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Wie kann die Osteopathie dem Herz helfen?

Frau Gohl-Frohnmayer

von
verfasst am

© stevanovicigor - iStockAls ganzheitliches Behandlungskonzept kann Osteopathie auch das Her-Kreislaufsystem unterstützen. (© stevanovicigor - iStock)Erfahren Sie im jameda-Expertenratgeber, wie Osteopathie dem Herz helfen kann.

So ist das Herz aufgebaut

Das Herz liegt im oberen linken Teil des Brustkorbs und reicht bis auf die Kuppel des Zwerchfells hinunter. Es liegt frei in seinem Herzbeutel und ist nur im Bereich des Herzeingangs, wo die großen Gefäße mit seinem Beutel verbunden liegen. Die Aorta, die das sauerstoffreiche Blut im Körper verteilt, geht aus der linken Kammer sofort nach hinten und dann vor der Wirbelsäule hinunter durch den Schlitz des Zwerchfellschenkel. Sie teilt sich dann auf Höhe des zweiten Lendenwirbels in die beiden großen Beinarterien auf.

Direkt nach dem Abgang aus der linken Kammer gibt die Aorta jeweils zwei Arterien, die vordere und die hintere Halsschlagader, die in den seitlichen Gelenkfortsätzen der Halswirbelsäule verläuft, ab. Aus der rechten Kammer gehen die beiden Arterien Richtung Lungen, die aber venöses Blut führen, das in den Lungen mit Sauerstoff angereichert wird. Die Gefäße wirken wie ein Nest. Daher kennt man im Yoga wie auch im Qi Gong viele Übungen um das "Herznest" zu öffnen. In der TCM gehören der Funktionskreis Herz-Dünndarm und Herzbeutel-Schilddrüse zusammen. Zu diesen Meridianen gehört die Zunge als "Ausgang".


Warum nimmt dies in den östlichen Therapien eine so große Stellung ein?

Die Gefäße Richtung Kopf sind eng mit den Halsfaszien verbunden. Die verschiedenen Muskelgruppen des Halses bilden mit ihren Hüllen Scheiden für die großen Gefäße und Nervenstraßen. Mitten in dieses Gewebe ist die Schilddrüse und hinter dem Brustbein der Thymus eingescheidet. Dieser Bereich ist aber auch eng mit dem Mundboden verbunden. Am Zungenbein fixieren von hinten der Schlundbereich, nach unten die Halsmuskulatur und nach oben der Boden der Zunge. Daher ist es für die Freiheit der Gefäße von großer Bedeutung, dass der Kiefer, die Zunge und die Halswirbelsäule, wie auch die Kopfgelenke beweglich genug sind.

Gerade ältere Menschen neigen dazu, dass die Brustwirbelsäule mehr in eine Rundung kommt. Das hat dann zur Folge, dass der Brustkorbeingang sich verengt. Der Kopf wird nach vorne geschoben, was zusätzliche Spannung auf die Kopfgelenke bringt. Hier werden dann die vordere Halsschlagader und die hintere Vertebralis eingeengt. Dies kann die Flutung Richtung Kopf beeinflussen und zu vielerlei Problemen führen.

Dann liegt das Herz eingebettet zwischen den beiden Lungenflügeln. Die Lungenbeutel sind ebenfalls in den Halsfaszien nach oben hin aufgehängt. Mit der Armbewegung beim Gehen werden diese in die Bewegung der Armpendel mitgenommen. Ist aufgrund der Brustkyphose der Schultergürtel eingeschränkt, wirkt sich dies auch auf die großen Gefäße Richtung Arm aus und kann daher zu Schulterproblemen aber auch zu Durchflussproblemen Richtung Arm führen.

Die Starre des Brustkorbs und damit auch weniger Beweglichkeit des Zwerchfells schränkt die Atemexkursionen ein und damit wird dem Körper nicht genügend Sauerstoff zugeführt. Das Zwerchfell ist aber auch die größte Venen- und Lymphpumpe. Durch die fehlende Mobilität des Zwerchfells wird der Rückfluss zum Herzen hin gedrosselt.


Wo kann die Osteopathie hier ansetzen?

Zuallererst

  • die Aufrichtung der Brustwirbelsäule, Spannungen im Bereich der Rippen hinten wie vorne
  • dann, das Brustbein und sein Winkel
  • die Mobilität des Zwerchfells
  • das Öffnen des Brustkorbeingangs durch Mobilisierung der Schultern, Schlüsselbeine, Gefäßdurchtritte durch die Achselhöhle
  • fasziale Behandlung der Halsgewebe
  • Behandlung des Zungenbeins, des Mundbodens, der Kiefergelenksbeweglichkeit
  • Behandlung der Halswirbelsäule, der Kopfgelenke
  • Behandlung der nervalen Innervation des Herzens (N.Vagus, N.phrenicus, Halsganglien usw.)
  • Behandlung der Lungenbeutel
  • Behandlung der entsprechenden Verbindungen in den Schädelbereich und nach unten 

Um die verbesserte Beweglichkeit zu halten, ist es aber wichtig, dass der Patient ein Eigentraining durchführt, um die verbesserte Beweglichkeit zu erhalten. Ob das Yoga, Qi Gong oder eine andere sinnvolle Therapie ist, steht nicht so im Vordergrund – das Tun ist hier wichtig.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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