Plötzlicher Herztod: Wer ist gefährdet?

Auch gut trainierte Fußballer können eines plötzlichen Herztodes sterben (© viafilms_iStock)

Über 100.000 Menschen sterben jährlich einen plötzlichen Herztod in Deutschland. Über Ursachen,Auslöser und Vorbeugung berichtet die jameda Gesundheitsredaktion in diesem Gesundheitstipp.

Lebensbedrohliches Kammerflimmern lässt das Herz still stehen
Der plötzliche Herztod ist ein unerwarteter Herz-Kreislauf-Stillstand. Er kann innerhalb von Sekunden oder Minuten aus völligem Wohlbefinden heraus auftreten (Sekunden- bzw. Minutentod). Dabei gerät die elektrische Erregungsleitung des Herzens außer Kontrolle. Der Herzschlag wird so schnell, dass sich die Herzkammern nicht mehr zusammenziehen und so kein Blut mehr in die Gefäße pumpen. Diese Art der Herzrhythmusstörung nennt man Kammerflattern bzw. Kammerflimmern. Gelangt kein sauerstoffgesättigtes Blut ins Gehirn und zu den Organen, stirbt der Mensch unbehandelt nach wenigen Minuten. Einzig mit einem Defibrillator, einem elektrischen Schockgeber, kann das Herz wieder zum rhythmischen Schlagen angeregt werden.

Vorgeschädigte Herzen reagieren empfindlich auf belastende Auslöser
In den meisten Fällen liegt dem plötzlichen Herztod eine Vorschädigung des Herzens zugrunde, die zusammen mit einem vorübergehenden Auslöser den Herzmuskel lebensgefährlich aus dem Takt bringt. Vorerkrankungen des Herzens können Herzrhythmusstörungen, eine koronare Herzkrankheit, ein Herzinfarkt oder eine Herzmuskelentzündung sein. Auch durch eine angeborene Weiterleitungsstörung des Herzens oder eine Vergrößerung der linken Herzkammer (hypertrophe Kardiomyopathie) kann das Herz beeinträchtigt sein. Vorübergehende Auslöser können das Herz so belasten, dass es zu lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen, zum Herztod kommt. Zu den Auslösern gehören starke körperliche Anstrengung, Angst und Stress, ein aus dem Gleichgewicht geratener Elektrolythaushalt, Drogen oder Dopingmittel.

Einige hundert Sportler sterben pro Jahr den plötzlichen Herztod
Besondere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erfahren Sportler, die einem plötzlichen Herztod erliegen. Dass junge, durchtrainierte Menschen scheinbar aus heiterem Himmel zusammenbrechen, ist erschreckend und unvorstellbar. Stark gefährdet scheinen Leistungssportler beim Triathlon, Basketball, Fußball und Laufen zu sein. Dabei sind nicht erkannte Herzerkrankungen wie eine hypertrophe Kardiomyopathie oder Herzmuskelentzündung oft die Ursache und die hohe Spitzenbelastung beim Sport der Auslöser für einen plötzlichen Herztod. In vielen Disziplinen des Leistungssports ist eine regelmäßige medizinische Untersuchung nur freiwillig, sie sollte von den Sportlern aber unbedingt wahrgenommen werden.

Stärken Sie Ihre Herz-Kreislauf-Gesundheit!
Die beste Waffe gegen den plötzlichen Herztod ist ein starkes und gesundes Herz-Kreislauf-System. Deshalb sollten Blutdruck, Blutfettwerte und Blutzucker im Normalbereich liegen. Man sollte Normalgewicht anstreben, sich ausgewogen ernähren und auf regelmäßige Bewegung achten. Nikotin und Drogen schädigen den Körper und sollten tabu sein, Alkohol nur moderat genießen! Menschen ab 35 können sich alle zwei Jahre beim Arzt mit dem Check-up 35 untersuchen lassen. Wer im fortgeschrittenen Alter Sport treiben möchte, sollte dies mit dem Arzt abklären und eine Ausdauersportart wie z. B. Schwimmen, Walking oder Fahrradfahren wählen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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