Das jameda-Interview: 9 Fragen an Herrn Prof. Dr. med. Christian-Friedrich Vahlinfo_plain_20gr

Prof. Dr. Vahl praktiziert als Facharzt für Herzchirurgie in Mainz. (© Vahl)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Prof. Dr. med. Christian-Friedrich Vahl interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Arzt.


jameda
: Herr Prof. Dr. Vahl, was hat Sie motiviert, Arzt zu werden und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Herr Prof. Dr. Vahl: Ich bin Arzt geworden, weil ich als Kind erleben musste, dass mein Vater, als ich 9 Jahre alt war, akut an einem Herzinfarkt verstarb. Die Herzchirurgie war zum Zeitpunkt meines Studienbeginnes das einzige Fach, das herzkranken Patienten wirklich mit einem ursächlichen Therapieansatz helfen konnte. Die Beschäftigung mit dem Herzen führt automatisch dazu, dass man eine ganzheitliche Sicht von dem Patienten bekommt. Denn es ist unmöglich, das Herz zu behandeln, ohne das Ganze des Menschen zu berücksichtigen und zu sehen.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Herr Prof. Dr. Vahl: Unter den Bedingungen der Praxis liegt der Schwerpunkt in der vor- und nach- (post)operativen Beratung. Der Gesundheits-Check nimmt einen wesentlichen Schwerpunkt ein. Wichtig sind auch Zweitmeinungsgespräche und objektive Diagnostik.

Im MVZ Medicum Mainz wird dem Patienten hier ein umfangreiches Spektrum angeboten. Es reicht von Ultraschalluntersuchungen des Herzens (transthorakal, aber auch als Schluckecho), über die Sonographie des Bauches, das Aortenscreening, die Lungendiagnostik (Spirometrie), die Darmspiegelung, die Speiseröhren- und Magenspiegelung und die Gefäßuntersuchung (Doppler) bis zur Diabetes-mellitus-Beratung durch einen zertifizierten Diabetologen im MVZ. Als eigenen Schwerpunkt biete ich die Schlaganfall-Risiko-Analyse (SRA) an. 

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Herr Prof. Dr. Vahl: Ich habe eine Vielzahl bedeutsamer Lehrer gehabt. Dazu zählen Prof. Siegfried Hagl (Heidelberg), Witte (Allgemeinchirurgie, Augsburg), Sebening (München), Struck (Augsburg), Loeprecht (Augsburg), Herfarth (Allgemeinchirurgie, Heidelberg) und auf wissenschaftlicher Ebene Prof. Ulrich Peiper (Hamburg).

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Herr Prof. Dr. Vahl: Das MVZ Medicum Mainz ist komplett neu eingerichtet und sowohl baulich als auch gerätetechnisch auf dem allerneuesten Stand ist. Es werden Echo-Geräte verwendet, die denen der Universitätsmedizin mit Sicherheit nicht nachstehen.

In der Schlaganfall-Risiko-Analyse (SRA) sehe ich eine entscheidende und klinisch wichtige innovative Technik, die den Patienten vor dem Schlaganfall-Risiko wirksam beschützen kann, indem bei Patienten mit bestehendem Risiko frühzeitig wohlabgewogene, präventive Maßnahmen durchgeführt werden können.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Herr Prof. Dr. Vahl: Auch wenn der Wert der Vorsorgeuntersuchungen allgemein akzeptiert ist, wird dieses in der Praxis nicht immer adäquat realisiert. Die entscheidende Herausforderung ist es, Krankheiten zu verhüten, sie im Frühstadium wirksam zu behandeln und schwere Verläufe zu mildern. Dazu müssen aller verfügbaren Techniken im interdisziplinären Verbund angewendet werden.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Herr Prof. Dr. Vahl: Wie alle Kollegen im MVZ Medicum Mainz stehe ich für detailgenaue akribische Arbeit. Wir folgen dem Motto: "attention to details". Ich nehme mir für jeden Erstkontakt mit dem Patienten jeweils eine Stunde Zeit. Hier erfolgt nicht nur eine genaue körperliche Anamnese, sondern es werden orientierend die im Medicum verfügbaren diagnostischen Maßnahmen umgesetzt. Die Patienten schätzen es, dass ihnen durch den Verbund aus 5 Spezialisten und der Verfügbarkeit komplexer diagnostischer Methoden weite Wege von Arzt zu Arzt erspart bleiben. Sie loben stets die konzentrierte und effiziente Arbeit des gesamten Medicum-Teams.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Herr Prof. Dr. Vahl: Die Patienten fragen gerne genau nach und wollen wissen, was ich tue, was ich anordne und warum ich das tue. Ich bin davon überzeugt, dass nur ein Patient, der weiß, warum er etwas machen muss, auch tatsächlich längerfristig erfolgreich therapiert werden kann.

Ich schätze diesen kritischen, nachfragenden Patienten sehr, denn nur wenn ein Patient komplett hinter einem Therapiekonzept steht, wird er es umsetzen. Dazu muss er aber auch wissen, dass es um ihn geht und welche zentralen Konzepte seinen individuellen Therapieansatz ausmachen.

Der Empfangsbereich des MVZ Medicum Mainz. (© Vahl)
jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Prof. Dr. Vahl: Es gibt viele Patientenerlebnisse, die unvergesslich sind. Ich freue mich am meisten über Weihnachtsgrüße von Patienten, die ich lange nicht mehr gesehen habe. Dann tauchen Bilder und Ereignisse wieder auf und ich freue mich über jeden Einzelnen, von dem ich höre und dem es gut geht.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Herr Prof. Dr. Vahl: Mein Gesundheitstipp lautet: Bewegung, Bewegung und Bewegung. Die Signale des Körpers ernst nehmen. Regelmäßig zum Check-up gehen. Und wer Hunde mag, darf darüber nachdenken, sich von einem Hund begleiten zu lassen. 

Zur Person

Von 2004 bis 2020 war ich Direktor der Universitätsklinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie in Mainz. Ich habe mehr als 6.000 Operationen selbst durchgeführt und bei fast 20.000 Operationen assistiert. In diesen Jahren habe ich nicht nur Herzerkrankungen, sondern das gesamte Spektrum der Medizin erlebt.

Das auf diesem Weg erworbene Wissen, das in Worten nur bedingt übertragbar ist, möchte ich für die Patientenbetreuung anwenden. In meiner Freizeit mache ich Musik, bin begeisterter Fastnachter und Oldtimer-Liebhaber und setzte mich für das römische Mainz ein.

 

Zur Praxis

Das MVZ Medicum Mainz ist ein Medizinisches Versorgungszentrum mit einem hochtrainierten Team und einer perfekten Infrastruktur. In der Praxis finden sich Spezialisten für Diabetologie, Kardiologie, Innere Medizin, Endokrinologie und Herzchirurgie direkt neben einem hausärztlichen Ansatz.

Die breite Palette qualifizierter apparativer Untersuchungen erspart den Patienten überflüssige Wege (Herzultraschall, Doppler, Abdomensonographie, Darmspiegelung, Magenspiegelung, Spirometrie, Gefäßdiagnostik, Aortendiagnostik u.s.w). Das Medicum hat eine kostenfreie Tiefgarage; Apotheke, Physiotherapie und im Haus nebenan befinden sich andere spezialisierte Praxen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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