rührt eher von falschen Anwendungen: Zu lange oder im Gesicht aufgetragen, schaden sie der Haut!

Was ist bei anhaltendem Juckreiz zu tun?

Tritt keine Besserung des Juckreizes ein, sollte ein Termin bei einem Hautarzt vereinbart werden. Wie immer in der Medizin gibt es dann nämlich auch die selteneren Ursachen für Juckreiz, der auf Medizinerdeutsch Pruritus genannt wird. Das reicht von der ansteckenden Krätze (Scabies), Neurodermitis oder Schuppenflechte (Psoriasis) bis hin zu Juckreiz, der ein Warnsignal für andere, zum Beispiel innere Erkrankungen sein kann.

Dann entnimmt der Hautarzt eventuell eine Hautprobe oder macht Blutuntersuchungen. Für die seltenen Fälle eines sich auch auf hautärztliche Behandlung nicht bessernden Juckreizes gibt es dann noch eine in Europa einmalige Spezialsprechstunde (Pruritussprechstunde) an der Universitätshautklinik in Münster. Hautärzte überweisen hierhin, wenn alle ihre Maßnahmen keine Besserung gebracht haben.

Aber Fazit bleibt: Meist kann der Juckreiz durch die Maßnahmen nach einer hautärztlichen Empfehlung gut behandelt werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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