Wenn Schwitzen zur Belastung wird

Dr. Krekel

von
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© jpbcpa - istock© jpbcpa - istockJeder Mensch schwitzt - beim Sport, in der Sonne oder einfach wegen zu warmer Kleidung. Auch scharfe Speisen, Nervosität oder heftige Gefühle können Schweißperlen auf der Stirn zur Folge haben. Denn belastende Situationen bringen den Körper dazu, vermehrt Stresshormone auszuschütten. Dadurch werden die Nerven, die die Schweißproduktion steuern, überaktiv und die Schweißdrüsen spielen verrückt. Auf unserer gesamten Körperfläche sind sie verteilt: mehr als zwei Millionen Schweißdrüsen - die meisten davon auf Stirn, Handflächen und Fußsohlen. Zusammen produzieren sie jeden Tag mehrere Liter Schweiß - was völlig normal ist. Mehr noch: lebenswichtig. Denn Schwitzen dient dem Körper dazu, seine Kerntemperatur und alle damit verbundenen Prozesse zu regulieren.

Wenn Schwitzen zur Belastung wird
Bei etwa drei Prozent der Bevölkerung bleibt es jedoch nicht dabei. Hier bilden die Körper große Mengen von Schweiß in allen erdenklichen Situationen - und zwar weit über die zur Kühlung notwendigen Liter hinaus. Schweißränder, dauerhaft feuchte Hände oder Schweißperlen auf der Stirn sind die Folge. Das ist für die Betroffenen nicht nur lästig, sondern eine Belastung. Bei diesem übermäßigen Schwitzen spricht man von einer echten Erkrankung, der sogenannten Hyperhidrose. In jedem Fall ist eine genaue ärztliche Untersuchung notwendig, um dem Schwitzen auf den Grund zu gehen - und schwerwiegendere Ursachen auszuschließen. Das Problem: Nicht immer liegt eine feststellbare Ursache vor, die man konkret therapieren könnte. Dennoch kann man das Schwitzen als solches gut behandeln. Dafür setzt der Hautarzt Botulinumtoxin A ein - das ist die wirkungsvollste nicht operative Möglichkeit.

Gut bei Falten - und gegen Schweiß
Richtig gelesen: Botulinumtoxin A ist eigentlich das klassische Mittel zur Faltenbehandlung - seit einigen Jahren ist es aber auch zur Hyperhidrosetherapie zugelassen und wird erfolgreich dafür eingesetzt. In die betroffenen Hautareale gespritzt, hemmt das Neurotoxin die Schweißdrüsen. Die Achseln eignen sich dazu besonders gut, da die Injektion hier nicht sonderlich schmerzhaft ist. Das Mittel unterbindet die Ausschüttung des für die Schweißbildung zuständigen Nervenbotenstoffs, das sogenannte Acetylcholin - dadurch werden die Schweißdrüsen gelähmt. Einziges Manko: Da der Körper Botulinumtoxin nach und nach wieder abbaut, muss die Behandlung in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Doch im Gegensatz zu lebenslangen Schweißausbrüchen sind das doch gute Aussichten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


08.10.2013 - 19:23 Uhr

bekome ich bücher davon zugeschickt? Katrin

von Katrin


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