"Silent Killer": Parodontitis kann Gefäßerkrankungen auslösen!

Dr. Papavasileiou

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© 89035319-crevisBakterien, die in die Gefäße gelangen, fördern die Entstehung von Gefäßerkrankungen. (© 89035319-crevis)Wenn eine Zahnfleischentzündung unbehandelt bleibt, bilden sich enge Räume zwischen Zahn und Zahnfleisch, sogenannte Zahnfleischtaschen. Bakterien können sich in diesen Zahnfleischtaschen leicht und ungestört vermehren und so eine resistente bakterielle Schicht bilden, auch "Biofilm" genannt.

Aufgrund der Toxine, die durch die Bakterien ausgeschüttet werden, sowie durch die immunologische Reaktion des Patienten selbst beginnen sich das Bindegewebe und der Knochen abzubauen. Falls die Parodontitis unbehandelt bleibt, verlieren die Zähne mit der Zeit an Abstützung, werden lockerer und können schließlich ausfallen oder müssen entfernt werden.


Parodontitis und Herz-Gefäßerkrankungen

Viele Studien haben gezeigt, dass tatsächlich ein Zusammenhang zwischen Parodontitis und Gefäßerkrankungen besteht. Dieser Zusammenhang ist zwar nur moderat, jedoch statistisch signifikant, denn die Bakterien, die eine Parodontitis verursachen, gelangen aus den entzündeten Zahnfleischtaschen in die Blutbahn und anschließend an die kleinen und großen Gefäße des Körpers.

Sie führen so zu Schädigungen an der Gefäßinnenwand. Zusätzlich sind sie für die Synthese von Entzündungsmolekülen am Zahnfleisch oder im Körper zuständig – sie fördern also die Entstehung einer Gefäßerkrankung.

Kleine Gefäße sind aufgrund des kleineren Durchmessers anfälliger als größere, das heißt, dass eine Mikroangiopathie stattfindet, bevor die großen Arterien erkranken.

Eine aktuelle Publikation aus der Medizinischen Hochschule Hannover hat gezeigt, dass die Ursache einer Herzgefäßerkrankung nicht wie bisher vermutet durch direkte Verkalkung der Gefäßinnenwand verursacht wird, sondern durch genau diese Mikroangiopathie.

Diese Mikroangiopathie führt zu Versorgungsstörungen der großen Gefäße und entsprechend zu einer Herzgefäßerkrankung mit schwerwiegenden Folgen.


Was kann man selbst als Patient tun?

© Knut Wiarda - fotoliaRauchen schadet Ihren Zähnen sowie Ihrem Herzen! (© Knut Wiarda - fotolia)Der erste Schritt ist eine individuelle Einschätzung des Parodontitis-Entstehungsrisikos durch den Zahnarzt. Hier spielt die genaue Untersuchung des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates sowie die Bestimmung der individuellen Risikofaktoren wie z.B. Rauchen eine große Rolle.


Parodontitis-Therapie

Je nach Befund werden im Anschluss die entsprechenden Therapiemaßnahmen eingeleitet. Maßgeblich für den langfristigen Therapieerfolg ist ein individuell angepasster Nachuntersuchungsplan sowie die häusliche Mundhygiene.

Es liegt an Ihnen, sich um Ihren ganzen Körper zu kümmern. Vergleichen Sie sich selbst mit einem Auto - wenn Sie Ihr Auto auf Dauer mit einem platten Reifen fahren, wird das Auto nicht mehr lange laufen, bis es ganz kaputtgeht. Das gleiche passiert mit Ihrem Körper: Jeder Organismus hat verschiedene Teile, die alle so gut wie möglich funktionieren müssen.

Wenn ein Teil des Körpers erkrankt, leidet auf Dauer der ganze Körper. Ein Zahnarztbesuch zur Nachsorge dauert rund 90 Minuten, die Pflege Ihrer Zähne nimmt ein paar Minuten pro Tag in Anspruch: Es kostet wenig Zeit, viele gesundheitliche Risiken zu minimieren.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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