Das jameda-Interview: 9 Fragen an Dr. med. Ruzbeh Zaker Shahrakinfo_plain_20gr

Dr. med. Ruzbeh Zaker praktiziert als Internist in Karben. (© Zaker)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. Ruzbeh Zaker Shahrak interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Internist.

jameda: Herr Dr. med. Ruzbeh Zaker Shahrak, was hat Sie motiviert, Internist zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden? 

Herr Dr. Shahrak: Kardiologie ist ein sehr dynamisches Fach. Medizin hat sicherlich in allen Fächern große Fortschritte gemacht, in der Kardiologie sind sie aber besonders augenscheinlich.

Zunächst ist das Herzultraschall zu nennen. Es ist immer spannend, das Herz zu hören und zu sehen. Zudem das EKG, woraus man so viele Informationen lesen kann. Und die Therapiemöglichkeiten haben sich rasant entwickelt.

Die ersten Ballondilatationen kamen Ende der 70er Jahre (1. Ballondilatation 1977 durch Andres Grüntzig in Zürich), ca. ein Jahrzehnt später kamen die ersten Stents, die immer weiter entwickelt wurden.

In den Vorlesungen waren die Fallpräsentationen mit Herzultraschall und Herzkatheteruntersuchung immer ein Highlight.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Herr Dr. Shahrak: Mein Schwerpunkt liegt in der Diagnostik von Herz-Kreislauf-Beschwerden. Es ist immer eine Herausforderung, die Leiden eines Menschen zu verstehen, um helfen zu können. Nicht immer liegt es auf der Hand, ob die Leiden mit dem Herzen oder den Gefäßen zusammenhängen. Es ist etwas ähnlich einer Detektivarbeit. 


jameda:
Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Herr Dr. Shahrak: Nicht in diesem Sinne. Mich hat vor allem die Methode der modernen Medizin in klinischen Studien geprägt. Egal, was viele denken oder sagen, man muss es mit einer wissenschaftlichen (randomisierten Studie) belegen. 

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Herr Dr. Shahrak: Die Praxistätigkeit – außer dem rein medizinischen Teil – ist in den letzten Jahren vereinfacht worden. Die elektronische Dokumentation und leichte Auffindbarkeit von der Krankengeschichte, Befunde und Medikamente, sind eine große Erleichterung.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Herr Dr. Shahrak: Die Prävention ist die Zukunft. Viele Herz-/Gefäßerkrankungen kann man vorbeugen. Alleine wenn wir die Gefäßverkalkung in den Griff bekommen, haben wir schon viel erreicht. Bisher liegt die Konzentration in der Behandlung der entstandenen Schäden.

In der Zukunft wird man sich immer mehr mit der Vorbeugung beschäftigen.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Herr Dr. Shahrak: Es wird sehr geschätzt, dass man gut zuhört. Ich muss für jeden Menschen ein Gefühl bekommen, erst dann ist eine erfolgreiche Behandlung möglich. Ich halte wenig von Instruktionen von oben. Eine gute Beratung ist die Voraussetzung einer vertrauensvollen Zusammenarbeit. 

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Herr Dr. Shahrak: Ich finde es super, dass die Patienten mir im Allgemeinen mit Vertrauen begegnen. Das ist die Basis eines guten Verhältnisses. Erfreulicherweise ist das Vertrauen gegenüber uns Ärzten hoch, und es ist mir bewusst, dass es nicht selbstverständlich ist. 

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. Shahrak: Natürlich gibt es spektakuläre Fälle in der Diagnostik und Behandlung von Herzinfarkt, z. B. Fälle, in denen Patienten wahrscheinlich nicht überlebt hätten, wären sie etwas später vorstellig geworden. Es gibt aber fast jede Woche Fälle, aus denen man etwas lernt, und dieses kontinuierliche Lernen ist es, was den Alltag bereichert.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Herr Dr. Shahrak: Sie können sich im Bereich von Herzkreislauf viele Beschwerden ersparen, wenn Sie die Prävention ernst nehmen.

Disziplin in den Lebensgewohnheiten ist die "halbe Miete".
 

Zur Person

Ich habe einige Stationen in meiner Tätigkeit zurückgelegt.
Studium in Aachen, Facharztausbildung in Luzern und Bern in der Schweiz und Herzzentrum Leipzig.
Danach habe ich mich für die Praxistätigkeit entschieden.
Seit 2011 übe ich meine Praxistätigkeit aus.

Zur Praxis

Die ärztliche Freiheit liegt mir am Herzen, deswegen habe ich mich für diesen Weg der privatärztlichen Tätigkeit entschieden. Ich möchte nicht an Zeit und Ort und feste Termine gebunden sein, sondern zeitnah für meine Patienten erreichbar sein. Und ich möchte die beste Diagnostik und Therapie anbieten können, ohne mir Gedanken zu machen, ob es aus "Kostengründen" möglich ist. 

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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