Hepatitis - Wenn der Urlaub auf die Leber schlägt

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Bringen Sie auch gerne Andenken aus dem Urlaub mit nach Hause? Dann aber hoffentlich keine unangenehmen Souvenirs: Infektionen mit Hepatitis-Viren schädigen die Leber und können zu langanhaltenden Beschwerden führen - manchmal ein Leben lang. Mit Hepatitis kann man sich aber nicht nur im Urlaub anstecken. Die folgenden Tipps sollen Ihnen helfen, mögliche Infektionsquellen zu erkennen und eine Ansteckung zu verhindern.

 

Hochgradig ansteckend

Hepatitis-Viren sind hochgradig ansteckend. Mikrobiologen unterscheiden fünf Unterarten der Krankheitserreger, die mit Hepatitis A-E bezeichnet werden. Dabei variieren nicht nur der Übertragungsweg, sondern auch die Gefährlichkeit.

Hepatitis A und Hepatitis E werden auch „Reisehepatitis" genannt, da sie in Gebieten mit schlechten hygienischen Verhältnissen über das Trinkwasser bzw. entsprechend verunreinigte Lebensmittel übertragen werden. Die gute Nachricht: Infektionen mit Hepatitis A und E verursachen zwar eine akute Leberentzündung, diese heilt aber im Laufe weniger Monate meist folgenlos aus.

Deutlich gefährlicher sind dagegen Hepatitis B, Hepatitis C und Hepatitis D. Sie werden über die Blutbahn übertragen. Das heißt beispielsweise über Bluttransfusionen, gemeinsam benutzte Spritzen bei Drogensüchtigen oder sexuelle Kontakte. Diese Virustypen führen in den meisten Fällen zu einer chronischen Entzündung, die in nicht wenigen Fällen die Leber deutlich schädigt und zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen kann - mit tödlichem Ausgang.

 

Häufig unspezifische Symptome

Bei Hepatitis-Infektionen treten häufig zuerst unspezifische Anzeichen wie Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Fieber und Müdigkeit auf. Da die entzündete Leber Gallenfarbstoffe nicht richtig verarbeiten kann, kommt es in späteren Stadien zu deutlicheren Symptomen wie einem dunklen Urin und einer gelblichen Verfärbung von Haut und Augäpfeln- deshalb wird Hepatitis im Volksmund auch als „Gelbsucht" bezeichnet.

 

Besser vorbeugen

Hepatitis ist nicht in allen Fällen heilbar, auch wenn die Entwicklung von spezifischen Medikamenten in den letzten Jahren gute Fortschritte gemacht hat. Deshalb ist es umso wichtiger, mit Hilfe der folgenden Tipps Hepatitis-Infektionen vorzubeugen.

  • Impfungen wahrnehmen
    In Deutschland werden Säuglinge standardmäßig gegen Hepatitis B geimpft, um einen Schutz von Anfang an zu gewährleisten. Wer beruflich mit biologischem Material in Kontakt kommt, etwa bei Blutabnahmen, hat gegenüber seinem Arbeitgeber einen Anspruch auf eine Hepatitis-B-Impfung. Bei Reisen in Hepatitis-A-gefährdete Gebiete sollte man sich ebenfalls entsprechend impfen lassen.
  • Kondome schützen
    Hepatitis B und in untergeordnetem Maß auch Hepatitis C werden unter anderem bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr übertragen. Gerade bei Sexualpartnern, die man erst seit kurzem kennt, gehören Kondome deshalb zur Pflichtausstattung. Hepatitis D tritt nur zusammen mit Hepatitis B auf und lässt sich durch diese Maßnahme und die Hepatitis-B-Impfung ebenfalls vermeiden.
  • Cook it, boil it, peel it or leave it
    Um das Risiko einer Infektion mit Hepatitis A und E zu verringern, sollte man auf Fernreisen nur gekochte Speisen zu sich nehmen und Leitungswasser vermeiden. Es gilt die alte Regel: Cook it, boil it, peel it or leave it.

 

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Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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