Therapie der chronischen Lyme-Borreliose mittels insulinpotenzierter Therapie (IPT)

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Die Ausbreitung der Borrelien im Organismus kann zu einer Multiorgan- oder Systemerkrankung führen. Diese kann mit außerordentlich vielen Beschwerden und Symptomen einhergehen. Ausgeprägte Erschöpfungszustände, chronische Kopfschmerzen, Polyneuropathien, psychovegetative Symptome, Lähmungserscheinungen, Hautatrophien (Akrodermatitis chronica atrophicans), Muskelschmerzen oder Herzbeschwerden können durch eine chronische Borreliose verursacht sein.
Die Symptome entwickeln sich entweder unmittelbar aus dem Frühstadium heraus oder erst Monate bis Jahre später, so dass eine chronische Borreliose auch bestehen kann, wenn in der Vorgeschichte kein Zeckenbiß oder Erythema migrans angegeben wird.

Die antibiotische Therapie der chronischen Lyme-Borreliose führt in vielen Fällen im Gegensatz zur Antibiose im Frühstadium nur zu einem begrenzten Erfolg. Dies betrifft auch die Langzeittherapie mittels einer Kombination verschiedener Antibiotika über 50 bis 100 Tage, wobei diese Therapie mit erheblichen Nebenwirkungen wie Schwächung des Immunsystems oder Störung der Intestinalflora belastet ist. Zudem wird die Befähigung der Erreger gefördert, sich dem Immunsystem zu entziehen. Eine erfolgreiche Therapie der Lyme-Borreliose ist aber nur bei einem intakten Immunsystem möglich.

Zudem entziehen sich die Borrelien der Antibiose auch dadurch, dass sie sich in wenig durchblutetes Gewebe wie Bindegewebe, Gelenkkapseln oder die Haut zurückziehen. In diesen Geweben kann oftmals keine ausreichende Konzentration der Antibiotika aufgebaut werden. Auch liegen bei der chronischen Borreliose die Erreger vielfach in den Zellen (intrazellulär) vor, wo sie von den Antibiotika nicht erreicht werden.

Angesichts dieses Dilemmas wenden wir in unserer immunologischen Praxis ein Verfahren an, das über die Jahre in Vergessenheit geraten ist, gerade jetzt aber angesichts der Therapieerfolge bei chronischer Borreliose einen Aufschwung erlebt. Es handelt sich um die sogenannte insulinpotenzierte Therapie (IPT), bei der das körpereigene Hormon Insulin in eine Vene injiziert wird, wodurch der Blutzuckerspiegel allmählich abfällt. Im Unterzuckerzustand wird eine getestete Kombination von Antibiotika in die Vene injiziert und danach der Unterzuckerzustand durch Gabe von Glucose wieder aufgehoben. Mit diesem Verfahren ist es möglich, die Wirkung der Antibiotika zu verstärken, diese verstärkt in Zellen und wenig durchblutete Gewebe einzuschleusen und dort die Borrelienerreger unschädlich zu machen. Zugleich sind Nebenwirkungen der Antibiotika wie Immunsuppression oder Resistenzentwicklungen der Erreger wesentlich geringer. In der Praxis hat sich gezeigt, dass selbst bei chronischer Borreliose mit neurologischen Symptomen wie Lähmungen, Schmerzuständen, psychischen Symptomen, Arthritis oder chronischen Erschöpfungszuständen gute Therapieergebnisse möglich sind.

Hierzu sind circa zehn Behandlungen in wöchentlichen Intervallen notwendig. Eine Besserung der chronischen Beschwerden tritt in der Regel nach der fünften Behandlung ein. Probiotische, orthomolekulare und phytotherapeutische Behandlungen unterstützen die insulinpotenzierte Therapie.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (13)

A. Schwarzkopf, 24.01.2021 - 01:22 Uhr

Bin 48 Jahre und leide seit 10 Jahren an einer Gangstörung-Verdacht auf Borreliose -Behandlung mit hMinocyclin/Quensyl über 2 Jahre. Während der Therapie zum Teil beschwerdefrei. Nach der Antibiose erneut Beschwerden hinsichtl. zittern und aussergewöhnl. Gangstörungen. Weitere Untersuchung ergaben -idiophatisches Parkinsonsyndrom-seit 5 Jahren Behandlung mit Neupropflaster 8 mg( nur bedingt hilfreich) Nach mehrmaligen Klinikbesuchen wurde kein Parkinson diagnostiziert,wg. der untypischen Symptomatik. Meine Sorge ist, dass seit einigen Tagen am Abend eine regelrechte Bewegungsstarre/Lähmungen eintritt, welche bis zum Morgen anhält. Kann mich kaum auf den Beinen halten. Das Aus- und Anziehen bereitet Probleme. Neuester Stand ist ein psychische Komponente, was aus meiner Sicht nicht ganz nachvollziehbar ist. Ich bitte um Ihre Unterstützung, vielen lieben Dank, mfg. A. Schwarzkopf

karsten, 26.04.2014 - 21:22 Uhr

Hallo, wo kann man so eine insulinpotenzierte Therapie machen. Borrelliose im 3. Stadium. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank Freundlichen Gruss karsten

Rainer, 11.01.2014 - 23:32 Uhr

Bitte um mehr Info über Ihre ITP Behandlung MfG R.

U., 21.09.2013 - 00:23 Uhr

Kann seit einigen Tagen den Oberköper nicht mehr schmerzfrei bewegen,Fühlt sich an wie ein ganz starker Muskelkater.Bin dankbar für jeden Rat..

Avni, 01.06.2013 - 18:06 Uhr

Was könnte mann dagegen tun, um unsere tuburkoloses Krankheit weg zu bringen. das wissen wir schon, dass man regelmäßig zum Arzt gehen soll,aber trotzdem wird man nicht so schnell gesund. zum beispiel habe ich seit 19 monaten das problem mit der Krankheit.Ich hoffe, dass mir jetzt die Ärzte Hoffnung machen, damit ich gesund werden kann. ich würde mich freuen wenn ich der alte werde kann wie ich früher war. ich weiß, dass die Äertzteihr bestes für mich getan haben. das weiß ich schon. aber ich werde nicht so schnell Gesund. ich merke das. na ja Hoffnung darf ich nicht geben weil ich dann noch kranker werde ich weiß das.Ich wünsche allen, die TBC haben, dass sie und ich weider in einen guten zustand kommen werden .Alles gute

Karli, 31.05.2013 - 11:55 Uhr

Es handelt sich bei der IPT um eine Therapie, die man nett ausgedrückt als \"experimentell\" bezeichnen könnte. Es gibt keinerlei Beleg für eine Wirksamkeit bei Lyme-Borreliose.

Christian K., 21.02.2013 - 12:11 Uhr

Ich interessiere mich für Ihre Behandlungsmethode.Ich bin seit Jahren Diabetiker Typ I,und leide auch unter allen Symptomen,mit Ausnahme der Zigarettenhaut,der chron.Neuroborreliose.Vor einem Jahr wurden eher zufällig die Antikörper bei einer LP nachgewiesen. Möchte nichts unversucht lassen um in mein altes Leben zurück zu finden. LG der Stahlkocher

Antwort von Dr. med. Jürgen Juchheim, verfasst am 22.02.2013

Gern beraten wir Sie in unserer Praxis persönlich. Natürlich ist vorab auch ein Telefontermin möglich, damit wir Ihre Fragen beantworten und einen geeigneten Therapieplan für Sie erstellen können.

Holzhausen, 22.01.2013 - 12:40 Uhr

würde gern näheres über ITP erfahren

Dr. Carsten Nicolaus, 14.01.2013 - 14:39 Uhr

Das Verfahren künstlich Hypoglykämien (\"Unterzuckerung\") zu erzeugen ist auf jeden Fall auch mit erheblichen Risiken verbunden. Ferner ist die wöchentliche Einmalgabe von Antibiotika unter dem Aspekt von Resistenzbildungen zu diskutieren. Die Wirkspiegel werden nur kurz aufgebaut und unterhalten, sodaß eine Resistenzbildung gegen die jeweiligen Antibiotika sehr viel größer ist als bei der kontinuierlichen Gabe. Nebenwirkungen auf den Gastrointestinaltrakt können sehr gut mit der Gabe von Probiotika beherrscht werden. Die negativen Einflüße auf die Mitochondrien durch hochdosierte Gabe von CoEnzym Q10. Diese Ansätze sind auf jeden Fall sicherer als die IPT.

Antwort von Dr. med. Jürgen Juchheim, verfasst am 22.02.2013

Für die IPT-Therapie, die zu einer signifikanten Verbesserung der chronischen Beschwerden führt oder diese sogar beseitigen kann, müssen Sie von Kosten in Höhe von ca. 450 € pro Behandlungssitzung in unserer immunologischen Praxis ausgehen. Für eine erfolgreiche Therapie sind mindestens 6 Behandlungen notwendig, die jeweils im Abstand von einer Woche durchgeführt werden (Intervallbehandlung). Eine Behandlungssitzung dauert mindestens 3 Stunden. Gern beraten wir Sie ausführlich. Die IPT-Therapie ist ein Schwerpunkt unserer Praxis - wir führen diese Behandlungen seit langem erfolgreich durch. Vereinbaren Sie gern einen Beratungstermin in unserer Praxis: 089 / 221609. Gern können Ihre Fragen zunächst auch telefonisch besprochen werden.

Nadja flindris, 14.01.2013 - 12:40 Uhr

Ich habe grosses Interesse an dieser behandlung. Mit welchen kosten muss ich rechnen. Ich wohne in Berlin und bin an borreliose erkrankt. 3 Jahre antibiotische Therapie haben nur teilweise geholfen. Ich bitte sie mir die nötige Info zukommen zu lassen. Lieben Gruss Nadja flindris

Antwort von Dr. med. Jürgen Juchheim, verfasst am 30.01.2013

Für die IPT-Therapie, die zu einer signifikanten Verbesserung der chronischen Beschwerden führt oder diese sogar beseitigen kann, müssen Sie von Kosten in Höhe von ca. 450 € pro Behandlungssitzung in unserer immunologischen Praxis ausgehen. Für eine erfolgreiche Therapie sind mindestens 6 Behandlungen notwendig, die jeweils im Abstand von einer Woche durchgeführt werden (Intervallbehandlung). Eine Behandlungssitzung dauert mindestens 3 Stunden. Gern beraten wir Sie ausführlich. Die IPT-Therapie ist ein Schwerpunkt unserer Praxis - wir führen diese Behandlungen seit langem erfolgreich durch.

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